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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Bundesweite Tagung Zivil-Militärische Zusammenarbeit Sanitätsdienst 103 dass Krisen überraschend kommen, aber meistens auch zeitgleich. Krisen ließen sich nicht mehr einzeln bewältigen und nacheinander abarbeiten; hier liege die Herausforderung für die Bundeswehr. Eine veränderte Weltordnung erfordere eine sorgsame Auseinandersetzung. Ein wichtiger Aspekt sei Perspektive! „Euro- pa braucht Menschen, die es achten, und nicht die, die es verachten“, resümiert General a. D. Schneiderhan und er- gänzt: „Die Zusammenarbeit in Europa ist sehr wichtig“. In diesem Zusammenhang betont er auch den Bedarf an dem Verbund mit den Reservisten. Spenden für einen guten Zweck Im Laufe des Festabends wurden 1.500,00 Euro für den von General a. D. Schneiderhan initiierten Verein Katachel e. V. gespendet. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt in der Unterstützung von Witwen mit Kindern und Behinderten in der afghanischen Provinz Kunduz. Das Programm wurde mit Impulsvorträgen und Workshops mit namhaften Referenten aus dem zivilen Katastrophenschutz, verantwortlichen militärischen Spezialisten für den militärischen Bevölkerungsschutz und mit Vertretern aus den Reihen der Sanitätsstabsoffi- ziere für ZMZ fortgeführt. Vorträge und Workshops Der Mix aus Vorträgen von Reservisten, Aktiven und Spezialisten auf der zivilen Seite ermöglichte einen Überblick über ZMZ im Allgemeinen und einen tiefen Einblick in die jeweiligen Aufgabenschwerpunkte und Herausforderungen für die Zusammenarbeit. Dr. med. Stefan Kappus, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Feuerwehr Hamburg, stellte im Rahmen seines Vortrags die Bedeutung einer ersten Sichtung von Patienten dar: Das bisherige Prinzip hatte den Nachteil, dass Schwerverletzte lange an den Einsatzstellen verbleiben mussten, bis sie zu einem geeigneten Krankenhaus transportiert wurden. Eine sogenannte „Vorsichtung“ hat den Vorteil, Patienten schneller nach Prioritäten der Behandlung einstufen zu können. „Sanitätsdienst und ZMZ sind untrennbar miteinander verbunden!“ Unter der Leitung von Generalarzt Dr. Andreas Hölscher waren die Tage gefüllt mit aktuellen Informationen, lebhaften Diskussionen und einem intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. „Der Sanitätsdienst spielt bei der ZMZ eine herausragende Rolle. Überall, wo Menschen in Not geraten und die zivile Seite aufgrund personeller und technischer Ressourcen an ihr Limit kommt, ist auch der Sanitätsdienst gefordert. Wir haben die entsprechenden Ressourcen, um die zivile Seite zu unterstützen. Aus diesem Grund sind Sanitätsdienst und ZMZ untrennbar miteinander verbunden“, so Dr. Hölscher. Neben den Vorträgen stand der Dialog zwischen den Teilnehmern zur Netzwerkbildung im Vordergrund. Der Austausch untereinander verhalf zu einem unverhofften und herzlichen Wiedersehen: Nach über 34 Jahren traf Generalarzt Dr. Andreas Hölscher völlig unerwartet auf seinen Ausbilder, der ihm während seiner Grundausbildung bei der 6./SanBtl110 in Budel/Niederlande HHK 4/2016 General a. D. Wolfgang Schneiderhan (Mitte) empfängt den Scheck über 1.500,00 Euro von Generalarzt Dr. Andreas Hölscher (re.) und Oberfeldarzt Dr. Katrin Schilling. Dr. med. Stefan Kappus, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Feuerwehr Hamburg, referierte zum Thema „Sichtung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV)“. Generalarzt Dr. Andreas Hölscher stellte spontan seinen damaligen Gruppenführer aus der Grundausbildung, Stabsfeldwebel der Reserve Bert Harvertz, vor.


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