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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Schwerpunkt Aviation Safety im internationalen Kontext in der EUMAAC, den Deutschland 2017 übernehmen wird. Die von 43 europäischen und afrikanischen Sicherung der CH-53 durch die Mechaniker nach der Landung. © Bundeswehr / Sandra Elbern 50 Staaten getragene EURO- CONTROL überwacht und steuert die zivilen und zum Teil militärischen Flugbewegungen über Europa. Um sicher zu stellen, dass die zivilen Flugrouten konfliktfrei zum militärischen Übungs- und Einsatzflugbetrieb verlaufen und zivile und militärische Luftfahrzeuge nach gleichen Regeln agieren, wird in der EUROCONTROL eine enge zivilmilitärische Zusammenarbeit gepflegt. Das LufABw entsendet Experten in die entsprechenden zivil-militärischen Fachgremien. Internationalität und Souveränität stehen nebeneinander Eine der Herausforderungen in der internationalen Zusammenarbeit ist es, die durchaus unterschiedlichen Inte- ressen und divergierende Ziele der nationalen und internationalen Partner zu erkennen. Hier gilt es, Trends zu bewerten, Einflussmöglichkeiten zu nutzen und ein möglichst umfassendes Lagebild zu erstellen. Daher hat das LufABw einen Verbindungsoffizier in Brüssel, der hierzu berichtet. So kann das LufABw seine Vorstellungen als militärische Luftfahrtbehörde richtig platzieren. Denn was die Verantwortlichen im Bereich der militärischen und zivilen Luftfahrt heute planen, hat sich morgen in der Realität zu bewähren. Daher wirkt das LufABw auf internationaler Ebene gestaltend mit. Es steht nicht im Widerspruch, internationale Standards zu fördern und natio- nale Souveränität zu bewahren, denn grundsätzlich gilt: Regelungen für die militärische Luftfahrt unterliegen weiterhin der nationalen Souveränität. Das ist die Basis für den eigenständigen Auftrag des LufABw, komplementär zu den zivilen Behörden. Dies ist auch Selbstverständnis der militärischen Luftfahrtämter der großen Partnerländer wie Frankreich, Großbritannien oder Italien. Die Wahrung der nationalen Kompetenz ist die Grundlage, auf der das LufABw als Partner in der EU und der NATO gleichberechtigt zu gemeinsamen Regelungen kommen will. Dabei soll die notwendige Flexibilität gewahrt bleiben, bei Bedarf ggf. rein nationale Regelungen zu schaffen. Fazit Einer der Leitgedanken bei der Neuausrichtung der Bundeswehr war: „Vom Einsatz her denken“. Dem ist auch das LufABw verpflichtet. Die durch das LufABw erlassenen Regelungen und Vorschriften für die militärische Luftfahrt im Bereich der Bundeswehr sollen einen flexiblen, grenzüberschreitenden und mit unseren Partnern operationell verzahnten sicheren militärischen Flugbetrieb ermöglichen. Schon heute ist die zivile und militärische Luftfahrt durch das hochkomplexe Zusammenwirken von Menschen, Technik und Verfahren in der Luft und am Boden geprägt. Luftfahrtsicherheit muss dabei alle wesentlichen Einflussfaktoren berücksichtigen. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicher- heit der Luftfahrt ist die Grundlage für die erfolgreiche Weiterentwicklung der kommerziellen und militärischen Luftfahrt. Hier besteht insbesondere in Bezug auf den Einsatz von RPAS noch Regelungsbedarf und Aufklärungsarbeit, um Vertrauen zu gewinnen. Angesichts der zukünftigen Herausforderungen können die zivilen und mili- tärischen Luftfahrtbehörden nur gemeinsam erfolgreich für die Sicherheit im Luftraum sorgen. Die intensive militärisch militärisch und zivil-militärische Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und transatlantischer Ebene ist hier der richtige Weg und das LufABw geht hier voran. HHK 4/2016 Flugsicherung im Tower. © Bundeswehr / Sandra Elbern


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