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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum im BMVg Bundeswehr 19 Der Cyber- und Informationsraum. der Cyber- und Informationsraum neben den klassischen Dimensionen Land, Luft, See und Weltraum zu einem neuen Operationsraum geworden. Unverändert ist es Aufgabe der Sicherheits und Verteidigungspolitik, die terri- toriale Unversehrtheit sowie die Souveränität Deutschlands und seiner Verbündeten zu wahren. Cyber-Sicherheit und -Verteidigung ist deshalb eine gesamtstaatliche Aufgabe, die gemeinsam zu bewältigen ist. Die Verteidigungsaspekte gesamtstaatlicher Cyber-Sicherheit fallen hierbei in den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Dazu gehört auch der gemeinsame Schutz kritischer Infrastrukturen. In Ergänzung bzw. Erweiterung der bisherigen Aufgaben der Bundeswehr sind daher im Cyber- und Informationsraum folgende Beiträge zu leisten: – Die Verteidigung gegen Cyber-An- griffe, die einen bewaffneten Angriff auf Deutschland darstellen bzw. einen solchen vorbereiten oder begleiten können. – Die Ausübung von Cyber-Fähigkeiten im Rahmen von Auslandseinsätzen nach Artikel 24 Absatz 2 des Grundge- setzes. – Die Unterstützung bei der gesamt- staatlichen Abwehr von Cyber-An- griffen durch Maßnahmen, die von der technischen Unterstützung im Rahmen der Amtshilfe bis hin zum Ein- satz der Bundeswehr zur Bewältigung eines besonders schweren Unglück- falls, insbesondere bei Kritischer Infra- struktur, reichen können. Aufbau von Fähigkeiten und Strukturen Die Bundeswehr muss über entsprechende Ausrüstung und Personalressourcen verfügen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Neben den dargestellten gemeinsamen bzw. gesamtstaatlichen Aufgaben sind auch die eigenen (konventionellen) Kräfte handlungsfähig zu halten. Zum Beispiel sind die bereits stark vernetzten technisierten militärischen Plattformen und Waffensysteme durch die fortschreitende Digitalisierung auf die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (sog. Embedded IT) angewiesen. Dabei geht es nicht nur um Teilhabe am Informationsaustausch sondern auch um den Erhalt der Funktionsfähigkeit (bspw. Motorelektronik). Der Aufbau robuster Cyber-Fähigkeiten mit dem Zusammenwirken konventioneller Kräfte in der Bundeswehr ist daher von besonderer Bedeutung. Und dieses von der Rüstung bis zum Auslandseinsatz. Somit gilt es: – Die Cyber-Fähigkeiten der Bundes- wehr zum gesamtstaatlichen Ansatz auszubauen und zu diesem Zwecke Kooperationen zu stärken, zum Bei- spiel mit dem Bundesministerium des Innern oder durch Vernetzung mit Wissenschaft, Industrie und multina- tionalen Partnern; – defensive und offensive Cyber-Fähig- keiten in der Bundeswehr auszubauen, – die mit der Digitalisierung entstehen- den Chancen für die Bundeswehr nutzbar zu machen, HHK 4/2016 Cyber durchdringt alle Bereiche der Bundeswehr. Die Dimension Cyber- und Informationsraum.


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