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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Sanitätsdienst Ausbildung: Auf Tuchfühlung mit einer giftigen Monokelkobra. Eine Monokelkobra wird fachgerecht eingefangen und sicher verwahrt. 86 Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr HHK 1/2018 U-förmig gebogenen Metallstab durchkämmt er vorsichtig einen Laubhaufen. Dann endlich! Direkt vor ihm, zwischen den Ahornblättern, taucht das Objekt der Begierde auf: der massig weiße Körper einer Monokelkobra. Er dirigiert das Tier mit dem Metallstab – einem Schlangenhaken – aus dem trockenen Laub. Er ergreift das hintere Ende der Giftschlange, lässt den Kopf über den Haken gleiten und bugsiert die Kobra geschickt in den Auffangbehälter. Pit macht den Deckel drauf. Fertig. Unwissenheit schützt vor Schlangenbissen nicht Dieses Szenario spielt sich nicht im mali- schen Koulikoro ab. Wir befinden uns auf dem Hinterhof der Reptilienauffangsta- tion in München. Felix, Pit und drei weitere Kameraden nehmen gerade an einer Gefahrtierschulung teil. Damit ist die Schulung im Umgang mit potentiell ge- fährlichen Tieren, vor allem Giftschlangen, im Einsatz gemeint. Dr. Markus Baur ist Fachtierarzt für Reptilien und leitet die Schulung: „Wir wollen nicht, dass sich die Soldatinnen und Soldaten im Einsatzland aus Unwissenheit verletzen oder die Tiere unnötigerweise töten. Daher bieten wir diese Schulungen an“, erklärt er. Wie beim Schießen: Zunächst wird trocken geübt Der erste Schritt: Die Handhabung der Hilfsmittel, um eine Schlange fachgerecht einzufangen. Im Mittelpunkt dabei: der Schlangenhaken. Damit versuchen Caroline und Elisabeth nun eine Schlangenattrappe aus Stoff vom rutschigen Vinylboden des Unterrichtsraums aufzunehmen. Dr. Markus Baur beobachtet das Übungsgeschehen: „Hier geht es darum, eine gewisse Feinmotorik in den Schlangenhaken zu bekommen, um die Tiere nicht unnötig zu reizen. Ich muss dabei neutral bleiben, um der Schlange keinen Anlass zu geben, mich verletzen zu wollen.“ Lässt den Adrenalinspiegel steigen: die Kobra Wie wichtig neutrales Auftreten im Angesicht einer potentiell gefährlichen Schlange ist, erfahren Caroline und Co. wenig später dann im Hinterhof: Kupferkopfotter, Klapperschlange, Monokelkobra, Mangroven-Nachtbaumnatter. Dr. Baur und seine Mitarbeiter fördern eine Giftschlange nach der anderen aus den Aufbewahrungsboxen zu Tage. Besonders die aggressiv fauchenden und den Nacken- schild bedrohlich spreizenden Kobras machen den Kameraden zu schaffen. „Ein sehr gewöhnungsbedürftiges Tier. Nicht nachahmen: Dr. Markus Baur ist Fachtierarzt für Reptilien. Die Schlange wird mit viel Respekt in sichere Verwahrung gebracht. Der Schlangenhaken in Angriffsposition.


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