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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Schwerpunkt ILA Berlin Air Show 2018 Betreuung der CH-53 von Sikorsky beauftragt. Endmontage der deutschen NH90 SEA LION in Donauwörth. © Airbus Helicopters / Christian Keller 68 Eine solche getrennte Beauftragung ist also ein gängiger und sinnvoller Weg. HHK: Können Sie uns abschließend noch einen Ausblick über künftige Vor- haben geben und wie stark sehen Sie den Standort Donauwörth? Dr. Schoder: Der Standort Donauwörth hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Dies ist sicher auch eine Folge davon, dass wir mit unseren beiden wich- tigsten kommerziellen Programmen H135 und H145 am Markt gut ankommen. Wir entwickeln in Donauwörth auch neue Systeme und haben innovative Technologien, die wir betreiben. Mit anderen Worten, wir sehen recht positiv in die Zukunft. So arbeiten wir zum Beispiel an dem Projekt CityAirbus. Das ist ein autonom fliegendes, senkrecht startendes und landendes batteriebetriebenes Elektroluftfahrzeug für den Passagiertransport im städtischen Luftverkehr. CityAirbus ist für die schnelle, kostengünstige und umweltverträgliche Beförderung von bis zu vier Fluggästen in verkehrsreichen Städten ausgelegt. Was uns ein bisschen Sorge bereitet um den Standort Donauwörth, das ist die Auftragslage aus dem militärischen Bereich. Hier hängen wir natürlich ganz stark von den Entscheidungen des deutschen Kunden ab. Im Juni werden wir den letzten UH TIGER in Donauwörth vom Band laufen sehen und dann ist die TIGER-Serienfertigung beendet. Wir werden den NH90 noch zwei bis drei Jahre, oder vielleicht etwas länger hier am Standort sehen, aber dann wäre mit Abschluss SEA LION, wenn kein weiterer Auftrag kommt, auch die Fertigung NH90 beendet. Dies bedeutet dann zunächst einmal das Ende der Militärhubschrauberproduktion in Donauwörth. Unsere Hoffnung ist, dass wir mittelfristig gerade im militärischen Bereich neue Aufträge akquirieren können und das wäre für den Standort Donauwörth existenziell wichtig. Zum Schluss möchte ich gerne betonen, dass die Verfügbarkeit von Waffen- systemen bei der Bundeswehr ein Thema ist, das wir – Bundeswehr und Industrie – nur gemeinsam durch eine enge Zu- sammenarbeit lösen können. Dazu müssen wir auch bereit sein und neue Wege beschreiten. Die neuen Hubschrauber UH TIGER und NH90 sind komplexe Waffen- systeme und hier sollten wir bei der War- tung und Instandsetzung sowie im Rahmen der Logistik zur Ersatzteilversorgung intensiv zusammenarbeiten und bereit sein, unkonventionelle neue Verfahren zu etablieren. Nur dann werden wir gemein- sam erfolgreich sein und die Verfügbarkeit der für die Bundeswehr so wichtigen Hubschraubersysteme deutlich erhöhen können. Andere Nationen zeigen, dass das möglich ist und ich sehe keinen Grund, warum wir das in Deutschland nicht genauso erreichen können. HHK: Herr Dr. Schoder, vielen Dank für dieses sehr informative Gespräch. HHK 1/2018 Der zweite Prototyp des SEA LION absolvierte am 24. November 2017 über dem Donauwörther Werksgelände seinen Premierenflug. © Airbus Helicopters / Christian Keller Die VSR700 ist ein VTOL-UAV und stellt eine hocheffiziente Fähigkeitserweiterung für die Marine dar. © HHK / JRosenthal


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