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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Bundeswehr Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum im BMVg Stärkung und Zusammenführung von Kompetenzen für den Cyber- und Informa- tionsraum im Geschäftsbereich BMVg Cyber-Angriffe sind Mittel staatlicher und nichtstaatlicher Akteure, um politische und wirtschaftliche Ziele unterhalb der Schwelle eines militärischen Angriffs durchzusetzen Autoren: Oberstleutnant i.G. Uwe Larsen und Fregattenkapitän Alexander Heinrich, Mitglieder des Aufbaustabes Cyber- und Informationsraum des BMVg. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind in einer zunehmend digitalisierten Welt von Informationen aus einem vernetzten Umfeld angewiesen. Dafür sind die Verfügbarkeit, der Schutz und die Unverfälschtheit der gespeicherten, übertragenen und verarbeiteten Daten und Informationen unumgänglich. Der Cyber- und Informationsraum ist damit auch ein strategischer Handlungsraum, da öffentliche und staatliche Informationen frei von digitaler (negativer) Beeinflussung sein sollen und nicht durch Attacken beeinträchtigt werden dürfen. Cyber-Angriffe sind zu einem wirkungsvollen Mittel staatlicher und nichtstaatlicher Akteure geworden, um politische und wirtschaftliche Ziele unterhalb der Schwelle eines militärischen Angriffs, durchzusetzen. Sie sind schwierig zuzuweisen und zurückzuverfolgen aber sie sind auch kostengünstig und erfordern nur geringen Aufwand. Cyber-Bedrohungen durch staatliche und nicht-staatliche Akteure Die verstärkte Erschließung von offensiven 18 Fähigkeiten durch staatliche, aber vor allem auch durch nicht-staatliche Akteure und Organisationen führt zu einem rasanten Anstieg möglicher Angriffsvektoren. Damit steigt die Gefahr für den Staat, für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland aber auch für die Bundeswehr selbst. Vorfälle wie der STUXNET-Angriff, der umfangreiche physische Schaden an iranischen Uranzentrifugen verursachte, zeigen eindrucksvoll, dass Angriffe und Technologien inzwischen hoch ent- wickelt sind. Deutlich wird allerdings auch, dass das Wirken im „virtuellen“ Cyber- und Informationsraum spürbare Effekte in der „realen“ Welt hat. An- griffe, wie etwa in Estland und Georgien zeigen, dass Cyber-Attacken auf staatliche Institutionen keine Fiktion mehr sind, sondern Realität. Dabei existieren im Cyber- und Informationsraum keine nationalen oder geo- grafischen Grenzen. Angriffe können weltweit wirken, ohne Grenzkontrollen und ohne großen Ressourceneinsatz. Die Mittel werden stetig weiterentwickelt und verfeinert. Gleichzeit stehen sie immer leichter einer größeren Zahl von potentiellen Nutzern zur Verfügung. Die Bundeswehr stellt ein Hochwertziel für die Akteure im Cyber- und Informationsraum dar und muss daher neben den tausenden täglichen Malware- und Spam-Attacken jederzeit mit hoch professionellen Cyber-Angriffen rechnen. Um diesen adäquat begegnen zu können, bedarf es einer dauerhaften Hochwertverteidigung. Der Cyber- und Informationsraum als eine neue Dimension – neue Aufgaben für die Bundeswehr Künftig wird die Sicherheit Deutschlands auch im Cyber-und Informationsraum zu verteidigen sein. Denn: Durch die rasant voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung der Gesellschaft ist HHK 4/2016 © Airbus


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