Page 113

Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort News und Funktionen für die Verteilung von Lageinformationen bereitzustellen. Dies erlaubt den Betrieb von Dashboards für Echtzeitmonitoring und die schnelle und einfache Integration von Apps auf mobilen Endgeräten, in Fahrzeugen, oder an Bord auf See und in der Luft. Vor allem die mobilen Anwender werden damit vom Konsumenten – und das ist die disruptive Nutzungsänderung von GIS – zum Produzenten von Informationen. Jeder Operateur und jeder Soldat im Einsatz wird zum Teil der Informationsgewinnung. Position, Status, gesammelte Information, alles kann mit passenden Berechtigungen übertragen und von GIS Servern aufgenommen, verarbeitet, mit allen anderen zeitgleich eingehenden Informationen verschnitten werden. HHK: Wann wird dies für die Bundeswehr verfügbar sein? Prisky: Esri ist schon seit einigen Jahren im Zuge der Weiterentwicklung der Technologie auf diesem Weg. Die Fähig- keiten eines kompletten WebGIS sind vorhanden. Das umfasst nicht nur Karten als Services, sondern bietet Services für den Betrieb, für das Nutzermanagement, zur Erstellung von Karten, zur Verteilung, Services für Geoanalysen und den Aufbau von neuen Analysen. Ja es umfasst schlussendlich auch die Services zum Publizieren, Berechtigen, Suchen und zum Verändern der Geoinformationen. ESRI bietet zusätzlich auch den Content, also die Inhalte und die Basisinformationen, die ein WebGIS braucht um funktional vollständig implementiert zu werden. Fähigkeiten wie weltweite Ortssuche und natürlich weltweit verfügbare und lizenzierte Basiskarten sind vorhanden. Alles ist bereits in der IT Umgebung des Militärs hinter der Firewall lauffähig. Damit dies alles in den Streitkräften funktionieren kann, muss es in ein geregeltes Nutzermanagement gepackt und mit den richtigen IT Sicherheitsmethoden betrieben werden. Das alles zusammen bezeichne ich als ein WebGIS und als die Fähigkeit der Streitkräfte im Rahmen der NetOpFü auf einheitlichem Geobezug zu operieren. Genau dies – die Anforderungen und die technischen Antworten für die Digitalisierung und Vernetzung der Streitkräfte mit GIS – ist auch das Thema auf der größten GIS-Anwenderkonferenz in Deutschland, der GIS-Talk. Vom 25.10.-27.10.2016 werden die Entscheider und die Nutzer der Dienststellen (u.a. BMVg, FüUstgKdo, IT-ZentrumBw, BWI) in München dazu vortragen und diskutieren. Sicher ist das die beste Möglichkeit, das Thema in Gänze zu betrachten. https://www.esri.de/gistalk/ HHK: Herr Prisky, vielen Dank für das sehr interessante Gespräch. Für die Anwenderkonferenz „GIS-Talk“ wünschen wir ein gutes Gelingen. einige Szenare schon bald mobil, die Vielfalt der Endgeräte nimmt dramatisch zu. Daher braucht es nicht überall ein GIS, sondern punktuell fokussierte bedienbare Anwendungen mit GIS Funktion. HHK: Brauchen Anwender von mil. Systemen dann zusätzlich ein GIS an Ihren Arbeitsplätzen? Prisky: Ja und Nein. GIS ist vor einiger Zeit das Werkzeug des Fachmanns gewesen und diente vor allem zum Aufbereiten und Analysieren der Basisinformationen und zur Erstellung der Karten als Führungsgrundlage. In Zukunft wird die Funktionalität im Netzwerk laufen, und die passende Funktion servicebasiert in die militärspezifischen Verfahren eingebracht. GIS ist damit überall in Nutzung, aber in sehr unterschied- lichen, teils nur hintergründigen Ausprägungen. Vergleichen wir mit heutigen zivilen oder privaten Anwendungsfällen: Jeder von uns nutzt GIS jeden Tag in unterschiedlichsten Situationen, ohne es immer genau zu bemerken. Es ist erstaunlich, welche der Smartphone Apps im Alltag schon bei der Installation die Berechtigung einfordern, auf ihre Position zuzugreifen. Das, was also da auf jedem privaten Smartphone läuft, und was sich im Hintergrund mit leistungsfähigen Servern in den Clous dieser Welt verbindet, das ist wesentlicher Teil dieser räumlichen Informationsfusion. Das ist GIS-Funktio- nalität von heute. HHK: Was davon braucht auch das Militär? Prisky: Vor allen Dingen die technische Infrastruktur. Niemand wird dem Soldaten in Zukunft zumuten, die meiste Zeit seiner Ausbildung in IT-Fachthemen zu verbringen. Die Nutzung wird also immer einfacher und intuitiver. Im Backend – in der zukünftigen IT der Streitkräfte laufen Server, welche die Basis- karten bereitstellen, und welche alle sonstigen GIS Funktionen zur Laufzeit bereitstellen. Erfassung von Positionsdaten in verschiedenen Koordinatensystemen, Auflösung jeder Orts- und Adresssuche, Einbindung aktueller Satellitenbilder, Wetterinfos, einfacher Photos oder Drohnendaten, … all das können selbst Smartphones, wenn die passenden Services aus der IT Infrastruktur bereitstehen. Und eben diese Services – genauer gesagt GIS-Core Services – versorgen die unterschiedlichsten Fach- und Führungssysteme. Im Kontext HAFIS gesprochen werden alle Communities of Interest (COI) damit angebunden. (Anmerkung: Die NATO hat im Rahmen der Network Enabled Capabilities (NNEC) nach gleichem Ansatz GIS als Core Enterprise Service etabliert und versorgt sämt- liche Functional Area Services (FAS) wie AirC2IS, LogFAS, NCOP mit einheitlichen Geodaten und –funktionen.) Das erlaubt es, dem militärischen Anwender einfache Webanwendungen HHK 4/2016 113


Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above