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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Service Berichte – Daten – Bilder – Protokolle, Helios – Verlag, Aachen 2015, ISBN 978-3-86933-129-4, 251 Seiten, durchgehend illustriert, Literatur- und Abkürzungsverzeichnis. Dienstvergehen wurden je nach Schwere in der Wehrmacht durch Disziplinarvorgesetzte und Wehrgerichte untersucht und ggf. geahndet. Gegen Kriegsende 1945 nahmen der Durchhaltewillen und die Opferbereitschaft aufgrund der für jedermann erkennbaren Sinnlosigkeit des Kriegs- geschehens rapide ab. Dies führte dazu, dass Hitler im März 1945 eine Weisung zu Standgerichtsbefugnissen herausgab und persönlich ein „Fliegendes Standgericht“ unter einem besonders politisch zuverlässigen Generalleutnant ein- setzte. Die vorliegende Studie beschreibt Personalbesetzung und Wirkung des Fliegenden Standgerichtes, insbesondere nach dem Fall der Remagen-Brücke und Bildung des amerikanischen Brückenkopfes am ostwärtigen Rheinufer. Dokumente erlauben ein weitgehend genaues Nachvollziehen der Entstehung und Arbeitsweise des eingesetzten Standgerichtes. Für alle diejenigen, die sich intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg, der Wehrmacht und deren Innere Ordnung befassen, wird dieses Werk zur Lektüre empfohlen. 137 Buchrezensionen Wehrmänner aus der Schweiz 1918 sowie die Rückführung gefallener Soldaten im alten Ägypten und in die USA behandelt. Dabei werden die von militärischen Organisationen und Operationen verursachten sehr unterschiedlichen Wanderungsphänome mit ihren spezifischen Ursachen und Aus- prägungen quellengestützt analysiert. Der Sammelband bietet damit ein sehr breites Spektrum an verschiedenartigen Betrachtungs-ansätzen zum Phänomen Migration im Kontext zu Krieg und Militär. Ein besonders lesenswertes Buch, das unseren Lesern sehr zur Lektüre empfohlen wird. Experten im Kalten Krieg, Kriegserfahrungen und Friedenskonzeptionen US-amerikanischer Kernphysiker 1920 – 1963 Ulrike Wunderle, Experten im Kalten Krieg, Kriegserfahrungen und Friedenskonzeptionen US-amerikanischer Kernphysiker 1920 – 1963, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2015, ISBN978-3-506-766403, 436 Seiten, Abkürzungs-, Literatur- und Quellenverzeichnis, Namensregister. Die Studie widmet sich der amerikanischen Kernphysikerelite, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Möglichkeiten ihrer Wissenschaft für Krieg und Frieden bei öffentliche Bekun- dungen und Aktivitäten deutete. Es wird über die wissenschaftlichen Prägungen und Kriegserfahrungen einer internationalen Generation von Physikern informiert, die in den 1920er Jahren ihre wissenschaftlichen Karrieren begannen, bevor viele von ihnen vor dem NS-Regime aus Europa fliehen mussten. In den USA wirkten sie dann am Bau der Atombombe mit. Auf diesen Erfahrungen baut die Autorin auf, um den Deutungen und Positionen der neuen Experten- elite in der unmittelbaren Nachkriegszeit und im Kalten Krieg auf die Spur zu kommen. Inwiefern ihr international orientiertes und durch Kriegserfahrungen geprägtes Denken über den eigenen Beitrag als Wissenschaftler hinaus einen politischen Ausdruck fand, wird auf verschiedenen Handlungsebenen von der Genfer Konferenz „Atoms for Peace“ bis zur Unterzeichnung des Teststoppabkommens von 1963 nachgezeichnet. Bei der Studie handelt es sich um eine äußerst interessante Arbeit, die eine Lücke in der deutschsprachigen Literatur zur politischen Rolle der Atomphysiker in der Nachkriegszeit schließt. Allen mit der Friedens- und Konflikt- forschung, Abschreckung und Nuklearpolitik bzw. Strategie Befassten bzw. Interessierten wird dieses Buch uneingeschränkt empfohlen. Beute-Kfz und Panzer der Wehrmacht, Rad- und Halbkettenfahrzeuge Walter J. Spielberger, Beute-Kfz und Panzer der Wehr- macht, Rad- und Halbkettenfahrzeuge, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-613-3811-0, 200 Seiten, durchgehend illustriert, Tabellen mit technischen Daten, Literaturverzeichnis. Während des Zweiten Weltkrieges erbeutete die Deutsche Wehrmacht zahlreiche Militärfahrzeuge ihrer Gegner. Waren sie in ausreichender Zahl vorhanden und die Ersatzteilversorgung möglich bzw. gesichert, wurden sie unverändert oder angepasst zur Ausrüstung von Verbänden und Einheiten genutzt. So wurde Beutematerial zum Beispiel an der Front beim Afrika-Korps und zum Schutz Rückwärtiger Gebiete eingesetzt. In einigen besetzten Gebieten wurden Produktionsstätten genutzt, um fremdes Militärgerät für eigene Zwecke weiter zu produzieren. Es ist Verdienst des Autors, dass in dem vorliegenden Band die im Dienst der Wehrmacht stehenden Rad- und Halbkettenfahrzeuge aus Polen, Italien, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Großbritannien, der UdSSR und USA umfänglich und detailliert präsentiert werden können. Das Wehrmaterial wird anhand von teilweise seltenen Fotos, Zeichnungen und technischen Daten vorgestellt. Das Buch ist allen an der Wehrtechnik sowie Geschichte des Zweiten Weltkrieges Inte- ressierten und vor allem Modellbauern als Lektüre und Nachschlagewerk zu empfehlen. Standgerichte im Zweiten Weltkrieg, Illustrierte Bibliographie der Geschehnisse vor und nach dem Fall der Brücke von Remagen am 7. März 1945 Hans-Werner Sondermann, Standgerichte im Zweiten Weltkrieg, Illustrierte Bibliographie der Geschehnisse vor und nach dem Fall der Brücke von Remagen am 7. März 1945, HHK 4/2016


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