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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

News Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort Die Führungsfähigkeit der Bundeswehr ist eng verbunden mit der Modernisierung des Geo-Informationsmanagements Interview mit Marko Prisky, Bereichsleiter Militär & Öffentliche Sicherheit der Esri Deutschland GmbH, Niederlassung Bonn 112 bedeutet dies im konkreten für eine etablierte Technologie wie die GeoInformationssysteme (GIS) in den Streitkräften? Prisky: Durch die zunehmende Digitalisierung werden immer mehr Sensoren und immer größer werdende Datenmengen verfügbar, und sie werden immer stärker vernetzt. Die Fähigkeit zu NetOpFü wird durch die rasante Entwicklung der IT noch zentraler. Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist das entscheidende Kriterium in allen militärischen Verfahren und Systemen. Die erforderliche Fusion und Verteilung der Daten endet nicht mehr bei Basiskarten, sondern wird immer stärker in den Kontext von Raum und Zeit rücken. Die Beteiligten in der militärischen Führung werden interaktiver mit Basisdaten und Einsatzdaten arbeiten, sie werden mobiler und damit stärker „location based“ agieren. Genau dies wird die Anforderung an Geo-IT in der Zukunft. HHK: Basisdaten und Basiskarten werden dann also nur noch im Einsatzgebiet – wie Sie sagen – „location based“ benötigt? Prisky: Basiskarten werden sicher weltweit benötigt und in Aktualität und Detailgrad noch verbessert. Die angesprochene Vernetzung in den Verfahren liefert aber weit mehr Bedarf an Interaktion, als nur die Daten für Basiskarten oder reine Positionsdaten der eigenen Kräfte. Eine möglichst echtzeitnahe Verarbeitung von Basisdaten und Einsatzspezifischen Daten zu nutzbaren Informationen ist die Challenge. Basiskarten liefern nicht nur einen graphischen Hintergrund (wie Papierkarten in der Vergangenheit), sondern sie liefern die geographische Basis für die technische Informationsfusion. Ein Kommandeur braucht nicht nur eine Straße in der Karte, sondern die präzise Information, zu welcher Zeit, bei welchem Wetter, unter welcher Feindlage und mit welchen Kräften die Straße für die militärische Operation nutzbar ist. Hierzu müssen Daten mehrerer Systeme servicebasiert eindeutig und lagerichtig im Raum fusioniert werden. Das leistet GIS. Somit wachsen die Anwenderszenarien, und parallel dazu werden Esri Deutschland vertreibt als Distributor und Systemhaus Geoinformationssysteme und unterstützt Anwender in den Bereichen Schulung, Support und Consulting. Die Bundeswehr investiert mehr denn je in das Thema Informationstechnologie. IT muss die Führungsfähigkeit sicherstellen, und dies im Takt der technologischen Entwicklungen und im Takt der sich entwickelnden Bedrohungsszenare. Die wich- tige Erneuerung der IT der Streitkräfte ist nötig und möglich. Die Bedeutung des Themas Geo-Informationsmanagement ist hierbei stetig gewachsen. Darüber sprach kürzlich HHKChefredakteur Jürgen K.G. Rosenthal mit dem Bereichsleiter Militär & Öffentliche Sicherheit der Esri Deutschland GmbH in Bonn, Marko Prisky. HHK: Die IT ist im Wandel. Die Bundeswehr strukturiert ihre Fähigkeiten im IT- bzw. Cyberumfeld neu. Themen wie die Digitalisierung oder BigData werden diskutiert und gehypt. Was HHK 4/2016 Marko Prisky, Bereichsleiter Militär & Öffentliche Sicherheit, Esri Deutschland.


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