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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Nach dem EU-Einsatz ist vor dem EU-Einsatz... Heer Der Chef des Stabes EUROCORPS, BrigGen Pfrengle, während seines Einsatzes als Mission Commander EUTM MALI. © HQ EUROCORPS Der Mission Commander EUTM MALI, BrigGen Pfrengle, und der kommandierende General des EUROCORPS, GenLt Ramirez, im Gespräch mit malischen Soldaten. © HQ EUROCORPS GenLt Wosolsobe und GenLt Ramirez unterzeichnen den „Letter of Intent“ zwischen dem EUMS und dem EUROCORPS. © EUMS ische Ausrichtung konsequent voranzutreiben und auch über den ursprünglich geplanten Zeitraum bis 2016 hinaus beizubehalten. Gemäß den ersten Planungen wurde die für das (F)HQ 2016-2 geplante Übung European Spearhead, die im Oktober 2016 durchgeführt werden soll, zur Zertifizierungsübung für das (F)HQ 2016-2 modifiziert und eine direkte inhaltliche Verbindung zur EUBG 2016-2 Übungsserie hergestellt, um so viel wie möglich der hier gemachten Erfahrungen einfließen zu lassen. „technisch“ jede Nation für sich ge- sehen ihre Angehörigen des Korpsstabes in den Einsatz entsenden würde. Neben der nationalen Vorbereitung jedes einzelnen Soldaten, wurde durch den Korpsstab ein einwöchiges Seminar für das designierte Personal durchgeführt, zu dem auch Kontingentangehörige eingeladen wurden, die nicht zum EUROCORPS gehörten. Neben der nicht zu unterschätzenden Kohäsionssteigerung, zahlten sich die hier gemachten Erfahrun- gen im Laufe der Mission besonders aus. Dies insbesondere im Planungsworkshop, der die Weiterentwicklung der Mission untersuchen sollte, da im Herbst ein Strategic Review anstand, der über den Charakter der Mission in einem möglichen neuen Mandat ab Juni 2016 entscheiden sollte. Während des Mali-Einsatzes konnten wertvolle Erfahrungen im Rahmen einer Ausbildungsmission der EU gesammelt werden. Weiterhin konnte die im EUROCORPS im täglichen Dienst erworbene Expertise eingebracht werden, in einem multinationalen und europäischen Umfeld zu arbeiten und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Diese vermutlich nicht messbare „Kernkompetenz“ des eingesetzten EUROCORPS Personals und die Tatsache, dass die Masse des Personals sich aus dem täglichen Dienst und Übungen in einem multinationalen Umfeld kannte, führte dazu, dass vom ersten Tag des Einsatzes Fahrt aufgenommen werden konnte. Dieser Umstand ermöglichte den Fokus auf den militärischen Rat für den Strategic Review. Insbesondere der gravierende Unterschied im Charakter der Mission im Vergleich zum EUBG-Auftrag, war eine gänzlich andere Erfahrung, als sie während der EUBG-Übungsserie gewonnen werden sollte. Während das (F)HQ als taktischoperatives HQ im Einsatz vom Operation Headquarters (OHQ) als strategisches HQ geführt wird, welches wiederum der politischen Ebene unterstellt ist, ist das Hauptquartier einer Ausbildungsmission unmittelbar dem Political and Security Committee (PSC) unterstellt und bildet somit alle militärischen Führungsebenen ab. Während des EU-Einsatzes gingen „zu Hause“ die Vorbereitungen für den EUBG-Auftrag mit nicht nachlassendem Engagement weiter. Die enge Zusammen- arbeit mit verschiedensten EU-Institutio- nen sowohl aus dem Einsatz, aber auch aus Straßburg heraus, führte zu einer immer engeren Annäherung des EUROCORPS insbesondere an den EU-Military Staff (EUMS). Diese Zusammenarbeit wurde schließlich mit einem „Letter of Intent“ zwischen dem EUROCORPS und dem EUMS manifestiert. Durch die Erfahrungen aus Mali und der EUBG-Vorbereitung war es insbesondere für die Führung des EUROCORPS schnell klar, dass dieses Hauptquartier das „preferred Headquarters“ für jegliche militärische Einsätze der EU werden sollte. Noch während des laufenden Mali- Einsatzes wurde entschieden, dass das EUROCORPS auch für die FRA/BEL EUBG 2017-1 das (F)HQ stellen wird. Dabei werden die Erfahrungen sowohl aus dem Einsatz, als auch aus der laufenden EUBG 2016-2 Vorbereitung gewinnbringend eingesetzt werden können. Ein weiterer Schritt war getan, die europä- HHK 4/2016 69


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