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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Mehr Verantwortung bei weiter sinkender Einsatzbereitschaft Bundeswehr bei der Bundeswehr. Selbst die „Washing- ton Post“ berichtet, dass beispielsweise Piloten der Bundeswehr künftig auf den gelben Rettungshubschraubern des Automobilclubs ADAC ausgebildet werden sollen. Der Zustand der schwimmen- den Einheiten der Marine ist besonders prekär. So meldet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Anfang Februar, dass die komplette Uboot-Flotte derzeit nicht einsatzbereit sei. Auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, äußerte sich zu den Mängeln der Marine und empfahl die Teilnahme an weiteren Missionen der NATO , der EU oder der Vereinten Nationen wegen der geringen Anzahl von einsatzfähigen Schiffen abzusagen. Beispielsweise liegt der Einsatzgruppenversorger „Berlin“, eines der größten Schiffe der Marine, seit nunmehr März 2017 in einer Werft in Kiel, wobei die Werft- liegezeit noch deutlich länger dauern soll. Ein ähnliche Situation gibt es beim Schwesterschiff, dem Einsatzversorger „Bonn“, der sich ebenfalls in einer Werft befinde. Gründe für diese enorm großen Werftliegezeiten sind in der desolaten Ersatzteilsituation bei der Marine begründet. Für manche Ersatzteile ein- facher Art, wie zum Beispiel Einspritzpumpen oder Ölkühler, werden Liefer- zeiten von bis zu sechs Monaten be- nötigt. Diese nicht ungewöhnliche Situation kann allerdings bei dem Anspruch, eine Einsatzarmee zu sein, nicht weiter hingenommen werden. Fazit: Feh- lende Erteile = mangelnde finanzielle Mittel zur Ersatzteilbevorratung. Für die Bundeswehr wurden vier neue Fregatten der Klasse F125 gebaut, bis dato konnte die Marine noch nicht ein einziges Schiff wegen technischer Mängel übernehmen. NATO-Chef Stoltenberg fordert von Deutschland höhere Ausgaben für die Verteidigung Die Bundesrepublik gab in letzten Jahr nur 1,22 Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung aus. Dazu äußerte sich NATO -Generalsekretär Jens Stoltenberg und forderte die künftige Bundesregierung auf, die Verteidigungsausgaben weiter aufzustocken, um die Zielmarke von 2% im Zeitplan zu erreichen. Die NATO -Staaten hatten 2014 beim Gipfel- treffen in Wales das Ziel vereinbart, die Verteidigungsausgaben binnen eines Jahrzehnts auf 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Stoltenberg begrüßte, dass die Bundesregierung die bisherige Politik der Kürzungen gestoppt habe und nunmehr mit einer Steigerung des Wehretats begonnen habe. Das sei auch dringend nötig geworden, denn ansonsten könnten bei den Bündnispartnern die Zweifel an der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und damit auch an der Verlässlichkeit Deutschlands im Bündnis wachsen. Die Bundesregierung betont allerdings immer wieder, dass es ein Anspruch der Bundeswehr ist, ein verlässlicher Bündnispartner zu sein und bereit sei, Auf- gaben als ein Lead-Nation übernehmen zu wollen. Es wird jedoch allgemein angenommen, dass Deutschland auch kommenden Legislaturperiode dieses Ziel nicht erreichen wird. Demgegenüber wurde auch im Verteidigungs- ministerium mittlerweile eingeräumt, dass die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr generell nicht zufriedenstellend ist. Neue Mängel am Airbus A400M verzögern die Auslieferung Auch die Luftwaffe ist von Mängeln in der Ausrüstung betroffen. So mussten wegen technischer Probleme einer A400M insgesamt 89 deutsche Soldaten über mehrere Tage in Mali auf ihren Rückflug nach Deutschland warten. Der Flug sollte die Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenstaat nach vier Monaten Einsatz in den Heimaturlaub bringen. Wie ein Sprecher des BMVg bestätigte, fiel der geplante Lufttransport in die Heimat aus. Auch der Versuch, eine gecharterter Ersatzmaschine bereitzustellen, blieb erfolglos. Dieses Flugzeug erhielt in Südafrika nicht die erforderliche Freigabe. Inzwischen wurde bekannt, dass die Luftwaffe noch länger als geplant mit Engpässen beim Transport von Soldaten und Material rechnen. Erneute Mängel 400M verzögern weiterhin die Auslieferung des Militärtransporters. Die A400M gilt zwar als modernstes militärisches Transportflugzeug der Welt, dennoch gibt es immer wieder Ausfälle wegen technischer Probleme. Die Luftwaffe verfügt derzeit über sechzehn A400MTransportmaschinen. Grund für die erneute Verzögerung sind neben der bereits festgestellten Korrosion nun auch Risse in den Flügeln. Airbus ver- sandte wegen dieser neuen Mängel an der Aufhängung der Triebwerke eine Sicher- heitswarnung an die Luftstreitkräfte, die das Transportflugzeug bereits im Einsatz haben. Zurzeit wird mit einer Verzögerung bei der Auslieferung um sechs Fregatte F125 – noch nicht wegen technischer Mängel an die Marine übergeben. Jahre länger als geplant gerechnet. HHK 1/2018 11


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