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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Streitkräftebasis Zur Umsetzung der politischen und strategischen Vorgaben es sich vorhandene multinationale Ansätze 32 zu vertiefen und systematisch auszubauen. Ziel ist die Weiterentwicklung der Streitkräftebasis zu einem multi- nationalisierten streitkräftegemeinsamen Unterstützungsbereich – einem „Combined Joint Support Service (CJS)“. Das Multinationale Kommando Operative Führung weist den Weg: es zeigt, wie man eine multinationalisierte Dienststelle innerhalb der deutschen Streitkräftebasis effektiv und effizient aufstellen und einsetzen kann. Die Idee des CJS: Führungs-, Koordinierungs und Unterstützungskapazitäten werden zentral und multinational für NATO und EU sowie weitere Koali- tionen nach Maßgabe der teilnehmenden Staaten bereitgestellt. Fähigkeiten, die bisher zwar multinational, aber als „Insellösung“ nebeneinanderstanden, werden in einem gemeinsamen Bereich zusammengeführt. Multinationalisierung der Logistik Neben der Zusammenarbeit im o.g. Cluster Logistik im Rahmen des FNC der NATO eröffnen sich auf logistischem Gebiet auch durch die politischen Bestrebungen zur Stärkung europäischer militärischer Fähigkeiten in der EU neue Möglichkeiten der multinationalen Zusammenarbeit. Die Streitkräftebasis macht sich für die Verknüpfung einzelner nationaler logistischer Kompetenzen zu einem gemeinsamen europäischen Logistik-Netzwerk stark. Heute zumeist noch national aufgestellte logistische operative Einheiten und Steuerungselemente sollen so miteinander verbunden werden, dass die beteiligten Partnernationen gemeinsam auf deren Arbeit zurückgreifen können. Durch dieses „Netzwerk von Logistikknoten in Europa“ kann die Bereit- stellung logistischer Leistungen effizienter erfolgen. Das Projekt genießt im Rahmen der jüngst vereinbarten dauerhaften strukturierten Zusammenarbeit der EU (PESCO) hohe Aufmerksamkeit und wird voraussichtlich schon in Kürze gebilligt werden. Ausblick Die Trendwenden Personal, Finanzen und Material zeigen erste Auswirkungen, dennoch ist die „Trendwende Unterstützung“ zum erforderlichen Ausgleich der Disbalance zwischen unterstützenden und wirkenden Fähigkeiten noch nicht spürbar. Hier muss nun personell und materiell gezielt investiert werden, um die konzeptio- nell abgeleiteten neugewichteten Aufgaben auch erfüllen zu können. Die Streitkräftebasis wird während der jetzt anstehenden Phase des Umbruchs weiterhin verlässlich ihren Beitrag zur Unterstützung der Einsätze – im Inland wie im Ausland –, der einsatzgleichen Verpflichtungen sowie im Grundbetrieb leisten. Mit der Stärkung der Rolle des Nationalen Territorialen Befehlshabers wird sie ihren Auftrag der Unterstützung von Partnernationen und die Sicherstellung des Betriebes der „Drehscheibe Deutschland“ gewährleisten. Dies betrifft vor allem den Ausbau der Nationalen Territorialen Aufgaben und des Host Nation Support. Parallel gilt es, den Ausbau der Streitkräftebasis zu einem multinationalisierten militärischen Organisationsbereich konsequent fortzuführen. Die bereits laufende Weiterentwicklung der Streitkräftebasis zu einem Combined Joint Support Service prädestiniert die SKB, eine Schlüsselrolle in der Wahrnehmung der mit der Rolle „Drehscheibe in der Mitte Europas“ verbundenen Aufgaben zu übernehmen. Insgesamt wird sich das Gesicht der Streitkräftebasis verändern, ihr Charakter bleibt aber unverändert: sie bleibt der zentrale Unterstützer für die Bundeswehr. Feldjägereinsatz im Rahmen Host Nation Support. © Bundeswehr / Bier HHK 1/2018 Modell eines europäischen Logistik-Netzwerkes. © Bundeswehr / KdoSKB


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