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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr Der Adrenalinspiegel ist bei mir weit oben“, gibt Felix unumwunden zu. Jede Schlange ist gefährlich! Die Belohnung: Ein Zertifikat und die Erfahrung im Umgang mit giftigen Reptilien. Für das Verhalten beim Auffinden einer Schlange – zum Beispiel im Feldlager – hat Dr. Baur folgende Tipps: „Jede Schlange ist grundsätzlich als gefährlich einzustufen. Nicht mit dem Smartphone fotografieren, und bloß nicht versuchen den Helden zu spielen, und das Tier einzufangen. Am besten die Schlange und deren Aussehen dem zuständigen Veterinär melden.“ Sanitätsdienst Ausbildungssteilnehmerin Caroline resü- miert: „Ich habe immer noch großen Res- pekt vor Schlangen. Wenn ich jedoch im Einsatzland mit solchen Tieren konfrontiert- sein sollte, bin ich mir nun bewusst, wie ich damit umgehen soll.“ Dr. Markus Baur nickt zufrieden. Schulungsziel erreicht. Intelligente Vorbeugung im Kampf gegen Malaria, Dengue- und Lassafieber Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann und Stabsfeldwebel Uli Reinecke, Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr, Medizinische Aufklärung 87 Abbildungen © Bundeswehr Infektionskrankheiten wie Denguefieber, Cholera, Tuberkulose oder Lassafieber, sind eine Gefahrenquelle für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Auslandseinsätzen rund um den Globus. Damit aus einer Gefahrenquelle keine Gefahr wird, stehen die Gesundheitsexperten HHK 1/2018 von Medical Intelligence and Information „und“ Surveillance (MedInt) der Truppe mit Rat und Tat zur Seite. „In den weltweiten Einsatzgebieten der Bundeswehr bergen Infektionskrankheiten und Seuchen großes Gefahrenpotential für unsere eingesetzte Truppe. Die „Medizinische Einsatzaufklärung“ im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr wirkt dem entgegen“, sagt Oberstveterinär Dr. Katalyn Roßmann von MedInt. Gesundheitsprävention: Gut vorbereitet im Einsatz Die Gesundheitsexperten der Abteilung MedInt in München sammeln alle Daten über relevante Infektionskrankheiten, Umweltrisiken und medizinischen Versorgungseinrichtungen weltweit. Diese Daten werden – üblicherweise aus offenen Quellen stammend – analysiert, mit beweisgestützten Empfehlungen zum vorbeugenden Gesundheitsschutz für die Truppe versehen. Medizinische Einsatzaufklärung ist Grundvoraussetzung für die Minimierung von Gesundheitsrisiken deutscher Soldaten im Einsatz: „Unsere maßgeschneiderten Analysen bilden die aktu- elle, medizinische und infektionsepidemiologische (Wissenschaft von Infek- tionskrankheiten) Lage für das jeweilige Einsatzland der Bundeswehr ab. MedInt Infektionsüberträger: Eine weibliche Stechmücke unter dem Mikroskop. ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil jeglicher Einsatzplanung – wie Durchführung“, erläutert Dr. Roßmann. Medical Intelligence and Information (M2I) kontra Massenepidemien Humanmediziner, Veterinäre, Entomologen (Insektenkundler), Ethnologen (Völkerkundler), Gesundheitsaufseher und Medizininformatiker, erstellen im gemeinsamen Analyseprozess „MedInt- Produkte“. Detaillierte Beschreibungen relevanter Krankheitserreger, deren Überträger, Symptome bei Infektion, spezifische Einschätzungen zur Gesundheitsgefährdung der Truppe. Darin enthalten sind letztlich Prophylaxe-Maßnahmen und Therapiehinweise bis hin zur Diagnosestellung, Saisonale oder regionale Besonderheiten, werden in denen für die Truppe erstellten Produkten berücksichtigt und beständig aktualisiert. Von Schafen, Spinnen und Anophelesmücken Im westafrikanischen Mali sind Insekten und Nagetiere Überträger zahlreicher Krankheiten. Deren systematische Bekämpfung ist Bestandteil des Gesundheitsschutzes vor allem in den Einsatzgebieten. Ebenso wird sich um giftige Tiere wie Spinnen, Skorpione oder Schlangen „gekümmert“, damit diese die Soldaten nicht gefährden. Jede im Einsatzland auf- tretende Krankheit und deren Erreger Mögliche Infektionsherde: Fleischerei auf malisch. Präventivmediziner von Medical Intelligence and Information „und“ Surveillence.


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