Page 85

Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr Mit Gefechtshelm, Splitterschutzweste und Handschuhen geht es zum Start. Das Tragen von schweren Lasten, wie Munitionskisten im Einsatz als auch bei Übungen, ist nicht unrealistisch. In dieser ist das SGT leicht und nachvollziehbar beschrieben, sodass es standardisiert durchgeführt werden kann und die Ergebnisse interpretiert werden können.“ Aber auch die Sportschule der Bundeswehr bildet das SGT im Rahmen des Lehrgangs „Ausbilder für Military Fitness“ aus. Ein sogenannter „MilFit- Satz“ für die praktische Durchführung soll die gängigen Sportausstattungssätze ergänzen. Mit den Leitenden Sport- lehrern wird zukünftig eine weitere Gruppe als Ausbilder und Multiplika- toren gewonnen. Hintergrund In der einsatzvorbereitenden Ausbildung obliegt es der Fürsorge und dem subjektiven Ermessen der Vorgesetzten, den Stand der körperlichen Leistungsfähigkeit der unterstellten Soldatinnen und Soldaten zu bewerten und nach eigenen Vorgaben auszubilden. Die einzig obligate körperliche Voraussetzung für die Teilnahme am Auslandseinsatz ist ein positives Urteil der gesundheitsorientierten Begutachtung (BA 90/5) auf Auslandsdienstverwendungs und/oder Tropendienstverwendungsfähigkeit. Mit der Einführung des SGTs würde der Vorgesetzte ein weiteres Instrument erhalten, die körperliche Einsatzfähigkeit zu messen und zielgerichtet zu trainieren. Kurzvorstellung des Soldaten-Grundfitness-Tools (SGT) Die Module A bis D bilden modellhaft die körperlichen Anforderungen einsatzrelevanter, allgemeinmilitärischer Tätigkeiten ab. Modul A „Bewegen im Gelände“ Abbildung der motorischen Beanspru- chungsform Schnelligkeit mit mehrfachen Richtungs- und Geschwindigkeitsände- rungen sowie Lageänderungen mit vor- nehmlicher Beanspruchung der anaeroben Energiebereitstellung, wie zum Beispiel beim Feuerkampf; die Gesamtdistanz be- trägt circa 130m, davon sind 10m in der tiefen Gangart Gleiten zurückzulegen. Modul B „Ziehen von Lasten“ Abbildung der motorischen Beanspruchungsform Kraft/Kraftausdauer mit Ziehen einer Last, wie zum Beispiel beim Retten eines Verwundeten in die nächste Deckung; das Gewicht des simulierten Ver- wundeten mit Ausrüstung ist mit 100 kg festgesetzt. Da die Aufgabe in Tätigkeitsanalysen in der Regel im Zweier- Team beobachtet wurde, beträgt die individuelle Belastung des Moduls 50 kg. Die Distanz ist auf 40 m festgelegt. Sanitätsdienst Modul C „Tragen von Lasten“ Abbildung der motorischen Beanspruchungsform Kraftausdauer mit Heben und Tragen einer Last über größere Distanzen (100m), wie zum Beispiel: beim Krankentragetransport im Team; die manuell zu transportierende Last beträgt zweimal 18kg über eine Distanz von 100m. Modul D „Heben und Ablegen von Lasten“ Abbildung der motorischen Beanspruchungsform Kraft/Kraftausdauer mit wiederholtem Heben einer schweren Last auf eine erhöhte Ablagefläche, wie zum Beispiel beim Heben eines Verwundeten (100kg) in ein Fahrzeug; die Höhe der Ab- lagefläche von 1,25m leitet sich dabei von der gemittelten Ladekantenhöhe der be- obachteten Einsatzfahrzeuge ab. Die zu hebende Last ist auf 24kg festgelegt. © Bundeswehr / Michael Bock 85 (sind dem SGT Testhandbuch entnommen). HHK 1/2018 Zum Schluss noch viermal den 24 Kilogramm schweren Kanister heben und auf die 125cm hohe Transportkiste ablegen. Auf Tuchfühlung mit schuppigen Kameraden Hauptmann Thorben Pfeifer, Sanitätsdienst der Bundeswehr Fünf Angehörige des Sanitätsdienstes der Bundeswehr gehen einsatzvorbereitend in München auf Tuchfühlung mit sogenannten Gefahrtieren und erlernen den sicheren Umgang mit ihnen. Ein Auslandseinsatz beginnt nicht erst mit der Ankunft im Einsatzland. Einsatzvorbereitende Lehrgänge, Überprüfung des Gesundheitsstatus, Erledigung von Laufzettelbögen – erfahrene Soldatinnen und Soldaten kennen diese Routineprozedur. Alles andere als Routine war die spannungsgeladene Schulung von fünf Angehörigen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr im Umgang mit giftigen Schlangen – auch eine Form der Einsatzvorbereitung. Felix ist auf der Suche. Mit einem golfschlägerähnlichen und am unteren Ende Hochaufgerichtet: Die Brillenkobra ist hochgiftig.


Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above