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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Der Bedarf von Streitkräften an Smart Energy Wehrtechnik Konfiguration des EnergieCamp WTD 41. © WTD 41 Wasseraufbereitungsanlage © BAIUDBw Facility Managements auf der Basis konzeptioneller Über- legungen und Untersuchungen die praktische Umsetzung mit Anlangen zur Wärme- und Stromgewinnung in der Fläche begonnen und die Medienbereitstellung auf eine optimierte Grundlagen gestellt wurden und weiter an festgelegten Optimierungszielen im Sinne Smart Energy gearbeitet wird, befindet sich die Nutzung von Fähigkeiten zur Energieoptimierung im Einsatz noch in den Anfängen. Im Hinblick auf die Nutzung von zivilen Feldlagerleistungen durch Provider sind Bedarfe, Anforderungen und Maßstäbe so dokumentiert, dass diese bei Ausschreibungen gefordert und umgesetzt werden können. Damit kann bei Nutzung ziviler Leistungen recht schnell auf moderne Technologien umgestiegen werden. Bei der Modernisierung der bundeswehreigenen Feldlagerkapazitäten ist damit zu rechnen, dass die hierfür erforderlichen Schritte in den nächsten Jahren eingeleitet werden. Das EnergieCamp der WTD 41 und die Forschungen des Fraunhofer Instituts werden zur Bedarfsformulierung und Begründung entscheidend beitragen. Der zivile Markt in Deutschland und in Europa ist darauf eingestellt, die Bundeswehr zu beraten und Provider- bzw. Systemlösungen anzubieten. nach Umweltverträglichkeit, Verfügbarkeit und Effi- zienz durch (Mikro/Smart)-Grids gesteuert. Derzeit wird die Energieversorgung in mobiler Unterbringung und Feldlagern der SKB noch mit konventio- nellen Mitteln, das heißt mit Dieselgeneratoren, gewährleistet. In Vorbereitung auf die Einführung neuer Technologien und Steuerungseinrichtungen für effi- zienten Energieverbrauch wird in der Wehrtechnischen Dienststelle 41 (WTD 41) in Trier ein sogenanntes EnergieCamp aufgebaut. Das aus einem Systemdemonstrator bestehende EnergieCamp dient zur Erfassung von Potenzialen bei Einsparung bzw. Substituierung fossiler Energieträger. Die Datenermittlung erfolgt durch Demonstratoren-Einsatz, Modellbildung, Simulation, Verfahren zur Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und Einbeziehung von regenerativen Energien. Die Auslegung der Energiespeicher zur Kurz- /Langzeitspeicherung sowie die Auswahl der Speichertechnologie sind dabei Schwerpunkt zur Gesamtsystemoptimierung einschließlich Heizung, Klimatisierung, Brauchwasser- erwärmung, Prozesswärme/-Kälte. Hierzu wurden am zivilen Markt, zum Beispiel von Multicon Solar, erforderliche Komponenten beschafft. Weitere Impulse für die Bundeswehr können vom COE ENSEC in Litauen erwartet werden, für welche das Pfisterer Unternehmen Komponenten (s. HHK 1-2016, S.84) lieferte. Damit sollen bei der WTD 41 Potentiale und Probleme hybrider Energieanlagen in Feldlagern bzw Einsatzinfrastruktur in Form von Simulationen und Test von Technologien erkannt werden. Das Systemmodell und ermittelte Daten werden helfen, die Konzipierung von Feldlagern zu unterstützen. Als technische Referenz, Test- und Integrationsumgebung kommt dem Energie- Camp der WTD 41 eine zentrale Bedeutung bei allen Aspekten der Verifikation, Integration, Obsoleszenz, Regeneration und Zukunftsfähigkeit zu. Im Rahmen des Einsatzunterbringungskonzeptes 1000x bezieht die Konzeption „EMAX“ (EMAX = Energie, Medienversorgung, Alternative Infrastruktur) der Oberfinanzdirektion Karlsruhe für modulare, durchhaltefähige, zeitnahe und wirtschaftliche Medien- und Energieversorgung an einen generisch definierten Einsatzort X ein. Bezogen auf Elektro-, Wärme- und Kälteversorgung wird durch radikale Brennstoffsparsamkeit die logistische Sicherheit verbessert. EMAX nutzt eine für das Einsatzunterbringungskonzept 1000x entwickelte Konfigurationsdatenbank. Die Bundeswehr kann EMAX für Ihre Zwecke im Bereich Energiesicherheit und –management nutzen. Das Fraunhofer ICT (Institut für Chemische Technologie) unter- stützt mit zahlreichen Vorhaben die Forschung in den Bereichen Energetische Materialien, Energetische Systeme, Angewandte Elektrochemie und Umwelt Engineering. Wehrtechnischen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F+T) reichen von der Materialcharakterisierung bzw. -optimierung bis zur Methodenentwicklung und der Herstellung von Prototypen, Durchführung von Tests insbesondere für Brennstoffzellen, Batterien und Komponenten für die Nutzung alternativer Technolo- gien. Ein Focus von Fraunhofer ICT liegt auf der Speicherung und Wandlung thermischer Energie sowie der Auslegung und Entwicklung von Wärmespeichersystemen zur Steigerung der Energieeffizienz, darunter sogenannte Thermo-Akkus. Zusammenfassung Sowohl für Grundbetrieb als auch für Einsatz hat die Bundeswehr mit dem Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien begonnen. Während im Grundbetrieb im Rahmen des HHK 4/2016 123


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