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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Streitkräftebasis Zur Umsetzung der politischen und strategischen Vorgaben Landes-/Bündnisverteidigung und Multinationalisierung im Rahmen von NATO und EU Die Streitkräftebasis stellt sich der signifikant geänderten sicherheitspolitischen Lage Generalleutnant Martin Richard Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis Mit den Beschlüssen des NATO-Gipfels, der europäischen Sicherheitsstrategie sowie dem Weißbuch sind im vergangenen Jahr richtungsweisende politische und strategische Vorgaben gesetzt worden, die nun schrittweise umgesetzt werden. Die Höhergewichtung von Landes- und Bündnisverteidigung fordert Deutschland als wesentlichen Träger der Bündnisverteidigung in Europa schon jetzt wesentlich stärker als in den vergangenen Jahren. Aufgrund seiner zentralen geografischen Lage im Herzen Europas wird unser Land zudem zum potentiellen Anlande- und Durchmarschgebiet für alliierte Verstärkungskräfte und damit zur strategischen Drehscheibe im rückwärtigen Einsatzraum der NATO, deren Funktionsfähigkeit für die Glaubwürdigkeit der Abschreckung des Bündnisses essenziell ist. Die daraus resultierenden Konsequenzen betreffen insbesondere die Streitkräftebasis (SKB), die darauf mit der Stärkung der territorialen Führungsfähigkeit, dem Ausbau unterstützender Fähigkeiten und einer verstärkten multinationalen Ausrichtung reagiert. Geschärftes Profil der Streitkräftebasis Mit der Aufstellung eines eigenständigen 30 militärischen Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum will das BMVg den Herausforderungen in diesem Teil des Fähigkeitsspektrums der Bundeswehr effektiver begegnen. Am 1. Juli 2017 wurden das Kommando Informationstechnik der Bundeswehr, das Kommando Strategische Aufklärung und das Zentrum für Operative Kommunikation der Bundeswehr aus der Streitkräftebasis ausgegliedert und dem Inspekteur des Cyber- und Informationsraumes unterstellt. Dies und die Ausgliederung weiterer Dienststellen, namentlich der Führungsakademie der GenLt Martin Richard Schelleis, Inspekteur der SKB © KdoSKB Bundeswehr, des Militärischen Abschirmdienstes und des Zentrums Innere Führung haben das Gesicht, nicht aber den Charakter der Streitkräftebasis als sehr vielfältig aufgestellten Organisa- tionsbereich verändert. Die Straffung des Aufgabenspektrums ermöglicht die Fokussierung auf die Rolle des Natio- nalen Territorialen Befehlshabers, den Beitrag der Streitkräftebasis für das Funktionieren der „Drehscheibe Deutsch- land“ und den Ausbau unserer unterstützenden Fähigkeiten im multinationalen Rahmen. Im Zuge der oben skizzierten Um- strukturierungen wurden auch das Kommando Feldjäger und das ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr zum 1. Juli 2017 als Fähigkeitskommandos direkt dem Inspekteur der Streitkräfte- basis unterstellt. Hierdurch wurden flachere Hierarchien geschaffen und die Wege für die Weiterentwicklung verkürzt. Nationale Territoriale Aufgaben, „Drehscheibe Deutschland“ und Multinationalisierung Die Veränderungen in der Streitkräftebasis reflektieren die gewichtigere Rolle der Bundeswehr in der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Amtshilfe, Heimatschutz und Territoriale Aufgaben rücken verstärkt in den Mittelpunkt. Mit ihren querschnittlichen Fähigkeiten und auch als Truppensteller für zentrale Führungs- und Unterstützungsleistungen Bestehende Cluster im Framework Nation Concept in Verantwortung der Streitkräftebasis. © Bundeswehr / KdoSKB HHK 1/2018


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