Page 108

Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Das breite Spektrum der Aufgaben reicht von komplexen Waffen- systemen über Effektoren und Wirkmittel hin zu Schutzsystemen. Munitionsforschung auf hohem Niveau Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition 108 Serie: Wehrtechnische Dienststellen der Bundeswehr Die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen ist das Technologiezentrum für die Bereiche Waffen und Munition der Bundeswehr. „Wir haben den größten vollinstrumentierten Landschießplatz in Europa!“ Dieses Alleinstellungsmerkmal betont Gerhard Wallrich, Direktor der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen. „Nur wir können Innen-, Abgangs-, Außen- und Endballistik in Echtzeit erfassen.“ Die WTD 91 ist dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz unterstellt und führt folgende Kernaufgaben durch: – Integrierte Nachweisführung insbe- sondere der Funktionsbereitschaft und Betriebssicherheit von Waffen und Munition auf Geräte- und System- ebene, – Durchführung von F&T-Studien und fachtechnische Zuarbeit und Expertisen für den Rüstungsbereich und Dritte, – Unterstützung des Projektmanage- ments im BAAINBw in allen Phasen des CPM. Sie besitzt neben den Fähigkeiten zur Untersuchung und Bewertung von Waffen und Munition auch bedeutende Kompetenzen auf den Gebieten Akustik, Optik und Optronik, Geoinformationswesen, Pioniersonderinfrastruktur und Messtechnik. Darüber hinaus ist das Fach- zentrum Explosivstoffe der WTD 91 die innerhalb des Rüstungsbereichs allein zuständige Stelle für die Qualifikation und sicherheitstechnische Bewertung militärischer Explosivstoffe und für die zentrale Munitionsüberwachung der Bundeswehr. Insgesamt wird jährlich an rund 700 Aufträgen gearbeitet. Die WTD 91 gliedert sich in den Stab, vier Geschäftsbereiche sowie einen technisch- betrieblichen und einen wirtschaftlich- Burghard Lindhorst administrativen Servicebereich. Sie verfügt über einen Personalumfang von 878 Beschäftigten: – 63 Beamte(innen) höherer Dienst – 157 Beamte(innen) gehobener Dienst – 159 Beamte(innen) mittlerer Dienst – 12 Beamte(innen) einfacher Dienst – 7 Soldaten – 389 Arbeitnehmer(innen) – 91 Auszubildende. Den Grundstein der hervorragenden Infrastruktur legte einst die Firma Krupp. Die rasante Entwicklung der Artillerie nach Einführung des Gussstahlrohres bedingte auch eine umfassende Erprobung durch Schießversuche. So wurde 1876 ein geeigneter Firmenschießplatz zur Erprobung der reichweitengesteiger- ten Heeres- und Marinegeschütze im dünn besiedelten Emsland nordwestlich der Kleinstadt Meppen eingerichtet. Am 5. September 1877 fiel der erste Schuss aus einem 12cm Belagerungsgeschütz. In den folgenden Jahren wurden auf einer Fläche von 23 x 4,5km Geschütze und Kanonen jeglicher Art und Kaliber untersucht, erprobt, vorgestellt und eingeschossen. Das legendäre „Paris-Geschütz“ mit einer Schussweite von 128 Kilometern wurde hier entwickelt. Krupp hatte das Gelände nicht gekauft, sondern nur gepachtet mit Rechten zum Sperren und Schießen. 1936 wurde der Platz auf 30 x 6 Kilometer aufgrund ge- HHK 4/2016 Wehrverwaltung Direktor Gerhard Wallrich leitet die WTD 91 seit März 2013.


Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above