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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Personalreduktion durch technische Weiterentwicklung Wehrtechnik station zusammenzuführen und die so zusammengefügte Treibladung mittels eines Treibladungsübergabearms in den Ladungsraum zu befördern. Die sonst für diese Tätigkeiten verantwortlichen Kanoniere konnten entfallen. Durch ein entsprechendes Bedienkonzept und Sensoren innerhalb des AGM wurde ein sicheres und reibungsloses Abarbeiten der Feuerkommandos sichergestellt. Im Zuge der entsprechenden Erprobungsversuche konnte dann die Kadenz von sechs auf aktuell acht Schuss pro Minute und damit um 33% gesteigert werden. Aufgrund des besatzungslosen Konzeptes des AGM, kann dieses auf einer Vielzahl von Ketten- und Radfahrzeugen 113 Der Verteidigungshaushalt wird bereits 2019 erstmals die Marke von 40 Milliarden Euro durchbrechen. Die Trendwende Material wird damit weiter deutlich zum Erreichen der auf- gabenorientierten Ausstattung vorangetrieben. Die demogra- fische Entwicklung ist dagegen deutlich weniger geeignet, den notwendigen Personalaufwuchs zu unterfüttern. Die Kultusministerkonferenz prognostiziert eine Abnahme der Schulabgänger bis ins Jahr 2025 um bis zu 19% auf 732.000 junge Frauen und Männer. Eine niedrigere Geburtenrate und ein Rückgang der Bevölkerungszahl gehen mit einer demo- grafischen Alterung der Bevölkerung einher. Die Arbeitgeber – so auch die Bundeswehr – stehen damit zukünftig noch stärker in Konkurrenz um geeignetes Personal. Wachsende Zu- wanderungsströme und die damit verbundene kulturelle Vielfalt der Gesellschaft, Urbanisierungstendenzen und die Umkehr der Alterspyramide, die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt sowie der sich verstärkende Mangel an Fachkräften stellen Alle vor neue Herausforderungen bei der Personalgewinnung. Der Bindung des gut ausgebildeten Personals für einen längeren Zeitraum kommt deshalb entscheidende Bedeutung zu. Für die Streitkräfte bedeutet dies, dass der – auch aufgrund von Bündnisverpflichtungen – notwendige quantitative Fähigkeitsaufwuchs unter den genannten personellen Rahmenbe- dingungen durch die Einführung von teil- autonomen und autonomen Systemen unterstützt werden muss. Im Bereich der Rohrartillerie 155mm ist die Industrie diesen Weg bereits gegangen. Der Remote Controlled Howitzer (RCH) 155 Basierend auf den Erfahrungen der PzH 2000, die bereits die wesentlichen Elemente eines Vollautomaten beinhaltete, begann die Industrie schon Mitte der 2000er Jahre mit der Entwicklung eines Autonomen Geschütz Moduls (AGM). Die ersten Überlegungen wurden gestützt durch neue Forderungen nach einem mittleren und lufttransportfähigen Artilleriesystem, das ähnliche Fähigkeiten wie die PzH 2000 aufweisen sollte. Des Weiteren wollten die Ingenieure einen unbemannten Turm entwickeln, um das in der Bedienzelle eines Gesamtsystems verbliebene Personal besser zu schützen. Für die Entwicklung wurde ein inkrementelles Vorgehen gewählt. Zunächst wurde ein leichter Turm aus Aluminium konstruiert und gefertigt und dessen Stabilität beim Schießen und Fahren verifiziert. Danach wurde der vollautomatische Geschosslader an die Platzverhältnisse und Erfordernisse des AGM-Turms angepasst und eingerüstet. Es folgten ein automatisches Treib- ladungsmagazin und eine automatische Treibladungszuführung. Dann galt es, die vom Feuerleitrechner berechnete Anzahl von Treibladungen auf einer ebenfalls neu zu entwickelnden Füge- DONAR, das unbemannte und autonome Artillerie-Geschütz-Modul (AGM) auf dem erprobten Schützenpanzerfahrgestell ASCOD 2 von GDELS. © KMW HHK 1/2018 Das Bild zeigt das AGM-Modul auf einer LKW-Plattform. © KMW


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