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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Parlamentarischer Abend der RUAG Gruppe in Bonn News Der Parlamentarischer Abend der RUAG Gruppe in Bonn wird zur Tradition Zum dritten Mal fand am 24. Januar 2018 diese Informationsveranstaltung der RUAG Gruppe auf der Bonner Godesburg statt Alexander von Erdmannsdorff, RUAG Deutschland GmbH Mit der Live Cycle Betreuung von militärischen Programmen will RUAG die Verfügbarkeit von Gesamtsystemen erhöhen. 2. Ordnung: die Bundeswehr als Teilorganisation der Gesellschaft und schließlich die 3. Ordnung: das Individuum. Diese drei Ebenen beeinflussen sich wechselseitig. Zweiter Befund. Die politische Leitung eines Staates hat stets versucht, seine Wertvorstellungen auf das Militär zu übertragen. Dritter Befund. Die Wehrmacht steckt seit Gründung der Bundes- wehr gewissermaßen als Teil der DNA in der Bundeswehr, weil dies von den politisch-gesellschaftlichen Eliten so akzeptiert war. Vierter Befund. Der eigentliche Wendepunkt im Verhältnis zur Wehrmacht waren die 1990er Jahre. Die Bundeswehr musste als post-heroischer Peacekeeper eingesetzt werden, die umstrittene Wehrmachtsausstellung stieß eine breite gesellschaftliche Diskussion an und die letzten Kriegsveteranen schieden aus ihren Positionen in Politik und Gesellschaft aus. Fünfter Befund. Der Fall Franco A. erzeugte 2017 gesellschaftlichen Druck, der dazu führte, dass die Bundeswehr nun wieder an einem reformierten Traditionserlass arbeitet. Seine Befunde führten zu der Empfehlung, durchaus einen Rück- griff auf die Zeit vor 1945 zu zulassen, wenn es zum Beispiel um die Betonung militärischen Erbes wie der Auftragstaktik oder auch im engeren Sinne um militärische Werte geht. Auch Männer wie Axel von dem Bussche bieten sich als Vorbilder an, sowohl durch seinen Widerstand gegen Hitler, wie auch durch sein militärisches Verhalten! Zusammengefasst empfahl er, dass sich möglichst viele Soldaten im offiziellen Traditionsbild der Bundeswehr wiederfinden und nicht nur jene, die den „Ministeriumssprech“ 107 perfekt beherrschen. Eingeführt in den Abend und die Thema- tik hat wieder Alexander v. Erdmannsdorff, dessen Team vom Büro in Berlin auch die Organisation übernommen hatte. © RUAG / Rainer Unkel Zu diesem Anlass erklärte Urs Breitmeier in seinem Vortrag, mit welchen Konzepten die RUAG es schafft, ihre Dienstleistungen erfolgreich an den Markt zu bringen und dabei den Kostendruck zu reduzieren. Die Formel, von der Stundenverrechnung zum Servicelevel Agreement ist hier sehr erfolgsversprechend. Dies soll Bestandteil der Live Cycle Betreuung von anstehenden militärischen Programmen sein, die er sowohl für RUAG Aviation: Hubschrauberbetreuung, wie auch für RUAG Defence: Kommunikationsfähigkeit, an konkreten Programmen verdeutlichte. Viele der Gäste merkten auf! Wie weit RUAG in diesen Themen sowohl technisch wie auch betriebswirtschaftlich bereits fortgeschritten ist, war ihnen noch nicht bekannt und wurde sofort positiv vermerkt! Der Gastredner des Abends war Professor Dr. Sönke Neitzel. Der Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte und Geschichte der Gewalt an der Universität Potsdam klärte die Anwesenden über seine Analysen und Erkenntnisse zum Thema: „Tradition – A never ending Story?“ auf. Ein großes Thema in Deutschland derzeit. Er holte dabei weit aus und kam über die Befreiungskriege bis zur Bundeswehr. Seit letztem Jahr wird auf Grund von verschiedenen Vorkommnissen der sogenannte „Traditionserlass“ der Bundeswehr überarbeitet. Teilweise hat Prof. Neitzel daran mitgewirkt. Ganz allgemein gesprochen ist das Verständnis, was die Tradition einer Armee ist (und was nur Geschichte und Brauchtum) ein Ergebnis von Aushandlungsprozessen zwischen Politik, Gesellschaft und dem Militär, so erklärte Neitzel. Die Mecha- nismen dieses Prozesses sind in vielen Bereichen unseres Landes zu beobachten und betreffen natürlich nicht nur die Bundeswehr, sondern auch andere Teile der Gesellschaft. Über Traditionen wird zum Beispiel auch bei den Juristen, im Fußball oder den Universitäten diskutiert und gestritten. Prof. Neitzel führte verschiedene Befunde aus. Sein erster Befund war, dass es drei Ordnungsrahmen gibt die hierbei zu betrachten sind: 1. Ordnung: Politik/Zivilgesellschaft, Wie in den Jahren zuvor, fanden sich zahlreiche interessierte Gäste ein. HHK 1/2018


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