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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Anerkennung militärischer Luftfahrtbehörden Bundeswehr und der Partnerbehörde festgestellt und in einem Auditbericht (Recognition Report) dokumentiert. Sofern eine ausreichende Validität der behördlichen Aufsichts- und Regulierungsfunktion sowie die Konformität der Leistungen und Produkte für die Nutzung im eigenen Regelungsraum festgestellt werden, empfehlen die Auditoren die Aner- kennung der Partnerbehörde. Schließlich wird das Anerkennungszertifikat (Recognition Certificate) durch die Direktoren der Luftfahrtbehörden gezeichnet; für die Bundeswehr geschieht dies durch den Amtschef LufABw. Nach Zeichnung ist es möglich, die im Anerkennungszertifikat angeführten Leistun- gen und Produkte im nationalen Regelungsraum zu nutzen. Die Nutzung der Leistungen und Produkte der Partnernation setzt voraus, dass die geltenden Vorschriften für die Zulassung und den Betrieb von Luftfahrzeugen und Luftfahrtgerät der Bundeswehr eingehalten werden. Im Anerkennungszeitraum überprüfen die Auditoren regelmäßig, ob die Voraus- setzungen für die Gültigkeit des Anerkennungszertifikats weiterhin in aus- reichendem Maße gegeben sind. Hierzu werten sie in Abstimmung mit der mili- tärischen Luftfahrtbehörde der Partnernation aktuelle Informationen über die Behördenarbeit und insbesondere mögliche Veränderungen in der Wahrnehmung der Regulierungs- und Aufsichtsaufgaben aus. Jährliches Anerkennungsprogramm Es ist zu erwarten, dass Zulassung, Herstellung und Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit militärischer Luftfahrzeuge künftig zunehmend nach dem europäischen Regelwerk EMAR (A400M, C-130J, A330 MRTT etc.) erfolgen. In gleichem Maße werden die Anzahl der Anerkennungsverfahren und die Bedeutung der Zusammenarbeit der Luftfahrtbehörden zunehmen. Zur Planung der Anerkennungsaktivitäten wird durch LufABw in Abstimmung mit den Projektleitern im BAAINBw ein jährliches Anerkennungsprogramm (Recognition Program) erstellt. Dieses bildet die Grundlage für die Koordination der Anerkennungsaktivitäten mit den Partnernationen und für die gezielte Planung der zur Durchführung der Anerkennung erforderlichen Ressourcen. Die Abbildung „Auszug Anerkennungsprogramm“ das Programm 2018 (Auszug). A400M und EUROFIGHTER – Beispiele für Synergien durch Anerkennung In einigen internationalen Programmen werden Anerkennungszertifikate bereits erfolgreich genutzt. So stützt sich Frankreich im A400M-Programm bei der Technikerausbildung auf die Aner- kennung des LufABw als Aufsichtsbehörde ab. Auf Basis dieser Anerkennung nutzt Frankreich das nach DEMAR 147 genehmigte Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (TA usbZLw) als Ausbildungsstätte für das Typentraining A400M. Seite an Seite mit Kameraden der Luftwaffe durchlaufen am Standort Wunstorf die französischen Luftfahrzeugtechniker die Ausbildung auf dem Muster A400M in englischer Sprache. Nach erfolgreicher Prüfung können die französischen Soldaten die Lehrgangszeugnisse für die Beantragung der Lizenz bei ihrer Luftfahrtbehörde vorlegen. Die gemeinsame Technikerausbildung schont Ressourcen auf beiden Seiten und schafft die Grundlage für eine ggf. spätere Zusammenarbeit im technischen Betrieb des A400M. Auch im EUROFIGHTER-Programm wird ein Anerkennungszertifikat bereits erfolgreich genutzt. Die Luftfahrtbehörden von Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien erkennen beim EUROFIGHTER gegenseitig das an ihre jeweilige nationale Industrie verge- bene Privileg zur Klassifizierung und Genehmigung geringfügiger technischer Änderungen und Reparaturverfah- ren an. Durch Vergabe von Privilegien wird die Durchführung behördlicher Ausbildungsstation A400M. © LufABw / Maik Bugenhagen Grafik: Auszug Anerkennungsprogramm 2018. © Mediendatenbank der Bundeswehr HHK 1/2018 17


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