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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

ILA Berlin Air Show 2018 Schwerpunkt eines zu beschaffenden Schweren Trans- porthubschraubers (STH) vorgestellt. Die Unternehmen Boeing und Sikorski bewer- ben sich mit bereits im Einsatz befindlichen Luftfahrzeugmustern. Ist die deutsche Industrie hier nicht längst zu spät? Dr. Schoder: Wie Sie sich sicher erinnern werden gab es durchaus Gespräche, eine eigne europäisch-amerikanische Initiative anzustoßen, aber alle Beteiligten sind übereingekommen, dass das im gewünschten Zeitrahmen nicht realisierbar war. Aufgrund des Beschaffungsvolumens und des voraussichtlichen Lebenszyklus des zu beschaffenden Luftfahrzeuges handelt es sich beim Programm STH um das industriell strukturierende Vorhaben für den militärischen Hubschraubersektor in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten. Letztlich geht es um die Frage, ob die Branche in Deutschland sich weiterentwickelt, oder ob sie stagniert und schließlich schrumpft. Airbus und das von uns geführte Deutsche Industrieteam STH stehen daher nach wie vor bereit, einen Beitrag zur Um- setzung des STH Programms zu leisten. Die deutsche Hubschrauber- und Ausrüstungsindustrie besitzt heute eine starke Kompetenz in der Ausrüstung und Systembetreuung von Hubschrauberwaffensystemen, auch für Muster ausländischer Hersteller. Diese wurde in Jahrzehnten gemeinsam mit der Bundeswehr aufgebaut. Kampfhubschrauber des Typs TIGER zur Unterstützung in Gao/Mali. © Bundeswehr / Marc Tessensohn Das Deutsche Industrieteam STH ist in der Lage, die Bundeswehr über alle Phasen des Lebenszyklus des ausgewählten Musters kompetent zu unterstützen – von der Beschaffung und bei gewünschten kundenspezifischen deutschen Anpassun- gen („Germanisierungen“), über die Zulassung, die Indienststellung bzw. Einführung in den operativen Betrieb, bei Betreuung und Wartung bis hin zu Modifikationen und Upgrades der zukünftigen STH-Flotte. Dies gilt auch für die aktuell präferierte Be- schaffungsart, nämlich mittels Kauflösung von einem US-Hersteller. Wie auch bei einer ausländischen Kauflösung eine durchaus faire Chancenverteilung aufgesetzt werden kann, zeigen zwei Programme, die UH-72A LAKOTA in den USA und die CH-53G in Deutschland. In beiden Fällen hat sich der jeweilige Kunde für ein ausländisches Muster entschieden, die Betreuung aber in die Hände der einheimischen Industrie gelegt. Die US Army betreibt heute über 400 LAKOTA s von Airbus, die von Sikorsky gewartet werden. Wir wiederum sind von der Bundeswehr mit der Vielseitige Nutzung bei Heer, Luft und Marine Hydraulik, Elektrik, Stickstoff, Druckluft, Flutlicht www.suntestsystems.com


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