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Elektronischer Informationsaustausch für übergreifende Zusammenarbeit im Katastrophenmanagement

Wien, 23. Dezember 2016 - Frequentis ist Partner des AIT Austrian Institute of Technology bei neuem Forschungsprojekt der österreichischen Sicherheitsforschung. Beim aktuell unterzeichneten Vertrag für ein neues Forschungsprojekt im Rahmen der österreichischen Sicherheitsforschung geht es um den elektronischen Informationsaustausch zwischen zivilen und militärischen Leitzentralen sowie Führungsinformationssystemen im Katastrophenschutz. Im Krisenfall kann so auf der Basis eines gemeinsamen Lagebilds die Effektivität und Effizienz der Hilfsmaßnahmen erhöht werden.

Eine Krisensituation kann durch eine Vielzahl an Ereignissen ausgelöst werden – vom Wintersturm über Cyber-Angriffe bis hin zu einem terroristischen Akt. Das hat weitreichende Folgen – vom Stromausfall bis hin zu zerstörter Infrastruktur.

Österreich ist auf solche Situationen gut vorbereitet. Das große Hochwasser 2013 hat gezeigt, dass unser Land über eine enorme Kapazität an Hilfskräften verfügt. Besondere Bedeutung kommt hier der Prioritätensetzung und Koordination der Einsätze zu. Im Forschungsprojekt INTERPRETER, das gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology durchgeführt wird, werden neue Technologien für den elektronischen Informationsabgleich erforscht. So haben alle beteiligten Organisationen einen gemeinsamen Blick auf so entscheidende Fragen, wie: Wo gibt es Hilfsbedarf? Welche Prioritäten sind zu setzen? Wer verfügt über welche Kapazitäten?

Solche Anforderungen sind maßgeschneidert für das Know-how und die Expertise von Frequentis. Als internationaler Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Leitzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das österreichische High-tech Unternehmen schon seit Jahren anerkannter Innovationsführer in den Märkten der zivilen und militärischen Flugsicherung, der Öffentlichen Sicherheit sowie im Eisenbahn- und Maritim-Bereich. 12% seiner Gesamtleistung investiert Frequentis jährlich in Forschung & Entwicklung, was den zentralen Stellenwert von F&E bei Frequentis unterstreicht.

Gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology, dem Koordinator des Projekts, arbeitet man bei INTERPRETER an der Interoperabilität im Katastrophenmanagement der nächsten Generation. Unterstützt werden soll damit zum Beispiel das Österreichische Bundesheer, für das die rasche Hilfeleistung bei Katastrophenfällen neben der Landesverteidigung eine der wichtigsten verfassungsmäßigen Aufgaben darstellt. Zur Verarbeitung der Datenfülle werden vom Österreichischen Bundesheer und den Landeswarnzentralen elektronische Systeme eingesetzt. INTERPRETER schafft nun die Möglichkeit, Lageinformationen zwischen diesen hoch abgesicherten Systemen elektronisch abzugleichen.

Basierend auf dem aktuellen Stand der Forschung wird bei INTERPRETER mit modernsten Softwaredesignmethoden an einem vollständig automatisierten Datenaustausch zwischen den zivilen und militärischen (Führungs-) Informationssystemen geforscht. Maßgeblicher Aspekt ist dabei die Konsistenz der Daten und die Möglichkeit der gemeinsamen, vernetzten Verarbeitung. Im Krisenfall kann so ein gemeinsames Lagebild gepflegt, Schadstelleninformationen synchronisiert und die Effektivität und Effizienz im Kriseneinsatz erhöht werden.

Der modulare Aufbau von INTERPRETER erlaubt die Erweiterbarkeit des Systems und seine nachhaltige Verwendung. Zusätzlich untersucht INTERPRETER die aktive IT-gestützte Einbindung der betroffenen Bevölkerung in den Prozess des Krisen- und Katastrophenmanagements, um die Gesamteffizienz des Krisenmanagements in Österreich weiter zu steigern.

„INTERPRETER stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der zivil-militärischen Interoperabilität dar und wird einen wesentlichen Beitrag zum Krisen- und Katastrophenmanagement in Österreich leisten“, ist Christian Flachberger, verantwortlich für die Sicherheitsforschung bei Frequentis, überzeugt. „Wir sind stolz darauf, bei diesem Projekt als Partner mit dabei zu sein.“

Ivan Gojmerac, Gesamtprojektkoordinator, AIT: „INTERPRETER baut auf den AIT Forschungsaktivitäten der vergangenen Jahre sowie auf dem Projekt INKA aus dem KIRAS Sicherheitsforschungsprogramm des BMVIT auf. Dabei wurden erstmals Interoperabilitätsschnittstellen sowohl zwischen zivilen als auch militärischen Führungsinformationssystemen entwickelt und gemeinsam mit den österreichischen Akteuren im Krisen- und Katastrophenmanagement erfolgreich getestet.“

„Moderne digitale Kommunikationsplattformen stellen im Krisen- und Katastrophenmanagement einen immer wichtiger werdenden Faktor bei der Bewältigung von Großschadensereignissen dar, um diese organisations- und grenzüberschreitend höchst effektiv und sehr rasch bewältigen zu können. Das AIT betreibt deshalb im Digital Safety & Security Department seit Jahren einen dedizierten Forschungsschwerpunkt, um neueste Informations- und Kommunikationstechnologien für den Einsatz im Krisen- und Katastrophenfall zu entwickeln“, so Andrea Nowak, Leiterin der Business Unit Information Management am AIT.

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