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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Bundeswehr IS verliert an allen Fronten – aber nicht den Krieg! Auch die Bundeswehr Ausbildungs- unterstützung in der Region Kurdistan-Irak sowie für die irakischen Streitkräfte. © Bundeswehr / Sebastian Wilke IS verliert an allen Fronten – aber nicht den Krieg! Hohe Geländeverluste für den IS in seinen Kerngebieten führten zum Strategiewechsel und Einsatz von sogenannten „lone wolves“ Oberstleutnant i.G. Heino Matzken, M.Sc. Ph.D., Brüssel (Es wird darauf hingewiesen, dass der Autor seine persönliche Meinung wiedergibt.) Mit ein wenig Stolz und einer gewissen Erleichterung verkündete das Pentagon im Mai den Verlust von fast 45 Prozent des Herrschaftsgebietes des Kalifats im Irak und bis zu 20 Prozent in Syrien seit 2014. Auch die letzten Offensiven der irakischen Armee, anderer Rebellengruppen in Syrien sowie der neuen Einheitsregierung in Libyen könnten auf einen Zusammenbruch oder zumindest eine militärische Schwäche des Islamischen Staates schließen lassen. Erfolge der internationalen Allianz in Form von Geländegewinnen zeichnen sich deutlicher denn je im Wüstensand des Nahen Ostens und Nordafrikas ab. Der gemeinsame Ansatz, also die Maßnahmen des Bündnisses gegen den IS, verbunden mit den Anstrengungen lokaler, regionaler oder ethnischer Gruppen, trägt erste Früchte. Das Kalifat ist auf dem Rückzug, zumindest geographisch gesehen! Sollte sich tatsächlich die Wende im Kampf gegen die Krieger unter dem schwarzen Banner anbahnen? Ob mit Erfolgen im westlichen Denkmuster, also Schläge gegen das „Staatssystem“ des Kalifats, die Gefahr, welche von islamistischen Terroristen ausgeht, wirklich gebannt werden kann, ist mehr als fraglich. Und genau hier wirkt sich die unterschiedliche 26 Perzeption des IS auf die Vorgehensweise gegen den selbigen aus. Während die „Gotteskrieger“ durch die militärische Vorgehensweise des Okzidents herbe Rückschläge erleiden, scheint die dahintersteckende Ideologie weiter auf dem Vormarsch. leistet Strategiewechsel sagen die einen, Konsequenz überlegener Weltanschauung die anderen. Die Attentate von sogenannten „lone wolves“, wie Mitte Juni in Orlando auf eine Homosexuellen-Bar oder kurz darauf in Paris auf ein Polizistenpaar, bewiesen eindrucksvoll die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft. Durch Propaganda des Kalifats in Rakka radikalisiert, über das Internet professio- nell auf die Zielgruppe zugeschnitten, griffen diese isolierten Täter zur Waffe. Umso wichtiger somit auch zukünftig, dass der Westen weiter mit allen Mitteln, also nicht allein militärischen, gegen diese Vergewaltigung des islamischen Glaubens vorgeht. Der Kampf gegen das Kalifat und seine terri- torialen Grenzen ist dabei jedoch nur ein, wenn auch wichtiger, Ansatz. HHK 4/2016


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