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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Der Bedarf von Streitkräften an Smart Energy Wehrtechnik Demonstrator einer Solartherme. © WTD 41 einsparung, Verbesserung der Umweltbedingungen und Nutzung erneuerbarer Energien. Hierbei werden ca. 1.000 Liegenschaften mit etwa 2,6 Millionen m2 Fläche, 33.000 Gebäuden und Nutzungsfläche von 28,5 Millionen m2 betrachtet und Optimierungen unterzogen (werden). Erste zielführende Schritte sind unter anderem: – Einwirken auf die Nutzer zu energiebewussten Handeln und Energiesparmaßnahmen, – Erhöhung des Umweltbewusstseins durch Information und Erziehung, – Reduzierung des Energieverbrauches (um 20% bis 2020 zum Vergleich von 2010), – Gebäuderenovierung unter Einbeziehung von Wärme- schutz und Dämmung, – Nutzung von Elektrofahrzeugen und Hybriden Fahrzeug (derzeit 200, Erweiterung auf 430), – Nutzung erneuerbarer Energie (2014: 77% konventionell, 23% erneuerbare Energie). Zu Fortschritten/Ergebnissen seit 2010 gehören: In 2013 wurden 8 Millionen Euro vom BMVg zur Optimierung der Energieversorgung investiert. Seit 2012 laufen die zweijährigen zentralen Ausschreibungen für Energielieferungen von Elektrizität und Gas für die Bundeswehr zu definierten Abnahmepunkten. Konkret wurden in 2014 bereits 22% des Energieverbrauches auf dem Niveau von 2010 eingespart. Ab 2017 ist ein Gesamtlieferant von Energie für die Bundeswehr geplant. Des Weiteren wird in Pfullendorf (am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen) ab 2017 ein Projekt zur Nutzung von Erdwärme realisiert, dem weitere Erdwärme- Nutzungsprojekte folgen sollen. Ein weiteres Ziel ist, 6% des Energiebedarfes der Bw aus erneuerbarer Energie zu gewinnen. Hierzu gehören: 23 Anlagen zur Wärmegewinnung aus Biomasse, 20 Anlagen zur Stromgewinnung, 24 Solarthermen, 3 Erdwärme-Abnahmestellen, 23 Photovoltaikanlagen und zwei Wasserkraftanlagen. Einsatz Im Einsatz müssen sich Kräfte der Bundeswehr auf Infrastrukturen abstützen können, um ihre Aufträge zu erfüllen. So gehört es im Rahmen der Stationierungsabkommen (als Lead Nation) mit Einsatzländern dazu, die Nutzung von Räumen mit/ohne Infrastruktur vertraglich zu vereinbaren. Ein neues Konzept zur „Unterbringung im Einsatz“ von 2015 legt Aus allen Veranstaltungen zur Energieeffizienz wird deutlich, dass die Energiewende bei den Bündnisstreitkräften und in der Bundeswehr endgültig angekommen ist. Vorgabe für die Bundeswehr ist das Energiekonzept der Bundesregierung von 2010. Aspekte der Energieversorgung werden in die Bundeswehrplanung so eingebracht, dass Technologien im gesamten Spektrum der Energiever- bzw. Entsorgung in Vorhaben der Bundeswehr aller Art einbezogen werden. Derzeit wird zum Beispiel im Planungsamt an einem Positionspapier zur Energieversorgung gearbeitet, dass bis zum Herbst 2016 erstellt werden soll. Neben dieser bundeswehr- übergreifenden Betrachtung arbeiten die Organisations- bereiche an Positionspapieren für ihre Bedarfe. In der Auseinandersetzung mit der Energiewende ist der Organisationsbereich Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) aufgrund seiner originären Zuständigkeit für Unterstützungsleistungen am weitesten. Darüber hinaus sind im Wehrwissenschaftlichen Bericht 2014 weitere Initiativen wie die Entwicklung leistungsfähiger Lithium-Batterien bzw. das „Energie Camp“ an der WTD 41 in Trier zur Evaluierung von Grid-Systemen (S.32ff bzw. S. 58ff) ausgewiesen. Demgegenüber enthält der Ressortforschungsplan des BMVG 2016 vom Januar 2016 (leider noch) keine BMVg-Ziele der Energieoptimierung. Die g.e.b.b. hat eine Marktanalyse für Unterstützungsleistungen im Bereich Unterbringung im Einsatz erstellt und wirkt im Rahmen des German Armed Forces Contractor Programmes (G-CAP) an der Gestaltung des Vergabeprozesses für Feldlager/ Einsatzinfrastruktur mit. Die 50. Bautagung der Abteilung IUD des BMVg in Rostock im Mai behandelte unter anderem das Projekt „Einsatzinfrastruktur 1000x“, das auch modernes Energiemanagement berücksichtigt. Im Folgenden wird ein Einblick in Zielsetzungen und Sachstände der Energiesicherstellung in der bzw. für die Bundeswehr gegeben. Grundbetrieb Der Energiebedarf für die Bundeswehr im Grundbetrieb wird im Wesentlichen durch Bedarfe für alle Arten von Liegenschaf- ten bzw. Einrichtungen bestimmt. Hierzu gehören Kasernenan- lagen, Depots, Flughäfen, Truppenübungsplätze, Erprobungsstellen, Standortübungsplätze und abgesetzte Einrichtungen wie Sende- bzw. Empfangsstationen und ähnliches. Abhängig vom Nutzungskonzept der Infrastruktur werden meist Elektri- zität, Fossile Kraftstoffe wie Kohle, Gas bzw. Dieselkraftstoff und Wasser benötigt. Energieleitungen und Energiespeicher sowie Endgeräte aller Art bilden das Energiesystem. Darüber hinaus sind Abfälle wie Brauchwasser, Kohlerückstände und Müllkomponenten als wieder verwertbare Träger von Energie, die als erneuerbare Energien zu erneuten Nutzung aufbereitet werden können. Im Rahmen der Initiative „Energiezukunft 2030plus“ hat die Bundeswehr nach Aussagen aus dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (BAIUDBw) begonnen, vier langfristige Energie-relevante Zielvorstellungen in Angriff zu nehmen: -Zentrale Energiebeschaffung von Elektrizität und Gas, -Realisierung eines Energie Informationssystems (EIS), -Steigerungsmaßnahmen der Energieeffizienz, -Nutzung erneuerbarer Energien. Hierzu gehören IT-gestützte Überwachung der Verbrauchsent- wicklung, Prognosen, Transparenz von Verbräuchen und deren Dokumentation/Berichterstattung, Analyse von Emissionen, Kon- zeptentwicklungen und Optimierung von Einrichtungen. Er- reichung der gesamtstaatlichen Zielvorgaben zur Energie- HHK 4/2016 121


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