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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

VJTF (L) 2019 unter Führung der Panzerlehrbrigade 9 NATO-EU-VN Wir müssen umdenken. Diese VJTF ist nicht vergleichbar mit einem sechs- monatigen Einsatz in Afghanistan oder bei eFP in Litauen. Wir müssen das durchhaltefähig angehen. Ich will es so formulieren: Es ist kein 5.000 Meter Lauf, sondern ein Halbmarathon! Das kann man nicht, indem man die ganze Zeit Vollgas gibt, sich sechs Monate vorbereitet, dann sechs Monate Einsatz leistet und sich dann wieder in alle Winde zerstreut. Wir haben den großen Vorteil, dass wir uns auf das Kerngeschäft, das Gefecht der verbundenen Kräfte, wofür man diese Panzerlehrbrigade ge- schaffen hat, konzentrieren können. Nach meinem Kenntnisstand sind wir die einzige Brigade des Heeres, die in diesem Zeitraum von anderen Einsatzaufträgen freigestellt ist. Das unterstreicht auch die Ernsthaftigkeit und die Bedeutung, die der Inspekteur des Heeres diesem Auftrag beimisst. Wir müssen uns ganz auf diesen Auftrag konzentrieren. Der verlangt besondere Fähigkeiten und bedarf einer ganz fokussierten Ausbildung. HHK: Bevor Sie mit Ihrer Brigade in das Gefecht eintreten, müssen sie erst einmal rasch und gesichert verlegen, auch über große Entfernungen… . Spannuth: Ja, das sind die Dinge, die wieder verstärkt geübt werden müssen. Vieles müssen wir uns wieder in Er- innerung rufen, natürlich auch anpassen unter anderen Rahmenbedingungen als früher. Das gibt es nichts Besseres als eine solche Verlegeoperation auszuprobieren und einfach zu üben. Die Planung hat schon 2016 begonnen und wird stetig fortgeschrieben. Das sind wertvolle Erkenntnisse, die wir dadurch gewinnen, insbesondere wenn es um eine schnelle Abmarschbereitschaft der Verbände geht. Es ist gut, sich vorzubereiten und sich nicht am Tag X über- raschen zu lassen. Alles andere wäre unprofessionell. Gerade diese Verlegung zur Übung Trident Juncture in Norwegen ist unter diesem Gesichtspunkt überaus wertvoll. Und das über alle militärischen Organisationsbereiche hinweg, natürlich in erster Linie für die Streitkräfte- basis. Da werden wir eine Menge Gewinn draus ziehen. Auch auf NATO -Ebene ist das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Verlegoperationen gewachsen. Das drückt sich in den jüngsten Ent- scheidungen zur Etablierung zweier neuer Kommandos aus. HHK: Worauf legen Sie besonderen Wert? Spannuth: Das sind die Menschen, die unser Großgerät bewegen, damit schießen und kämpfen müssen. Und es sind die militärischen Führer unserer Sol- Die Kommandeure der VJTF (L) 2019 bei einer Besprechung in Munster. Während der Gefechtsstandübung in Wildflecken. © Bundeswehr / Waldemar Schweikert Kampfpanzer LEOPARD 2A6 des Panzerlehrbataillons 93 bei einer Übung im Gefechtsübungszentrum im Dezember 2017. © Burghard Lindhorst datinnen und Soldaten. Am Ende des Tages ist es ihr Durchsetzungswille, der gut ausgebildete Soldat, die Kreativität und die schöpferische Kraft, die 60 oder 70 Tonnen Stahl zur Wirkung bringen. Ohne sie wäre das vollkommen wertlos. Unsere Soldatinnen und Soldaten hauchen dem Ganzen erst das Leben ein. Nur durch sie erreichen wir die Effektivität und die Effizienz, die wir brauchen. HHK: Herr General, der Hardthöhenkurier bedankt sich für das sehr aufschlussreiche Gespräch. HHK 1/2018 23


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