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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Übergabe in der Berliner Julius-Leber-Kaserne Streitkräftebasis 33 „Man ist nur eine begrenzte Zeit am Schlagzeug“ Interview mit Generalmajor Jürgen Knappe, Kommandeur Kommando Territoriale Aufgaben Susanne Lopez, Kommando Territoriale Aufgaben Generalmajor Knappe war seit Juli 2015 Kommandeur des Kommandos Territo- riale Aufgaben. Im Januar 2018 endete seine Dienstzeit in Berlin und er wechselte als Kommandeur in das Multinationale Kommando Operative Führung nach Ulm. Nach rund zweieinhalb Jahren in Berlin war es damit Zeit, Bilanz zu ziehen; obwohl er das eigentlich nicht richtig findet. Kdo TerrAufgBw: Herr General, wie fällt Ihre Bilanz als Kommandeur des Komman- dos Territoriale Aufgaben aus? Zum Abschied: Generalmajor Knappe dankt den Soldaten und zivilen Mitarbeitern für ihre Leistung. HHK 1/2018 Knappe: Ich mag es eigentlich nicht, Bilanz zu ziehen, weil das dem Thema nicht ganz gerecht wird. Bilanz bezieht sich für mich auf das Bestehen des Kommandos. Das Kommando hat sich unmittelbar nach seiner Aufstellung im Januar 2013 unter meinem Vorgänger in einem Hochwassereinsatz erstmals ausgesprochen bewährt. Dann hat es zum Auftakt meiner Führung in der Flüchtlingsunterstützung zwischen 2015 und 2016 deutschlandweit ein enormes Maß an Anerkennung bekommen. Beide Unterstützungsleistungen wurden hier im Kommando koordiniert. Aber es war nicht das Kommando, sondern es waren die Soldatinnen und Soldaten und unsere zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese Hilfeleistungen erbracht haben. Beides hat zu einem hohen Ansehen und zu großer Dankbarkeit geführt. Kdo TerrAufgBw: Aber auch die Diskussion um einen Bundeswehr-Einsatz im Innern spielte in Ihrer Amtszeit eine Rolle. Knappe: Das hat unter anderem die Stabsrahmenübung GETEX gezeigt, die wir im März letzten Jahres mit sechs Bundesländern absolviert haben, und die wir nun auf Ebene der Bundes- länder fortsetzen. Die Bundesländer sehen die Unterstützung durch die Bundeswehr im Innern nach Artikel 35, Absatz 2 des Grundgesetzes als einen Bereich an, den man unbedingt beüben muss. Das zeigt, dass unser Aufgaben- paket wichtig, akzeptiert und anerkannt ist. Kdo TerrAufgBw: Ein weiterer Bilanzpunkt ist der Host Nation Support, kurz: HNS. Das Thema war vor allem im Herbst dieses Jahres von großer Bedeutung. Knappe: Die Aufgaben in diesem Bereich sind für uns deutlich größer geworden. Auch dabei sind wir unterhalb des Kommandos Streitkräftebasis die durchführende Ebene. Grund für die wachsende Bedeutung sind die Verlege-Operationen unserer Verbündeten durch Deutschland. Sie erfordern einen enormen Koordinations- aufwand. Das geschieht durch das Kommando Territoriale Aufgaben, aber auch mit Unterstützung durch Feld- jäger und dem Logistikkommando; da- zu kommt die Nutzung von Truppenübungsplätzen für Zwischenstopps, Unterkunft und Verpflegung. Dabei entsteht ein großes Informationsbedürfnis sowohl auf Seiten der Bundesländer als auch auf Seiten der Öffentlichkeit; zumindest überall dort, wo die Truppenbewegungen sichtbar werden. Auch das gilt es gemeinsam mit den Verbündeten zu koordinieren. Host Nation Support rundet so das Bild ab, das meine Amtszeit als Komman„ Wir müssen uns in zunehmendem Maße auch um Ungediente kümmern.“ deur hier geprägt hat.


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