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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Sanitätsdienst 84 Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr Maßnahmen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zur Einsatzvorbereitung von Soldatinnen und Soldaten Fit für den Einsatz? Mit einem zielgerichteten Test können körperliche Leistungsdefizite identifiziert, bewertet und die Leistungsfähigkeit trainiert werden Uwe Henning, Sanitätsdienst der Bundeswehr Sehr anstrengend, aber eine rundum gelungene Sache, beschreiben die Teilnehmenden des Soldaten-Grundfitness- Tool – kurz SGT - ihre Erfahrungen mit dem Test. Oberfeldarzt Dr. Ulrich Rohde vom Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr entwickelte seit 2011 gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München dieses „Monitoring- Tool“. „Das Produkt ist einzigartig und serienreif“, gibt sich Rohde selbstbewusst. Das SGT soll, aufbauend auf den seit 2010 eingeführten Basis-Fitness- Test (BFT), die Soldaten-Grundfitness überprüfen. „Im Gegensatz zum BFT kann der Soldat beim SGT nicht durchfallen“, so der 50-Jährige. Mit dem einsatzorientierten Test können individuelle Leistungsdefi- zite identifiziert werden. Insgesamt vier Aufgaben gilt es nacheinander zu bewältigen. Im Gegensatz zum BFT wird der SGT in Uniform, Ballistischer Weste Schutzklasse IV, Gefechtshelm und Hand- schuhen absolviert. Am Ende können anhand eines „Ampelsystems“ die Leistungen in den Kategorien „Grün“, „Gelb“ und „Rot“ eingeordnet werden. Praxistauglichkeit bewiesen Rohde ist besonders stolz darauf, dass es gelungen ist, ein Überprüfungsinstrument mit festen, quantifizierbaren Kontrollkriterien für die Ebene „Soldaten- Grundfitness“ zu entwickeln, das bislang nicht existierte. Es wurde, basierend auf Tätigkeitsanalysen der Einsatzvorbereitenden Ausbildung, abgeleitet und erfüllt die wissenschaftlichen Testgütekriterien. Er ist überzeugt, dass der SGT nach zahlreichen Durchläufen in verschiedenen Truppenteilen seine Praxis- tauglichkeit bewiesen hat. Großer Wert wurde dabei auf die Praktikabilität gelegt. Der Test muss überall durchführbar sein, wenig Zeit und Geld kosten. „Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen“, gibt sich Rohde überzeugt. Das SGT Testhandbuch ermöglicht die Soldaten-Grundfitness zu überprüfen und hilft beim zielgerichteten Training. © Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr Wichtiges Steuerungsinstrument Bislang ist der SGT lediglich eine Fußnote in der Zentralvorschrift mit dem sperrigen Namen A 1-224/0-1. Doch andere Streitkräfte haben das Potential des Tests bereits für sich entdeckt. So habe das Österreichische Bundesheer den Test bereits implementiert. Für alle angehenden Kadersoldaten (Zeitsoldaten) ist er eine entscheidende Hürde auf ihrem Weg zum Unteroffizier oder Offizier. „Für unsere Nachbarn ist der Test aber auch ein wichtiges Steuerungselement für die Personalführung. Denn anhand der Ergebnisse kann der Soldat nach seiner körperlichen und mentalen Eignung eingesetzt werden.“ Nachfrage aus der Truppe Da der SGT im Gegensatz zum BFT momen- tan nicht verpflichtend ist, lebt dieser bis- her von einer gewissen „Fan-Basis“. „Auf- grund der Nachfrage aus der Truppe haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten vor Ort in das SGT eingewiesen und Handlungs- anweisungen zur Verfügung gestellt. Der 50 Kilogramm schwere Sack kann unter Einsatzbedingungen auch ein verletzter Kamerad sein. HHK 1/2018


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