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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Die Abteilung Führung Streitkräfte (FüSK) im BMVg Bundeswehr 13 mit dem nachgeordneten militärischen Bereich aussieht: Logistik in der Bundeswehr muss einerseits die materielle Einsatzbereitschaft sicherstellen sowie anderseits die personelle Einsatzbereitschaft und Unterbringung im Einsatz unterstützen. In meiner Abteilung wird dazu grundsätzlich die Rechts- und Fachaufsicht wahrgenommen, während im nachgeordneten Bereich gemäß den Leitlinien zur Neuausrichtung der Bundeswehr die operativen Aufgaben abgebildet sind. Diese Abgrenzung erfordert auch hier wieder klar definierte Zusammenarbeitsbe- ziehungen. Womit wir auch hier wieder bei prozessorientierter Aufgabener- füllung sind. Der Bereich der multinationalen Zu- sammenarbeit kann hier als gutes Beispiel dienen. Im Rahmen der Be- teiligung an internationalen logistischen Agenturen, beispielgebend die NATO Support Agency mit einem Umsatz von 2,5 Mrd. Euro, lässt sich die enge Verzahnung von ministerieller Ebene und nachgeordnetem Bereich sehr gut aufzeigen. Die Unterabteilung FüSK II vertritt die übergeordneten Interessen der Programme und Support Partnerships und stimmt die deutschen Belange mit der NATO Support Organisation ab. In den Programmen und Support Partnerships selbst sind mehrheitlich Entscheidungsbefugte der operativen Ebene, zum Beispiel aus BAAINBw, LogKdoBw oder LogZBw vertreten. Beispielhaft nennen will ich die Opera- tional Logistic Support Partnership, welche vom LogKdoBw vertreten wird während die Support Partnerships Strategic Airlift (entspricht SALIS) durch BMVg FüSK II 4 vertreten wird, hier findet zugleich aber auch eine Auf- gabenwahrnehmung durch BMVg und nachgeordneten Bereich statt. HHK: Wird die Einsatzbereitschaft der militärischen Organisationsbereiche im Bereich FüSK zusammengefasst? Wenn ja, was sind die Kriterien für Einsatzbereitschaft bzw. Verfügbarkeit? Zorn: Die MilOrgBer werden zukünftig für ihren Verantwortungsbereich halbjährlich die Meldung zur Einsatzbereitschaftslage erstellen, die stets eine zusammenfassende Bewertung des jeweiligen Inspekteurs enthält. Diese Meldung beinhaltet sowohl Aussagen über einsatzbereite als auch einsatzverfügbare Kräfte. Der Begriff „Einsatz- bereitschaft“ beschreibt dabei die Befähigung ausgewählter Kräfte zur Erfüllung zugewiesener, konkreter (Einsatz)-Aufgaben/Aufträge. Der Begriff „Einsatzverfügbarkeit“ bezieht sich auf Kräfte, die innerhalb eines vorgegebenen Zeitraumes, in der Lage sind, den Grad der Einsatzbereitschaft, zum Beispiel durch Absolvierung der noch fehlenden einsatzlandspezifischen Ausbildung oder persönlicher Maßnahmen zum Herstellen der Verlegebereitschaft, zu erreichen. Die vorgelegten Meldungen der Organisationsbereiche werden im BMVg für den Generalinspekteur der Bundeswehr durch die Abteilung FüSK zusammengefasst und bewertet. Damit liefert die im BMVg erstellte Einsatzbereitschaftslage Antworten auf die Fragen, inwieweit laufende und bevorstehende Einsatzaufträge der Bundeswehr in Bezug auf Personal, Material und Infrastruktur kurz bis mittelfristig sichergestellt sind. Zudem werden Defizite in diesen Bereichen identifiziert und daraus Handlungsbedarf abgeleitet. Die Einsatzbereitschaftslage dient auch der strategischen Steuerung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr durch den Generalinspekteur. HHK: Wenn Vorschläge für die Weiterentwicklung der Abteilung FüSK er- beten würden, was wären Ihre Vor- schläge und Vorstellungen / Visionen für eine mögliche Weiterentwicklung? Zorn: Wie ich bereits erwähnt habe, wurde die Abteilung FüSK erst zum 1. Oktober 2015 mit Blick auf eine pro- zessorientierte Aufgabenerfüllung hin umgegliedert. Insofern wäre es ver- früht, jetzt schon wieder über eine Weiterentwicklung der Abteilung FüSK nachzudenken. Zudem läuft derzeit im BMVg eine Organisationsanalyse, die das Ziel hat, eine ganzheitliche Betrachtung der notwendigen Aufgaben und organisatorischen Stärken und Schwächen des BMVg vorzunehmen und Transparenz darüber herzustellen. Die Ergebnisse dieser Analyse werde ich abwarten und sie mit den eigenen Erfahrungen aus der aktuellen Organisation der Abteilung zusammen be- werten. Dann wird sich sicher auch zeigen, ob und inwieweit die Abteilung FüSK weiterentwickelt werden sollte. HHK: In Ihrer Abteilung arbeiten militärische und zivile Mitarbeiter sowohl in Berlin als auch in Bonn. Gibt es dabei Probleme und worin besteht die besondere Corporate Identity Ihrer Ab- teilung? Zorn: Meine Abteilung versteht sich als Vertreter der Interessen der MilOrgBer im Ministerium in Bezug auf Einsatz- bereitschaft und Betrieb. Dessen sind sich alle Angehörigen der Abteilung FüSK bewusst und das verbindet, auch orga- nisationsbereichsübergreifend. Unter- schiede oder Trennendes zwischen zivilen und militärischen Mitarbeitern kann ich nicht erkennen. Ganz im Gegenteil, die Mischung ist gewinnbringend. Die Zusammenarbeit funktioniert trotz der Dislozierung an beiden Dienstsitzen in Bonn und Berlin problemlos. Ich selber bin nahezu jede Woche sowohl in Berlin und Bonn präsent. Wichtig ist mir dabei, die Information und Kommunikation „Auge in Auge“ in Ergänzung zu den elektronischen Medien. HHK: Sehr geehrter Herr General, vielen Dank für das sehr informative Gespräch. Fotos: © BMVg / Bundeswehr HHK 4/2016 Bw-Fähigkeiten bei der NATO – Übung Anaconda 2015 in Polen.


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