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Hardthöhenkurier 1/2018 Leseprobe

Das aktuelle Interview News Ein weiteres Wachstumspotential im Bereich der Luftfahrt sehen wir bei Gimbal-Aufklärungssystemen. Bei unserer südafrikanischen Tochterfirma in Pretoria wurden drei Typen von Gimbal-Systemen entwickelt und auch gebaut. Wir haben gerade den Rahmenvertrag mit einem öffentlichen nationalen Auftraggeber unterschrieben und sind sehr stolz, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Gehen wir noch ein bisschen höher: In der Raumfahrt sind wir mit kompletten Instrumenten im Laserbereich gut unterwegs, wo wir bei der Jupiter-Mission, der Vermessung eines Jupitermondes, einen entsprechenden Auftrag er- halten werden. Des Weiteren erhoffen wir uns bei künftigen öffentlichen Vergaben des nationalen Kunden zu Raumfahrtprogrammen weiterhin im optischen Bereich beauftragt 99 zu werden. Hier sind wir sehr erfolgreich in Südkorea, der Türkei und in Pakistan, wo wir den ersten Vertrag mit einem SERO 250 und unserem neuen Optronik-Mastsystem auf einem fran- zösischen Uboot gewinnen konnten. Das war ein großer Durchbruch für uns. Wir entwickeln intensiv die Sehrohre weiter und sind nach wie vor der Meinung, dass die Peris- kope auch in der Zukunft neben den Optronik-Mast- systemen noch eine Existenzberichtigung haben. Mittel- bis langfristig erwarte ich, dass die Nachfrage nach Peris- kopen zugunsten der optronischen Mastsysteme zurück- gehen wird. Deren entscheidender Vorteil ist einfach, dass man keine große Öffnung in der Druckhülle des Uboots benötigt. Zurzeit entwickeln wir für die optronischen Mast- systeme ein Rundumsicht-System, was dem Uboot-Kommandanten mehr Möglichkeiten bieten wird. Im Export sind die starken Märkte derzeit im Wesentlichen Südamerika und Indien. Im Überwassergeschäft erweitern wir unsere Sensoren im Bereich der MEOS Kameras, wo wir ähnliche elektrooptische Sensoren wie im Landbereich ver- wenden. Das System ist durchaus für künftige Vorhaben der deutschen Marine geeignet und wird dann MEOS II heißen. Im Landbereich waren wir im letzten Jahr sehr erfolgreich mit Aufträgen für den Kampfpanzer LEOPAR D sowie für den Spähwagen FENEK mit dem System BA I für die Variante „Joint Fire Support Team“. Für den Schützenpanzer PUMA sind wir von der Bundeswehr beauftragt, das Fahrzeug mit Farbmonitoren und dazu entsprechende Softwareanpassungen vorzunehmen. Derzeit haben wir mit der EOTS II ein stabilisiertes und robustes 24-Stunden- Tag/Nacht-Beobachtungs- und Ziel- system zur Panzer- und Flugabwehr in der Entwicklung, was eine Weiterentwicklung des auf dem PUMA vorhandenen Systems darstellt und dann für unterschiedlichste Turm- und Plattformhersteller von hohem Interesse sein kann. Im Bereich der Luftfahrt sehe ich durch die Zusammenführung unter dem HENSOLDT-Dach ein großes Wachstums- potential. Wir haben im Bereich Elec- tronic Warfare die Selbstschutzsysteme bestehend aus Missile Warner, Laser Warner und Radar Warner. Mit dem System, das wir jetzt für den schwedischen GRIPEN entwickelt haben, bieten wir unseren Kunden sowohl UV- als auch Infrarot-basierte Missile Warner an. Ein wichtiges Thema für uns ist die neue Euro-Drohne, die im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit entwickelt wird. Für HENSOLDT Optronics ist es von großer Bedeutung, dass sich Deutschland im Bereich der Sensorik entsprechend platziert und in diesem Segment die Führungsrolle übernimmt und sich nicht von den französischen Partnern zum untergeordneten „Supplier“ degradieren lässt. Im Gespräch: Andreas Hülle und Jürgen K.G. Rosenthal. © HHK HHK 1/2018 Der Standort Oberkochen im Luftbild. © Zeiss AG


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