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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Wehrverwaltung 92 Die Wehrtechnischen Dienststellen der Bundeswehr arbeiter der WTD 81. Circa 70 Prozent von ihnen sind Akademiker. Neben einem Technisch-Betrieblichen Servicebereich und dem Wirtschaftlich- Administrativen Servicebereich gliedert sich die WTD 81 in drei Geschäftsbe- reiche mit jeweils vier Geschäftsfeldern: -Informations-Übertragung/-Verarbeitung (GB 200), – I nformationsgewinnung (GB 300), – S ondergebiete, Elektronik (GB 400). Aus dem umfangreichen Aufgaben- und Leistungsspektrum hier einige Beispiele: – Das Zentrum für Interoperabilität, NetOpFü und Simulation (ZINS) Im September 2013 wurde das Zentrum für Interoperabilität, NetOpFü (Vernetzte Operationsführung) und Simu- lation (ZINS) eröffnet. Es dient der Durchführung von Experimenten auf den Gebieten Concept Development & Experimentation (CD&E), NetOpFü und „Verteilte Simulation“. Dazu verfügt das ZINS über mehrere Labor- und Präsentationsräume, interne und externe Vernetzungsmöglichkeiten sowie einen Präsentationssaal mit 70 Arbeitsplätzen und einer großen Medienwand (7,8 m x 2,6 m) zur flexiblen Visualisierung der Experimente. – Das Testzentrum für Elektromagne- tische Effekte und Verträglichkeit EME/EMV Das Geschäftsfeld 410 Elektromagnetische Effekte/Elektromagnetische Verträglichkeit (EME/EMV) ist die zentrale Ansprechstelle für alle Angelegenheiten auf dem Gebiet der Elektromagnetischen Effekte im Bereich der Bundeswehr. Das EMV-Testzentrum verfügt über eine der größten Absorberhallen in Europa. Das Spektrum an Nachweisen erstreckt sich von Untersuchungen an einzelnen Geräten bis hin zu komplexen Waffensystemen. Alle Einrichtungen erfüllen die speziellen Anforderungen für militärische und zivile Prüfungen. Durch ein 10 x 10m großes Hallen- schiebetor und die integrierte Hubdrehscheibe von neun Meter Durchmesser und einer Tragkraft von 60 Tonnen ist auch das Einbringen und Untersuchen großer Systeme (z. B. Hubschrauber, Panzer) kein Problem. – Das Zentrum für multispektrale Zielsimulation Das Zentrum für multispektrale Ziel- und Szenarienprojektion oder kurz „Zielsimulationsdom“ ist eine an internationale Standards angelehnte Testeinrichtung für Hardware-in-the-Loop Simulationen. Es bietet neben einer visuellen Szenario-Projektion eine welt- weit einzigartige Möglichkeit zur Darstellung von Zielsignaturen gleichzeitig im optisch sichtbaren und im infra- roten Spektralbereich. Es können Sensoren und Einzelkomponenten bis hin zu kompletten Waffensystemen untersucht werden. Für die Bewegungssimulation der Sensoren und Bauteile steht ein hochdynamischer 3-Achsen-Drehtisch sowie ein Hexapod bereit. Der Ziel- simulationsdom kann über Standards der verteilten Simulation (z. B. HLA, DIS) an Simulationsföderationen ange- koppelt werden. So können Erprobungen, Weiterentwicklungen oder Opti- mierungen von Wehrmaterial unter Laborbedingungen reproduzierbar und kosteneffizient durchgeführt werden. Die hohe Kompetenz der Mitarbeiter unterstreicht auch der offizielle Auftrag der Bundesregierung, ressortüber- greifend die Interessen Deutschlands hinsichtlich der technischen Realisierung des im Aufbau befindlichen europäischen Navigationssystems Galileo zu überwachen und zu steuern. Hinsichtlich der militärischen Nutzung ist unter anderem von Interesse, ob dieses neue System verlässlichere Daten liefert als das eingeführte und weit verbreitete amerikanische System GPS. Die WTD 81 ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Viele Be- sucher aus dem In- und Ausland sowie aus dem Amts- und Industriebereich finden im Laufe eines Jahres ihren Weg nach Greding, um hier gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitar- beitern der Dienststelle technische Untersuchungen oder Tagungen durchzuführen. Abbildungen © Bundeswehr Blick in den Zielsimulationsdom der WTD 81. HHK 1/2018 Liegenschaft mit Vorgelände der WTD 81 auf dem Kalvarienberg oberhalb der WTD 81.


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