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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Heer Energieversorgung, übernommene Generatoren vom Vornutzer. © Bundeswehr 78 Sachstand zur Einsatzinfrastruktur am Beispiel Camp Castor Wartungs-, Lagerungs- und Betriebseinrichtungen. Ein Teil der Kräfte nutzt das Camp zur Erfüllung von Aufträgen außerhalb der Einrichtung. Der nicht- mobile Teil der Truppe stellt den Betrieb sowohl stationärer Fähigkeiten als auch den Eigenbetrieb wie Führungsunterstützung, Sicherung, personelle und materielle Versorgung, Transport, Betreu- ung, Fürsorge und Lagerbetrieb sicher. Camp Castor besteht aus verschiedenen Infrastrukturteilen. Diese umfassen Gebäude, verschiedenartige Spezialcontainer, Mehrzweckzelte, Hangars für Luftfahrzeuge, Run- und Taxiways, Brunnen, Abstellplätze, Lagerorte, Schutz- und Sicherungseinrichtungen. Sensible Bereiche sind durch einen besonderen Sicherheitsbereich (Perimeter) geschützt. Das Camp bietet insgesamt Unterbringungskapazitäten in baulich geschützten Unterkunftscontainern. Grundlagen Camp Castor wurde mit Material der niederländischen Streitkräfte erbaut. Er- gänzend sind dazu Feldlagermaterial und Infrastrukturanteile der Bundeswehr hinzugekommen. Durch Spezialpioniere des KdoSKB wird derzeit der Betrieb sichergestellt und der weitere Ausbau unterstützt. Der OrgBereich IUD verfügt vor Ort über eine Zelle Baukoordination, um den Ausbau des Camps zu gewährleisten. In der Übergangsphase in 2017 wurde die Übernahme des Camps durch ein NLD-DEU „Combined Joint Support Detachment“ koordiniert. Grundlage für die Übernahme der Verantwortung ist ein Technical Arrangement (TA ), das sich in der Schlusszeichnung zwischen den Verteidigungsministerien des Königreiches Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland befindet und die gegenseitige Unterstützung bei Operationen im Rahmen von MINUSMA regelt. Die Bundesrepublik Deutschland ist Rahmennation für die aus anderen Nationen stammenden und im Camp untergebrachten Kräfte. Die für das Camp vom deutschen Feldlagerkomman- danten (Camp Commander) erlassenen Verhaltens- und Nutzungsregeln gelten für alle Nutzernationen. Der Einsatz von Kräften in bzw. im Raum um Gao sowie in Mali und Niger erfolgt auf der Basis von „Status of Forces Agreements“, die mit Bezug auf VN-Mandate mit den jeweiligen Regierungen abgeschlossen wurden. Betrieb und Betriebstechnik Camp Castor kann hinsichtlich seiner Kapazitäten zur Versorgung mit einer funktionsfähigen Kleinstadt verglichen werden. Anstelle des Bürgermeisters gibt es einen Dienstältesten Offizier (DDO), der in Personalunion vom Kontingentführer oder seinem Stellvertreter wahrgenommen wird. Dem untersteht der Führer der SpezPiKr, welcher als Feldlagerkommandant (Betriebsleiter) handelt. Er weist der nutzenden Truppe die erforderlichen Teilbereiche wie Lagerräume, Instandsetzungsbereiche, Arbeitsbereiche, Abstellplätze, Büroarbeitsflächen, Bereiche zur Gesundheitsversorgung (SanBereich), Unterkünfte und Speisesäle sowie Betreuungseinrichtungen/ Gemeinschaftsräume zu. Die Versorgung mit Wasser bzw. Entsorgung umfasst Wassergewinnung/ -aufbereitung, Abwasserbehandlung und Energiebereitstellung. Die elektrische Energieversorgung stützt sich auf Dieselgeneratoren und Fotovoltaik-Anlagen ab. Deren Wartung erfolgt teils durch SpezPiKr, teils durch die Hersteller- bzw. Lieferfirmen. Die Wasserversorgung stützt sich auf Brunnen im Camp ab. Das geförderte Rohwasser wird durch einen externen Auftragnehmer aufbereitet. Hierzu gehört auch die Reinigung des Abwassers. Unter deutscher Leitung wird derzeit der Bau zusätzlicher Brunnen durchgeführt. Die Abfallentsorgung wird durch die VN sichergestellt. Weitere Drittleistungen, die vom nieder- ländischen Kontingent bis zur Über- nahme durch DEU vertraglich gebunden wurden, sind der Betrieb der Ver- pflegungseinrichtung, die Wartung von Haustechnik und Großzeltkonstruk- tionen sowie Gebäudereinigung bzw. Wäschereibetrieb durch zivile Kräfte. Für die Fortführung der Medienversorgung und Dienstleistungen zum Betrieb laufen derzeit Ausschreibungen unter deutscher Federführung. Überprüfungen von Hygiene, Sauberkeit und Brandschutz in Bereichen, wie unter anderem in Sanitäranlagen, Küchen und Lagerräumen, werden periodisch durch Veterinäre der Bundeswehr durchgeführt. Schutz Der Schutz des Camps erfolgt durch Kräfte der Objektschutzkompanie in Form von motorisierten und abgesessenen Streifen in und außerhalb des Lagers. Hierzu gehört die Überwachung der Ein- und Ausflugszonen. Die Sicherungsaufgaben HHK 1/2018 Blick in den Speisesaal und Essensausgabe. © Bundeswehr


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