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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

60 Jahre Militärisches Nachrichtenwesen Cyber- und Informationsraum kommando Militärisches Nachrichtenwesen“ und wurde damit als neues, zentrales Element im SysMilNW etabliert. Zentral hierfür war die Einrichtung der Informationszentrale Militärische Nachrichtenlage (InfoZMilNLg) mit ca. 200 Dienstposten, in der die militärische Aufklärungslage für die Bundeswehr gebündelt erstellt und den Bedarfs- trägern in Truppe und im BMVg mit einem „Single Point of Contact“ zur Verfügung gestellt wird. Allerdings mussten aufgrund der inzwischen weltweit zunehmenden Zahl von Einsatzgebieten Aufträge für die Bundeswehr priorisiert und teilweise abgeschichtet werden. Hier hat zum Beispiel die Marine wegen der rein maritimen Aspekte die Lageführung am Horn von Afrika übernommen, um Kräfte des 39 Aufklärungsfähigkeit kommandoseitig bereits bei der Aufstellung des Kdo- StratAufkl berücksichtigt hatte, verlief die Integration des Systems SAR-Lupe mit dessen fünf Satelliten in das MilNW problemlos. Damit wurde der Bundeswehr für den Bereich der Aufklärung ein satellitengestützter Sensor auf Basis hochmoderner Radartechnologie zur Verfügung gestellt, der ohne geographische und hoheitsrechtliche Beschränkungen, allwetterfähig und tageszeitunabhängig Bildmaterial aus Regionen von Interesse zur Krisenfrüherkennung und deren Management lieferte. Neben dem technologischen Fortschritt ergab sich mit der Systemeinführung eine immanente Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit mit Frankreich als weiterer positiver Effekt. Da die Partnernation mit ihrem satellitengestützten Aufklärungssystem HELIOS I selbst einen optischen Sensor einsetzte, konnten die Streitkräfte beider Länder optisches sowie Radarbildmaterial komplementär für ihren jeweiligen Bedarf nutzen. Wie auch für andere Sensoren trat dabei das KdoStratAufkl nicht selbst als Bedarfsträger für die aus dem Bildmaterial zu gewinnenden Informationen auf, sondern reagierte auf Bedarfsanzeigen aus unterschiedlichsten Bereichen der Bundeswehr. Für das SysMilNW bedeutete dies einen wert- vollen Informationsgewinn, dessen hoher Nutzen für den Einsatz in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen werden konnte. Ebenso eindrucksvoll hat sich in den 2000er Jahren die Telekommunikations- und Informationstechnologie entwickelt. Neben den verbesserten Kommunika- tionsmöglichkeiten für die eigene Truppe eröffnete sich damit auch eine weitere Möglichkeit für die Aufklärung, an relevante Informationen über mögliche Gegner zu gelangen. Hierzu wurden schon Anfang 2007 die strukturellen Voraussetzungen im Stab des KdoStrat- Aufkl geschaffen und mit der Abteilung Informationsoperationen (InfoOp) und Computer-Netzwerkoperationen (CNO) der Grundstock zur Erschließung dieser zukunftweisenden Fähigkeiten für die Bundeswehr gelegt. Noch bevor also die Bereiche „Cyber“ und „Cyber Verteidigung“ zum gesellschaftlich relevanten Thema wurden, befasste sich das Sys- MilNW bereits mit dieser neuen Dimension für die Aufklärung. Das KdoStratAufkl als taktgebendes Fähigkeitskommando des Militärischen Nachrichtenwesens Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr, die zum damaligen Zeitpunkt insbesondere vor dem Hintergrund eines Abschmelzens der Truppenstärke stattfand, wurden im Jahr 2013 die Kräfte im Bereich des KdoStratAufkl neu gefasst und es fand eine weitere Reorganisation statt. Die im Bereich von Aufklärung, Nachrichtengewinnung und Informa- tionsmanagement wirkenden Elemente der Streitkräfte wurden fachlich ganzheitlich im „System Militärisches Nachrichtenwesen“ (SysMilNW) kumuliert, einschließlich der Schnittstellen zu Partnern, NATO und anderen Ressorts. Die ministerielle Verantwortung wurde in diesem Zuge innerhalb des BMVg auf den Abteilungsleiter Strategie und Einsatz mit dessen Unterabteilung MilNW übertragen (BMVg SE I). Das KdoStratAufkl erfuhr damit einhergehend die Weiterentwicklung vom „Sensorkommando“ zum „Fähigkeits- HHK 1/2018 Lagebearbeitung für die Einsatzgebiete in der Informationszentrale. TPz FUCHS CG20 im Einsatz in Afghanistan zum Schutz gegen Panzerabwehrminen und IED.


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