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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Bundeswehr Die Abteilung Führung Streitkräfte (FüSK) im BMVg HHK: Herr General, die Abteilung Führung Streitkräfte ist eine organisatorische 10 Neuschöpfung im BMVg. Inwie- weit führt Ihre Abteilung die Arbeit des Führungsstabes der Streitkräfte fort und worin besteht die Kernaufgabe der Abteilung FüSK heute nach ca. fünf Jahren Erfahrung? Zorn: Der Führungsstab der Streitkräfte, FüS genannt, war bis 2012 der Arbeitsstab des Generalinspekteurs der Bundeswehr im BMVg und einer der fünf Führungsstäbe im militärischen Leitungsbereich des Ministeriums. Er ent- wickelte die Gesamtplanung der militärischen Verteidigung, konzipierte die Grundlagen der Militärpolitik, steuerte die Einsatzplanung und Einsatzführung der Bundeswehr und erarbeitete die Grundsätze für Führung, Erziehung und Ausbildung der Soldaten. Neben den für den Generalinspekteur der Bundeswehr wahrzunehmenden Aufgaben bearbeitete der FüS truppendienstliche und organisationsbereichsspezifische Angelegenheiten der Streitkräftebasis, insofern war der FüS zugleich militärische Kommandobehörde. Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden der FüS, sowie die Führungsstäbe von Heer, Luftwaffe, Marine und Sanitätsdienst aufgelöst. Die verbliebenen Aufgaben- anteile wurden in die Abteilungen Strategie und Einsatz, Führung Streitkräfte und Planung des neu aufgestellten BMVg überführt. Auftrag meiner Abteilung Führung Streitkräfte ist es, den Generalinspekteur der Bundeswehr in der Wahr- nehmung seiner Funktion als unmittelbarer Vorgesetzter der Soldatinnen und Soldaten und ranghöchster Soldat der Bundeswehr zu unterstützen. Als Abteilungsleiter verantworte ich gegenüber dem Generalinspekteur die Herstellung und den Erhalt der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte. HHK: Wie stellt sich die prozessorientierte Aufgabenerfüllung in Einzelbereichen in Ihrer Abteilung dar und was ist daran neu im Vergleich zur ministeriellen Arbeit vor der Neuausrichtung? Zorn: Auf ministerieller Ebene ist der maßgebliche Prozess für die Abteilung FüSK der Leistungsprozess „Einsatzbereite Kräfte bereitstellen“. Vorgabe für diesen Prozess ist das Ziel: „Die Bundeswehr stellt ausreichend einsatzbereite Kräfte zur Erfüllung aktueller Aufgaben bereit‘“ im Strategischen Zielsystem der Leitung BMVg. Der Prozess gliedert sich in drei Teilprozesse. Ich will Ihnen die prozessorientierte Aufgabenerfüllung am Beispiel des Teilprozesses „Einsatzbereitschaft steuern und herstellen“ erläutern. Hier ist in Abstimmung mit den Militäri- schen Organisationsbereichen (Mil- OrgBer) zu analysieren, welche Kräfte wann und wie durchhaltefähig ein- satzbereit zu machen und zu halten sind, um dann die dazu notwendigen Beiträge der MilOrgBer und den erforderlichen Ressourcenbedarf zu ermitteln und in die Ressourcenplanung einzubringen. Auf operativer Ebene stellen die Mil- OrgBer zunächst die Einsatzfähigkeit ihrer Kräfte her, das heißt, die Be- fähigung zur Auftragserfüllung ge- mäß SOLLOrg. Danach erfolgt die Herstellung der Einsatzbereitschaft für konkrete Einsätze bzw. einsatzgleiche HHK 4/2016 Interview mit Generalleutnant Eberhard Zorn, Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im BMVg Ministerielle Aufgabe „…Herstellung und Erhalt der Einsatzbereitschaft der Streitkräfte…“. GenLt Eberhard Zorn, geb. 1960 in Saarbrücken, Eintritt in die Bw 1978, Artillerietruppe, GenstAusb, Verwendungen in GenstDst - G1 -, G3 -, G4 - Be- reichen, IFOR-Einsatz, Kdr PzArtBtl, Kdr LLBrig 26, Büroleiter GenInsp, Kdr DSK, seit 2015 Abteilungsleiter FüSK BMVg. ebenso wie die Schaffung konzeptioneller Grundlagen für Traditionspflege, Museums- und Archivwesen, Militär- musikwesen, Militärseelsorge sowie militärhistorische Forschung und empi- rische Sozialforschung. FüSK III ist verantwortlich für die Betreuung und Fürsorge im In- und Ausland und in den Einsätzen. Des Weiteren konzipiert die Unterabteilung die Grundlagen für Reservistenangelegenheiten und steuert die Zusammenarbeit mit den in diesen Bereichen tätigen Verbänden und Vereinigungen. Grundsatzangelegenheiten für die Betreuung von Hinterbliebenen werden hier für die Bundeswehr ge- regelt. FüSK III steuert und koordiniert auf ministerieller Ebene die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr im Rahmen der Verantwortung für den Leistungsprozess „Gesundheitsversorgung sicherstellen“. Ferner obliegen dieser Unterabteilung Fachaufgaben wie unentgeltliche truppenärztliche und truppenzahnärztliche Versorgung, wehrmedizinische Begutachtung, vorbeugender Gesundheitsschutz und die Behandlung einsatzbedingter psychi- scher Erkrankungen (PTBS). Eines der Referate nimmt die Funktion der öffentlich-rechtlichen Aufsicht in den verschiedenen Rechtsbereichen des Gesundheits- und Verbraucherschutzes wahr und verantwortet in diesen Be- reichen auch die interministerielle Ressortarbeit.


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