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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Cyber- und Informationsraum 60 Jahre Militärisches Nachrichtenwesen die fachliche Basis der ZU-StelleBwT- Aufkl mit deren hochspezialisierten Personal zu. Mit diesen Kräften stellte sich das KdoStratAufkl einsatzorientiert und durchhaltefähig auf. Schließlich hatte der Beitrag des Kommandos zum Schutz der Soldatinnen und Soldaten in den Einsätzen der Bundeswehr, nicht zuletzt vor neuartigen, asymmetrischen Bedrohungen, an Bedeutung stetig hinzugewonnen. So mussten exem- plarisch die Kompetenzen Counter IED (Improvised Explosive Device) neu aufgebaut, beziehungsweise vertieft werden. Es zeigte sich jedoch, dass die zen- trale Lagebearbeitung des BND die taktischen 38 Einsatzerfordernisse der Teilstreitkräfte nicht vollständig decken konnte. Die Marine war beispielsweise zwischenzeitlich in internationale Operationen im Mittelmeer und am Horn von Afrika eingebunden, benötigte für den taktischen und operativen Bedarf ein maritimes Lagebild. Hierzu wuchs die A2-Komponente des Flotten- kommandos wieder auf und wurde mit der dezentralen Lagebearbeitung betraut, um die vorhandene mari- time Expertise vor Ort besser nutzen zu können. Auch mit Blick auf die Kräfte der in den Teilstreitkräften dislozierten Aufklärungselemente fand die konsequente Novellierung und Einsatzorientierung durchschlagend statt. So erlebte exem- plarisch das Heer mit der Aufstellung der Heeresaufklärungstruppe (HAufklTr) im Jahr 2008 als Zusammenfassung von vormalig eigenständig bestehenden Truppengattungen eine zukunftsorientierte Zäsur: In der HAufklTrp wurden die heereseigenen Fähigkeiten der Panzeraufklärer, der Fernspäh- kräfte, der Feldnachrichtenkräfte und der Kräfte zur luftgestützten abbildenden Aufklärung unter einheitlicher Führung in einer neuen Truppen- gattung zusammengefasst. Neben dem insbesondere für das Heer verfolgten Ansatz einer „Aufklärung aus einer Hand“ führte diese Maßnahme im streitkräfte- gemeinsamen Kontext speziell durch die Feldnachrichtenkräfte zu einem teilstreikraftübergreifenden Effekt, indem am Ausbildungszentrum Munster vor dem Hintergrund der Pilotfunktion des Heeres auch die Feldnachrichtenkräfte von Luftwaffe und Marine ausgebildet werden. Das Feldnachrichtenpersonal der Marine wird dann zusätzlich für den maritimen Operationsraum ausgebildet und bekommt ergänzend die Qualifikation als Nachrichtenpersonal. Hier zeigt sich im Kleinen wie durch den auch gesamthaft immer stärkeren integrativen Effekt des SysMilNW der Personalkörper für die unterschiedlichen Disziplinen des Militärischen Nachrichtenwesens auch über die Grenzen der Uniformträgerbereiche hinweg zu einem gemeinsamen Handeln und Denken führen kann. Von SAR-Lupe bis zu Computer- Netzwerkoperationen – Das SysMilNW am technologischen Puls der Zeit Neben dem Einsatz der Aufklärungssensorik in den klassischen Dimensionen Land, Wasser und Luft, wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch der Weltraum als vierte Dimension für die Informationsgewinnung durch die Bundeswehr erschlossen. Ausgangspunkt dieser Initiative war unter anderem das im Zuge des Kosovo-Konflikts erkannte eigene Defizit im Bereich der weltweit abbildenden Aufklärung, sodass die Bundeswehr bereits 2001 notwendige Rüstungsmaßnahmen zum Schließen jener Fähigkeitslücke anstieß. Im Dezember 2006 wurde der erste Satellit des Systems SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar) in den Orbit gebracht, kurz darauf standen die ersten Bilder aus der industriellen Erprobung zur Auswertung zur Verfügung. Zwei Jahre später konnte das Gesamtsystem schließlich dem KdoStratAufkl zur vollumfänglichen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Da man diese hochmoderne HHK 1/2018 Errichten der Bodenstation SAR-Lupe.


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