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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Heer Stabsgebäude Camp Castor. © NL DOD Aufbau durch NL Heer. © NL MOD 76 Sachstand zur Einsatzinfrastruktur am Beispiel Camp Castor der über fünfzig beteiligten Nationen, sowie das Camp Castor, ein französisches, chinesisches und malisches Camp. Der Flughafen Gao wird zurzeit saniert und nach derzeitigen Planungen danach Transportflugzeuge bis zum Typ IL-76 aufnehmen können. Camp Castor Im Rahmen der Aufstellung der MINUSMA- Kräfte entstand das Feldlager 2013-2014 auf einer nicht genutzten Fläche am Flughafen Gao, etwa 5km ostwärts des Niger und der Wabaria-Brücke an der Nationalstraße 15. Das Camp umfasste ursprünglich ein Areal von ca. 130.000 Quadratmetern. Heute ist es etwa auf das Dreifache der ursprünglichen Größe, auf 40ha, angewachsen. Erbaut wurde Camp Castor von der 102. Pionierkompanie des niederländischen Heeres, deren Wappentier ein „Biber“ ist. Castor ist die französische Übersetzung von Biber, daher stammt der Name. Camp Castor wurde bis November 2017 von der niederländischen Armee betrieben. Im Jahre 2016 wurde das Camp durch eine Fotoausstellung im niederländischen Pavillon der Biennale in Venedig als Beispiel für die Infrastruktur von VN- Friedenstruppen international gewürdigt. Genutzt wurde und wird das Camp von deutschen, niederländischen, belgischen, schweizerischen, tschechischen, estnischen, lettischen und litauischen Kräften. Ein Denkmal im Camp erinnert an den tragischen Flugunfall eines Unterstützungshubschraubers UH TIGER der Bundeswehr im letzten Jahr. Rolle und Aufgabe Das Camp Castor ist eine von mehreren VN-Basen in Mali. Als Basis im Einsatz dient es Heeresfliegerkräften als Stützpunkt für Transport- und Rettungsflüge (MEDEVAC). Für die Aufklärungskräfte der Bundeswehr und der Verbündeten ist es die Basis, von der aus unterschiedliche Sensoren eingesetzt werden, aufgeklärt sowie patrouilliert wird und wo eine Erstauswertung der Aufklärungsergebnisse stattfindet. Von hier aus wird das System Heron eingesetzt. Grundlagen zur Unterbringung im Einsatz (UiE) Im Einsatz wird zwischen beweglicher und stationärer Unterbringung unterschieden. Bewegliche Unterbringung im Einsatz erfolgt mit Mitteln der Truppe wie Fahrzeugen und Zelten, ggf. unter Nutzung vorhandener Infrastruktur. Zur stationären Unterbringung zählen Feldlager und Einsatzinfrastruktur. Die Unterbringung in einem Feldlager (FLgr) erfolgt mit militärischem Feld- lagermaterial. Dies schließt die Nutzung vorhandener Einrichtungen und Infrastruktur bzw. Schaffung neuer Infrastruk- tur in geringem Umfang ein. Für den Betrieb von FLgr sind die SpezPiKr der mobilen Logistiktruppen der SKB zustän- dig. Sie erkunden, planen, bauen FLgr auf bzw. zurück und betreiben sie. Bei langfristigen Einsätzen wird als Folge- lösung auf Basis der grundsätzlichen mili- tärischen Infrastrukturforderungen für den Einsatz (GMIF-Einsatz) Einsatzinfra- struktur durch den Organisationsbereich IUD bereitgestellt. Hierbei handelt es sich in der Regel um eine auf den Einzelfall zugeschnittene bauliche Lösung, die auf einen wirtschaftlichen und Ressourcenschonenden Betrieb ausgelegt ist. IUD betreibt mit Kräften des BAIUDBw bzw. dessen nachgeordneten Bereich diese Einsatzinfrastruktur. Komponenten Das Camp beherbergt eine umfäng- liche Einsatzversorgungsinfrastruktur wie einen Sanitätsbereich mit „Beweglichen Arzt Trupp“ (BAT ), Unterbringungs, Verpflegungs-, Betreuungs-, HHK 1/2018 Versorgungspunkt für das Kontingent. © Bundeswehr


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