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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Personalreduktion durch technische Weiterentwicklung Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass die prozesskonforme Einführung neuer Großsysteme mehrere Jahre benötigt. Wenn die Bundeswehr ab 2027 zusätzliche Heeresverbände neu aufstellen oder bestehende mit neuen Fähigkeiten ausstatten will, müssen die Weichen im Verteidigungshaushalt mit dem bereits begonnenen Planungszyklus 2020 zeitnah gestellt werden. Somit sind jetzt Forschungs- und Entwicklungsgelder einzuplanen, die in zwei Jahren wirksam werden und dazu führen, dass neue Technologien gemeinsam durch Industrie und öffentlichen Auftraggeber in neuen Fähigkeiten zur Serienreife geführt werden. Die zeitnahe Allokation dieser Mittel ist die Grundlage für die Einführung des Systems RCH 155 innerhalb der nächsten Jahre. Die Gegenwart gestattet den Blick nach vorn Bewaffnete Konflikte der jüngeren Vergangenheit haben die Relevanz indirekten Feuers unterstrichen. Die Rohr- artillerie der Bundeswehr behält somit ihren Platz auch auf dem Gefechtsfeld der Zukunft. Schon Clausewitz schrieb, dass die Mehrung der Artillerie der kürzeste Weg sei, die zahlenmäßige Überlegenheit eines Gegners auszugleichen. Der RCH 155 bietet hierbei die Möglichkeit, den steigenden Bedarf an Waffensystemen mit einem deutlich geringeren Personalansatz zu decken. Das vorhandene Personal wird optimal geschützt und schon heute ist das System ferngesteuert bedienbar. Die Möglichkeit der Integration auf eine ebenfalls ferngelenkte oder autonom fahrende Plattform sowie neue Munitionskonzepte zeigen das Zukunftspotential auf. Die Industrie hat mit eigenen Mitteln zukunfts- weisende Konzepte erarbeitet und steht nunmehr bereit, den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit der Bundeswehr zu beschreiten. Taktische und strategische Fähigkeitsforderungen an Neukonzeptionen von Großgerät Neben den „demografischen Fähigkeitsforderungen“ gibt es natürlich auch taktische und strategische Fähigkeitsforderungen, die bei einer Neukonzeption von Großgerät heute anders umgesetzt würden, als noch bei dem bestehen- den Material. – Größe, Gewicht, automatischer Lader Die NATO besitzt kaum noch Brückenlegekapazitäten, deshalb müssen die vorhandenen Brücken genutzt werden. Viele Landfahrzeuge wurden aber im Laufe der Evolution und Produktverbesserungen immer schwerer. Zukünftige Systeme sollen daher erheblich abspecken, für den MGCS (Main Ground Combat System) ist deshalb ein max. Gewicht von 40-45 t geplant. Und auch die RCH155 würde mit einem deutlich geringeren Gewicht flexibler sein, als zum Beispiel eine PzH2000 mit rund 56t Gefechtsgewicht. – S trategische Verlegefähigkeit. Kurze Vorwarnzeiten um Großgerät rund um den Globus in die Einsätze zu verlegen. Oft wird aus Größen- und Gewichtsgründen die AN-124 eingesetzt. Auch hier bieten Systeme wie die RCH155 (im Vgl. PzH2000) dank erheblich geringerer Größe und Gewicht wieder entscheidende Vorteile. Es können in einem Transport mehr Fahrzeuge auf einmal transportiert werden, oder eine andere, kleinere Luftplattform eingesetzt werden, mit geringeren Kosten. – E igene Verlegefähigkeit über Land. Mali hat gezeigt, dass nicht immer der Entladehafen oder -flughafen auch direkt im oder am Einsatzraum liegt. So mussten die Franzosen nach der Entladung noch Strecken von 800 bis 1.200km im Landmarsch zurücklegen. Oft standen keine Sattelschlepper zur Verfügung und Großgerät musste auf den eigenen Achsen diese Entfernung überbrücken. Hier ist ein Radfahrzeug natürlich deutlich flexibler und schneller als ein vergleichbares Kettenfahrzeug. HHK 1/2018 Wir digitalisieren Ihre Welt! IT-Dienstleister im Einsatz Materna ist einer der führenden deutschen IT-Dienstleister. Mit fast 40 Jahren Erfahrung im Bereich Systemintegration und modernen IT-Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Bereit für die digitale Transformation in der Bundeswehr? Sie möchten mehr wissen? Besuchen Sie uns bei der AFCEA am Stand F14. www.materna.de/bw


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