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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Seefernaufklärer P-3C „Orion“ in der Flugzeugwerft Marine Die Flugzeugwerft der Marineflieger in Nordholz. Elektriker die Generatoren und erneuern diese bei Bedarf. Auf dem hauseigenen Teststand setzt das Fachpersonal die Generatoren großen Belastungstests aus und notiert ihre Ergebnisse in Prüfproto- kollen. „Ein großer Vorteil, da wir vor Ort gezielt auf Fehlersuche gehen und diese bei Bedarf selbst beheben“, erklärt Fried- hoff während einer Überprüfungsphase. Sind alle Inspektionen erfolgreich abgeschlossen und die gefundenen Mängel be- seitigt, erhält das Flugzeug die Freigabe für den Flugbetrieb. Sollten keine größeren Probleme auftreten, kann die „Orion“ für die nächsten zwölf Monate ohne eine größere Inspektion in den Himmel starten. Abbildungen © Bundeswehr, PIZ Marine / Sascha Jonack schließend der Maler. Grün steht für die Beschädigung von Nähten und Abdichtungen. Gelb markiert Schäden an Aufklebern von denen eine P-3C „Orion“ nicht wenige hat. Die roten Klebestreifen zeigen Korrosion an, was ein sehr ernst zu nehmendes Problem am Seeflugzeugen darstellt. Das Team behebt diese dementsprechend umgehend. Orange Streifen werden überall dort verwendet, wo augenscheinlich ein Fehler vorliegt, der keiner der anderen Kategorien zugeordnet werden kann“, erklärt Begutachter Buchholz. „Anschließend kommen die Maler und die Spezialisten aus der Metallerwerkstatt. Sie begutachten die Funde und entscheiden über das weitere Vorgehen“, erklärt Hans-Dieter Höpke, Facharbeiter in der militärischen Luftfahrzeuginstandhaltung. Black Box – der kluge Kasten Der Flugdatenschreiber, die sogenannte Black Box, steht mit auf dem Überprüfungsprotokoll. Hier müssen die Avioniker tätig werden. Die Black Box ist ein kleiner Kasten: Knallorange und so groß wie ein Schuhkarton. Sie ist quasi das „Gehirn“ eines Flugzeugs. Sie zeichnet alle flugrelevanten Daten auf, sodass bei einem Unglück die Abläufe rekonstruiert werden können. „Auch sie kann sich vor der Inspektion nicht drücken und muss auf Herz und Nieren geprüft werden“, erklärt Hauptbootsmann Kevin Maihöfer. Als Avioniker kontrolliert er die Haltbarkeit der Batterien. „Die Batterien der Flugschreiber sind so beschaffen, dass die Geräte bis zu fünf Wochen nach einem Unglück akustische Signale aussenden können. Bei der Inspektion wird das akustische Signal überprüft“, erklärt Maihöfer. Ist der Funktionstest überstanden, bauen die Avioniker die kleine Box wieder ein. Ein altes Sprichwort sagt: „Viele Köche verderben den Brei.“ Damit bei einer länger andauernden Instandhaltungsmaß- nahme kein Chaos entsteht, gibt es für komplexe Instandhaltungsabläufe Netzpläne und Arbeitsfolgepläne. In diesen Ablaufplänen sind alle Arbeitsschritte detailliert und in der richtigen Reihenfolge aufgeführt. Nacheinander werden sie abgearbeitet. Mit ihren Unterschriften bestätigen die Mechaniker und Meister gegenüber dem Prüfer, dass sie alle Ar- beitsschritte ordnungsgemäß ausgeführt haben. So geht am Ende nichts verloren. Ohne Strom läuft nichts Kilometerlange Kabelbäume ziehen sich wie Geäst durch das gesamte Flugzeug. Sie liefern den erforderlichen Strom zum Endverbraucher oder übertragen Daten und Signale. „Ohne Strom, aus die Maus“, so fasst es der Techniker Thomas Friedhoff zusammen. Insgesamt hat der Seefernauf- klärer vier Generatoren verbaut, die die gesamte Stromerzeugung gewährleisten. „Sie sind kleine „Stromkraftwerke“, die letztlich dafür sorgen, dass genügend Saft dort ankommt, wo er benötigt wird“, erklärt er. Da in einem modernen Aufklärungsflugzeug nichts ohne Strom funktioniert, finden sich im gesamten Luftfahrzeug unzählige Stecker, Sensoren und Klemmleisten. Die Elektriker überprüfen während der Dockphase alle Verschleißteile der elektrischen Anlage und prüfen diese auf ordnungsgemäße Funktion. Verschleißteile wechseln sie aus, kleinere Schäden reparieren sie sofort am Luftfahrzeug oder in der Werkstatt. Außerdem messen die 83 HHK 1/2018 Ausgerüstet mit Taschenlampe und bunten Klebestreifen wird die Außenhaut nach Beschädigungen abgesucht. Auch die Batterie der orangefarbenen „Blackbox“ wird genauestens untersucht und durch- gemessen.


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