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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Serie: Dein Sanitätsdienst der Bundeswehr Sanitätsdienst spektrum umfasst umfangreiche wehrmedizinische Studien zu Gesundheit, körperlichen und mentalen Leistungsfak- toren von Soldatinnen und Soldaten. Die Forschungen gehen allerdings weit darüber hinaus und reichen von dem Einfluss und Umgang mit Umweltbedingungen (beispielsweise Hitze, Kälte, Höhe), militärtechnische Umweltstressoren (Vibration, Lärm, Belüftung von Fahrzeugen et cetera) bis hin zur Entwicklung und wissenschaftlichen Begleitung von Gesundheits- und Fitnesskampagnen. Im Bereich Gesundheitsförderung geht es zum Beispiel darum, was Menschen motiviert beziehungsweise sie davon abhält, sich ausreichend zu bewegen und Sport zu treiben. In anderen aktuellen Forschungsthemen geht es um die Optimierung der Schießausbildung, die Entwicklung von Körperkühlsystemen, die Gewichtsbelastung der einzelnen Soldaten (durch die persönliche Schutzausrüstung, Bewaffnung et cetera), die Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit während des Berufslebens und Einflussfaktoren auf die geistige Leistungsfähigkeit (Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit et cetera). Dabei werden immer auch wichtige Zusatzfaktoren, wie Unterschiede zwischen Frauen und Männern oder Altersunterschiede, berücksichtigt. 33 Millionen Gesundheitsakten werden verwaltet Die Abteilung B „Gesundheitsinformation“ entstand aus dem ehemaligen Institut für Wehrmedizinalstatistik und Berichtswesen. „In Andernach befinden sich derzeit annähernd 33 Millionen Gesundheitsakten, von denen etwa die Hälfte auf Mikrofilm gespeichert ist. Diese riesige Datenmenge wird nach bestimmten Kriterien gefiltert und so schrittweise für die medizinische Auswertung vorbereitet“, erklärt Abteilungsleiter, Oberstarzt Dr. Peter Richter. Neben ärztlichen Auskünften steht diese beeindruckende Fülle an Informationen zur Beantwortung sehr unterschiedlicher wissenschaftlicher Fragestellungen zur Verfügung. Neue Struktur zukunftsorientiert Mit der neuen Struktur sind zukunfts- orientierte Weiterentwicklungen verbunden. Die zunehmende Digitalisierung von Gesundheitsdaten in Verbindung mit dem umfassenden präventivmedizinischen Ansatz des neuen Instituts ermöglichen viele neue Perspektiven. So werden künftig ein Einsatzregister zur Auswertung einsatzbedingter Verletzun- gen etabliert und epidemiologische Fragestellungen evidenzgestützt bearbeitet werden können. „Mit der Aufstellung des Instituts für Präventivmedizin der Bundeswehr eröffnet sich die Chance, die Weiterentwicklung hin zu einem modernen, IT-gestützten Kompetenzzentrum für wehrmedizinische Ein Kühlungs- und Belüftungssystem für ABC-Schutzanzug wird entwickelt. Laufband-Ergometrie liefert Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten. Feldforschung: Belastungsparameter beim Hochgebirgsmarsch in Mittenwald. Datenermittlung: Mentale Leistungs- fähigkeit am Simulator. Gesundheitsdokumentation und Gesundheitsanalysen zu gestalten und moderne Ressortforschung zu betreiben“, sagt Oberstarzt Prof Dr. Dr. Leyk nicht ohne Stolz. Abbildungen © Obermaat Michael Laymann / Bundeswehr HHK 1/2018 89


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