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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Anerkennung militärischer Luftfahrtbehörden Bundeswehr Unterzeichnung Absichtserklärung A330 MRTT. © NATO Anerkennung militärischer Luftfahrtbehörden Zusammenarbeit stärken – Synergien erschließen – Ressourcen einsparen Michael Grintz, Oberst i.G. und Referatsleiter 4a, im Luftfahrtamt der Bundeswehr sowie Björn Oeltjen, Technischer Regierungsrat und Auditteamleiter im Referat LufABw 4a Damit die Fähigkeits- und Rüstungskooperation innerhalb Europas künftig effi- zienter wird, sieht der aktuelle Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vor, militärische Fähigkeiten stärker gemeinsam zu planen, zu entwickeln, zu beschaffen und auch zu betreiben. In diesem Zusammenhang helfen nicht nur in der militärischen Luftfahrt gemeinsame Standards in der Rüstung und harmonisierte Regularien im Betrieb, knappe Ressourcen besser einzusetzen. Der Beitrag gibt einen Einblick, wie die internationale Zusammenarbeit des Luftfahrtamts der Bundeswehr und das junge Instrument der Anerkennung von Luftfahrtbehörden den Kurs verstärkter Kooperation in Europa wirkungsvoll unterstützen. Multinationale Kooperation mit erweitertem Ansatz Als ein wichtiges Gestaltungsfeld für eine zukunftsfähige Bundeswehr setzen der aktuelle Koalitionsvertrag und das Weißbuch 2016 auf verstärkte Kooperation innerhalb Europas. Es sollen ein- heitliche Designs auf Basis einheitlicher Fähigkeitsforderungen entwickelt werden. Entwicklung, Beschaffung und der Betrieb gemeinsamer Rüstungspro- gramme sollen noch konsequenter mit den Partnernationen abgestimmt werden. Dies schließt für die militärische Luftfahrt die Etablierung harmonisierter Regelwerke für Zulassung und Betrieb von Luftfahrzeugen ein. Gemeinsame Regularien verbessern nicht nur die Interoperabilität im Flotten- betrieb, sie bilden die Grundlage für das gezielte Zusammenwirken bei der Zulassung, Herstellung und Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit militärischer Luftfahrzeuge. Dies liegt ganz auf der im Juni 2017 verabschiedeten Linie der „Global Strategy“ der Europäischen Union. Sie sieht die Anwendung einheitlicher Standards für eine effektive Kooperation und bessere Nutzung knapper Ressourcen vor. Plastisches Beispiel für diesen erweiterten Ansatz der multinationalen Kooperation stellt die Beteiligung Deutschlands an der europäischen Tankerflotte dar. Gemeinsam mit den Partnerländern Niederlande, Belgien, Norwegen und Luxemburg ist die Beschaffung und der gemeinsame Betrieb von bis zu acht Luftfahrzeugen vom Typ AIRBUS A330 MRTT (Multirole Transport Tanker) in einer multinatio- nalen Tankerflotte geplant. Ebenso lässt sich die künftige Lufttransportstaffel der Luftwaffe und der französischen Luftstreitkräfte am französischen Standort Évreux, ausgestattet mit Transportflugzeugen vom Typ HERCU- LES C-130J, anführen. Verteidigungs- ministerin Dr. Ursula von der Leyen und Oberst i.G. Michael Grintz TRR Björn Oeltjen HHK 1/2018 15


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