Page 88

Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Ein Soldat im Schutzanzug bekämpft Sandmücken mit einem Heiß- nebelgerät in Mazar-e Sharif/ Afghanistan. Sanitätsdienst 88 Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr werden durch MedInt erfasst. MedInt informiert und warnt die Truppe und weitere Angehörige des Geschäftsbe- reiches BMVg weltweit vor Gesundheitsgefahren, zum Beispiel durch Infek- tionskrankheiten. Malaria-Prophylaxe und Impfschemata, infrastrukturelle Maßnahmen, Schutz- und Hygienevorrichtungen, Bekleidungs- vorschriften, Wasseraufbereitung – die Vorsorgeempfehlungen sind wesent- liche Elemente des Gesundheitsschutzes und vielfältig. Die Trinkwasserversorgung und Feldlagerhygiene unterliegen sorgfältiger Überwachung. Im Kosovo kommt das durch Schafe übertragene Q-Fieber vor. Die epidemiologische Aufklärung des Ausbruches im Frühjahr 2016 wurde durch MedInt- Spezialisten in Zusammenarbeit mit der Labordiagnostik des Institutes für Mikrobiologie der Bundeswehr geleistet. Durch diese zahlreichen Interventionsmaßnahmen können lebensbedrohliche Infektionen mit Dengue-, Lassa-, Q- oder Gelbfieber erkannt, frühzeitig bekämpft und möglichst verhindert werden. Verhaltensmaßnahmen, wie das Meiden von verseuchten Gewässern, Trinkwasser- hygiene, hygienische Speisenzubereitung, Vermeidung von Insektenstichen und notwendige Impfungen werden von MedInt gezielt empfohlen und in die Einsatzbefehle mit aufgenommen. Gesundheitsprävention rund um die Uhr Die Beratung erfolgt von Beginn bis Ende eines Einsatzes, täglich über eine 24-Stunden-Hotline zu Infektionskrank- heiten, Präventivmaßnahmen, Diagnostik und Analyse. Es findet zudem ein elektro- nischer Datenaustausch mit anonymisierten Gesundheitsdaten von Soldaten zwischen Einsatzland und MedInt statt. So entsteht jederzeit ein hoch aktuelles Gesamtlagebild. „Infektionskrankheiten Die Experten in Deutschland stehen mit Rat und Tat zur Seite. und potentiellen Ausbrüchen von Massen- epidemien können wir so mit den Mitteln von Medical Intelligence and Information „und“ Surveillance wirkungsvoll begegnen“, schließt Oberstveterinär Dr. Roßmann. Abbildungen © Bundeswehr HHK 1/2018 Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr in Andernach Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Dieter Leyk, Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, und Stabsfeldwebel Uli Reinecke Institutsleiter, Oberstarzt Prof Dr. Dr. Dieter Leyk (links), und Abteilungsleiter B, Oberstarzt Dr. Peter Richter. Das Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr in Andernach unter Leitung von Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Dieter Leyk ist die zentrale Forschungseinrichtung der Bundeswehr für Prävention, Gesundheits und Leistungsförderung und zugleich die Anlaufstelle für Gesundheitsinformationen. Mit seinen etwa 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gliedert sich das neue Institut seinem Auftrag entsprechend in zwei Abteilungen. Mit der Neuaufstellung des Instituts für Präventivmedizin der Bundeswehr (Inst- PrävMedBw) im Oktober 2017 wurden Aufgaben und Fähigkeiten des Zentralen Instituts Sanitätsdienst Koblenz und des Instituts für Wehrmedizinalstatistik und Berichtswesen der Bundeswehr zusammengeführt, neu konzipiert und in den Aufgabenbereichen erweitert. Leistungsfähigkeit und Gesundheit sind Kernfähigkeiten für Soldaten Die Abteilung A „Gesundheits- und Leistungsförderung“ ist der Ressortforschungsanteil des Instituts. Das Aufgaben-


Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above