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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Wehrtechnik Personalreduktion durch technische Weiterentwicklung RCH155 - AGM BOXER. © KMW 114 und kann diese weiterhin aufnehmen. Der RCH 155 ist in der Lage, Feueraufträge von acht Schuss pro Minute über den gesamten Bordvorrat von 30 Geschossen auch dann – ohne Beeinträchtigung der Treffgenauigkeit – zu erfüllen, wenn auf drei- oder neun-Uhr-Position geschossen wird. Dabei kommt der RCH 155 ohne Stützen aus, einem Alleinstellungsmerkmal bei radgestützten Rohrartilleriesystemen. Neben der Gewichts- einsparung ist das System somit in der Stellung sehr schnell feuerbereit und kann nach dem Erfüllen des Feuerauftrags entsprechend zügig ausweichen. Die Waffenanlage L52 hat die gleichen ballistischen Eigenschaften wie ihr Pendant in der PzH 2000. Zusätzlich können Geschosse mit einer Länge von einem Meter gehandhabt werden. Auch die Möglichkeit des direkten Richtens mit der Hauptwaffe ist unter Verwendung einer optional integrier- baren fernbedienbaren, leichten Waffen- station abbildbar. Das entscheidende Merkmal ist allerdings der geringe Personalansatz: Die Besatzung besteht mit dem Kommandanten/ Bediener und dem Fahrer nur noch aus zwei Mitgliedern. Aufgrund der Automatisierung werden weder der Richt- noch die Ladungskanoniere benötigt und schon heute könnte der RCH 155 komplett ferngesteuert bedient werden. Derzeit besteht eine Feuereinheit aus einem Zug mit vier PzH 2000. Der Personalansatz der Gefechtsfahrzeuge liegt folgerichtig bei 20 Soldatinnen und Sol- daten. Überträgt man diesen Personalan- satz auf das System RCH 155, ergibt sich entsprechend ein deutlicher quantitativer Anstieg auf 10 Rohre. Diese können entsprechend der dann gültigen Konzepte und Truppeneinteilungen Verwendung finden. Ein Informationsüberfluss aufgrund einer Fülle von Subsystemen und daraus resultierend eine Überforderung der Systembediener wird durch das Bedienkonzept vermieden. Somit hat der Systembediener aufgrund verkürzter und ebenfalls automatisierter Entscheidungsketten vor allem Über- wachungsaufgaben zu erfüllen. Die Weichen müssen jetzt gestellt werden Das aktuelle Weißbuch wurde im Jahre 2016 herausgegeben. Die daraus folgen- den Ableitungen in Form eines neuen Fähigkeitsprofils und einer aktuellen Konzeption der Bundeswehr wurden hingegen noch nicht veröffentlicht. Zentral bleibt die Frage nach der nationalen Zielvorgabe: was sollen Streit- kräfte können und welche Kräfte benötigen sie dazu? Die Beantwortung dieser Frage ist auch Grundlage unternehmerischer Entscheidungen in der wehrtechnischen Industrie. Für das Thema dieses Artikels sind demnach die Forderungen an die Kampfunterstützungstruppen, also vor allem bei der Artillerie, von besonderem Interesse. eingerüstet werden. So wurde es erfolgreich auf einem M270 MLRS und einem ASCOD-Schützenpanzerfahrgestell inte- griert. Als besonders erfolgversprechend gilt aber die Integration auf dem Gepanzerten Transportkraftfahrzeug (GTK) BOXER. Dessen Modularität bot die Entwicklung eines AGM-Missions- moduls idealtypisch an. Aufgrund des Gewichtes dieses Missionsmoduls wurden Veränderungen am Fahrgestell und bei den Reifen vorgenommen. Das so modifizierte Fahrmodul ist mit den bereits vorhandenen Missionsmodulen kompatibel HHK 1/2018 Im Test: BOXER mit AGM-Modul im Gelände mit Tarnausstattung. © KMW


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