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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Schwerpunkt ILA Berlin Air Show 2018 zivil genutzten und den militärischen Varianten. Sie sind unbewaffnet, haben keinen ballistischen Schutz, die Art und Weise, wie diese Flotten genutzt und beansprucht werden, das ist allerdings schon enorm anspruchsvoll. Die Einsätze, die die Bundespolizei fliegt, sind ja 66 auch nicht typisch zivil. Das sind hoheitliche Aufgaben, wie zum Beispiel für FRONTEX im Mittelmeer. HHK: Auch der H145M LUH SOF wird nach Abschluss der Einsatzprüfung im zweiten Halbjahr 2018 den Spezial- kräften der Bundeswehr zur Verfügung stehen. Welche Vorhaben und Entwicklungen stehen als nächsten an? Dr. Schoder: Das LUH SOF Programm war eine echte Punktlandung. Wir haben die vereinbarten Leistungen im festgelegten Zeit- und Budgetrahmen geliefert. Bei diesem Programm kam uns nicht nur die konstruktive Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Behörden zugute. Auch die Tatsache, dass es sich bei der H145M um die militärische Version des bewährten Zivilhubschraubers H145 handelt, der 2014 erstmals ausgeliefert wurde, war ein wesentlicher Faktor. Der Ansatz, erprobte zivile Muster zu militarisieren, hat sich bewährt. Ein Hubschrauber, der in hohen Stückzahlen produziert wird und seine operationelle Robustheit bewiesen hat, sowie eine eingespielte Fertigungslinie und Versorgungskette sind wesentliche Erfolgsfaktoren für eine reibungslose Einführung bei der Truppe. Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit sind das Resultat. Wir sehen daher eine hervorragende Perspektive für die H145M, sowohl bei der Bundeswehr also auch international. Das neue, modulare Waffenmanagement- system HForce macht die H145M noch attraktiver. Ende letzten Jahres haben wir die Schießkampagne mit lasergesteuerten Lenkflugkörpern in Schweden erfolgreich abgeschlossen. Eine ursprünglich zivile Entwicklung ist auch die VSR700. Es handelt sich um ein modernes VTOL-UAV, das auf einem ausgereiften bemannten System basiert, der Cabri G2 von Hélicoptères Guimbal. Schnelle Verfügbarkeit, hohe Leistungsfähigkeit, niedrigen Kosten für An- schaffung und Betrieb sowie ein mini- maler logistischer Aufwand an Bord machen die VSR700 zu einer hocheffizienten Fähigkeitserweiterung für die Marine und perspektivisch auch für andere Teilstreitkräfte. Die VSR700 bietet Platz für eine maximale Nutzlast von 250kg, die beispielsweise für optische Aufklärungsinstrumente und Radar genutzt werden kann. Das maximale Abfluggewicht beträgt 760kg. Bei einem Verbrauch von 15 Kilo- gramm Treibstoff pro Stunde kann die Drohne mit einer Nutzlast von 100kg bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Die VSR700 eignet sich besonders für ISTAR (Intelligence Surveillance Target Acquisition and Reconnaissance) Missionen, also das Auffinden und Erkunden von Zielen innerhalb eines gegebenen Radius im Einsatz gegen Schiffe und Uboote. HHK: Währendes des letzten Bückeburger Hubschrauber-Forums wurde überraschend ein deutsches Konsortium für die herstellerunabhängige Betreuung UH-72A LAKOTA im Einsatz bei der US Army. © Airbus HHK 1/2018 Ausbildung mit Hubschrauber EC135/H135 am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg. © Luftwaffe / Johannes Heyn Einsatz von NH90 bei der VN-Mission in Mali. © Bundeswehr / Marc Tessensohn


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