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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

60 Jahre Militärisches Nachrichtenwesen Cyber- und Informationsraum TPz FUCHS der EloKa mit Störungssystem gegen fernzündbare Sprengvorrichtungen. Flottendienstboot ALSTER in der Adria. organisation des ANBw außer Dienst gestellt. Mit der bereits in 2005 nach Ab- stimmung zwischen dem Bundeskanzler- amt und dem BMVg stattgefundenen Neuordnung der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst (BND) – als einzigem deutschem Auslandsnachrichtendienst – wurde ein Großteil des angestammten Personals des ZNBw in den BND überführt. Themenbereiche wie Orga- nisierte Kriminalität, Proliferation, internationaler Terrorismus oder strategische Beurteilung des militärischen Potenzials fremder Staaten wurden nunmehr gänzlich vom BND bearbeitet. Das KdoStratAufkl führte weiterhin die ihm unterstellten Fernmeldebereiche mit deren Aufklärungsabschnitten und mobilen Bataillone und griff direkt auf 37 truppendienstlichen Führung. Mit dieser zusammengefassten fachlichen Kompetenz war die Bereitstellung aktueller und zuverlässiger Informationen aus der signalerfassenden wie weltraumge- stützten abbildenden Aufklärung sicher- gestellt. Unterstellt waren nun neben den drei Fernmeldebereichen – als Regimentsäquivalent mit ihren jeweiligen Fernmeldeaufklärungsabschnitten und den Bataillonen Elektronische Kampfführung (EloKaBtl) – auch die Zentrale Unter- suchungsstelle der Bundeswehr für Tech- nische Aufklärung in Hof (ZU-Stelle- BwTA ufkl). Fachlich wurde der Komman- deur des KdoStratAufkl seinerseits direkt dem Leiter der Stabsabteilung I, Militärisches Nachrichtenwesen, im Führungsstab der Streitkräfte (Fü S) des BMVg unter- und dem ZNBw beigestellt. Beide Hierarchieebenen waren damit auch die primären Bedarfsträger für die im KdoStratAufkl erstellten Produkte. Insbesondere die dem KdoStratAufkl unterstellten mobilen Verbände der elektronischen Kampfführung waren es dann auch, die neben den Aufklärungskräften des Heeres die ersten Sensoren an den Hindukusch verlegten. Bereits im Januar 2002 waren die ersten Soldaten des damaligen Fernmelderegiments 320/EloKa, Frankenberg/Eder, als erste Anteile an der ISAF-Mission nach Kabul verlegt worden. Damit begann für diese hochspezialisierten Aufklärungskräfte wie auch für die gesamten Streitkräfte ein prägender und langwieriger Einsatz, der harte Rückschläge und auch Gefallene mit sich brachte. So hatten die Verbände in Frankenberg und Daun bei dem für den Einsatz in Afghanistan als Zäsur geltenden Selbstmordanschlag am 07. Juni 2003 gegen einen deutschen Bus auf dem Weg zum Flughafen Kabul vier Gefallene und 29 teils schwer Verwundete zu beklagen – ein Tiefpunkt für das damals noch junge KdoStrat- Aufkl und dessen Angehörige. Mit der Aufstellung des Einsatz- führungskommandos der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) im Jahr 2001 war innerhalb der Bundeswehr ein neuer zen- traler Bedarfsträger für die Erkenntnisse und Produkte aus dem Bereich des Militärischen Nachrichtenwesens aufgebaut worden. Aus dem EinsFüKdoBw werden seitdem die Einsätze im nationalen wie multinationalen Rahmen geführt. Ihm obliegen ferner die operativen Belange des „System Militärisches Nachrichtenwesen“ (SysMilNW) im Einsatz, es gleicht ab, erstellt und beurteilt die Militärische Nachrichtenlage in den jeweiligen Einsatzgebieten auf Grundlage der Berichterstattung des BND und der im eigenen Verantwortungsbereich gewonnen Informationen und Erkenntnissen, und stellte diese den Bedarfsträgern im eigenen Hause und der Bundeswehr insgesamt über das SysMilNW permanent zur Verfügung. Mehr als die Summe seiner Teile – Neuordnung des Systems MilNW Im Jahr 2007 wurde schließlich die konsequent an den Einsatzerfordernissen orientierte – und dem für die Bundeswehr im Allgemeinen angewiesenen Transformationsprozess geschuldete – Konsolidierung des Militärischen Nachrichtenwesens der Bundeswehr weiter vorangetrieben. Nach annähernd drei Jahrzehnten erfolgreichen Wirkens wurde das ZNBw als direkte Nachfolge- HHK 1/2018


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