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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Buchrezensionen Service darüber hinaus, wie nach Abzug der US-Truppenteile die Konversion vollzogen wurde und was aus dem jeweiligen Ge- lände heute geworden ist. Das Buch ermöglicht einen quellengestützten, einmaligen, tiefgehenden Einblick in die US-Streitkräfte in der Region während und nach dem Kalten Krieg. Es ist das Ergebnis sorgfältiger, unermüdlicher Recherche und Kontakten zu ehemaligen US-Soldaten, deutschen Zivilbediensteten und regionalen Archiven/Sammlungen. Das Buch schließt eine Lücke und trägt dazu bei, die US- Stationierung in Süddeutschland zu dokumentieren, bevor Details in Vergessenheit geraten. Das Buch ist bereits das fünfte Werk militärisch regional-historischer Darstellungen des Autors in der Region der Schwäbischen Alb. Dem Bild-/Textband ist erneut ein großer Leserkreis zu wünschen. Der HHK empfiehlt ihn seinen Lesern, egal ob sie zeitgeschichtlich 121 Es handelt sich damit zweifellos um ein beachtenswertes Werk der nur wenig bekannten Unterstützung Deutschlands auf dem nahöstlichen Kriegsschauplatz: Dank der umfang- reichen Recherchearbeit und der Kompetenz des Autors ist es möglich, heute nach rund 100 Jahren diesen Teil des Ersten Weltkrieges anhand des vorliegenden Werkes nachvollziehen zu können. Es ist ein inhaltlich wie gestalterisch gelungenes Werk, das einen großen Leserkreis verdient. Ostpreußen 1944/45 – Krieg im Nordosten des Deutschen Reiches Richard Lakowski, Ostpreußen 1944/45 – Krieg im Nordosten des Deutschen Reiches, Band 15 der Reihe Zeitalter der Weltkriege, Ferdinand Schönigh Verlag, Paderborn 2016, ISBN 978 3 506 78574 9, 264 Seiten, Karten und Tabellen im Text, Abkürzungsverzeichnis, Quellen- bzw. Literaturverzeichnis und Personenregister. Ausgehend von der Region Ostpreußen als historischer Kriegsschauplatz im Laufe vergangener Jahrhunderte werden die Kämpfe um Ostpreußen seit Herbst 1944 sowohl aus der Perspektive der Angreifer als auch der Verteidiger mit ihren Wechselbeziehungen beschrieben. Dabei wird die Bedeutung der unterschiedlichen Operationen im Kampf um Ostpreußen für die Gesamtkriegführung beider Seiten herausgestellt. Führungsprobleme werden ebenso einbezogen wie Kräfteverhältnisse, Motivation, Zivilbevölkerung, Durchhaltefähigkeit und Verluste. Im Vordergrund stehen weitgehend operationsgeschichtliche Zusammenhänge, wobei die Begleiterscheinungen des totalen Krieges wie das Schicksal von Flüchtlingen, Übergriffe auf Zivilisten, Tötung von KZ-Insassen und Kriegsgefangenschaft ihrer Bedeutung einbezogen sind. Das Werk schließt eine Lücke und vertieft die Aussagen des Bandes 8 des Werkes „Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg“. Es ist eine bemerkenswerte Arbeit, welche in die Hand derjenigen gehört, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen. oder regional-historisch interessiert sind. Stand und Militär im Spätmittelalter, die militärische Macht der mitteldeutschen Städte zur Zeit der Hussitenkriege Manfred Linck, Stand und Militär im Spätmittelalter, die mili- tärische Macht der mitteldeutschen Städte zur Zeit der Hussiten- kriege, Verlag Dr. Köster, Berlin 2017, ISBN 978 3 89574 926 – 1, 175 Seiten, Broschur, Illustrationen/Tabellen im Text, Doku- mentenanhang, Quellenverzeichnis, Ortsindex. Die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts mit dem ausklingenden „Finsteren Mittelalter“ steht im Fokus dieser Studie über städti- sche militarische Potentiale und Fähigkeiten in der Region der heutigen Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Osthessen. Ausgehend von den damaligen sicherheitspolitischen Strukturen werden die militärische Organisation der Stadt, deren verteidigungsbezogene Infrastruktur, Kriegsbild und Bündnisse bzw. Abkommen analysiert. Dabei wird die Rolle der Städte als wichtiger Bestandteil der Feudalgesellschaft anhand des Vergleiches ihres Militärpotentials mit dem der benachbarten Kurfürsten, Bischöfe und Grafen veranschaulicht. Der Autor kommt unter anderem zur Erkenntnis, dass die Städte ihr militärisches Poten- tial besser ausschöpften als der ländliche Bereich. Mit der Entwicklung der Rolle des Fußvolkes wurden wesentliche Weichen- stellungen für die Streitkräfte der Neuzeit vollzogen. Eine äußerst interessante Studie, die den Leser in das Militärwesen am Ende des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit zurückführt. Es handelt sich um eine Studie basierend auf Recherchen in zahlreichen Stadtarchiven. Ergänzt werden die Aussagen durch detaillierte Tabellen, Berechnungen Übersichten und Illustrationen. Ein besonders empfehlenswertes Werk für diejenigen Leser, die sich mit der Entwicklung des Kriegsbildes, Militärgeschichte des Mittelalters und Regionalgeschichte befassen. Dem Buch ist ein breiter Leserkreis zu wünschen. Klein-Amerika, links und rechts der Donau, US Soldaten in Schwaben von 1950 bis heute Joachim Lenk, Klein-Amerika, links und rechts der Donau, US Soldaten in Schwaben von 1950 bis heute, Wiedemann, Münsingen 2017, ISBN 978 3 941 453 30 2, 256 Seiten, durchgehend illustriert, Großformat. Über vier Jahrzehnte war der Raum um Ulm/Neu Ulm Statio- nierungsgebiet der US-Streitkräfte. Der Autor stellt mit Unterstützung des Stadtarchivs Neu-Ulm die Geschichte der amerikanischen Stationierung voll umfänglich dar. Dabei geht er auf Dienst und Erleben in und um die Wiley Barracks, Ulm-Army Airfield, Flugplatz Schweighofen, Munitionsdepot bzw. Übungsgelände bei Merklingen, Training Area T-19 bei Dornstadt und den Standort Leipheim ein. Berichtet wird über Menschen, Truppenteile, Übungsvorhaben, Besuche bei US-Truppenteilen und Dienststellen, Zivil-Militärische Zu- sammenarbeit und natürlich auch die Proteste um die Nachrüstung und Pershing I-Stationierung. Der Leser erfährt HHK 1/2018


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