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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Heer Deutsch-niederländisches „Project GRIFFIN“ Sachstand DEU-NLD Heereszusammenarbeit „Project GRIFFIN“ Zur Entwicklung der deutsch-niederländischen Heereszusammenarbeit von einer Kooperation hin zu einer Integration Oberstleutnant i.G. de Beus, Austauschoffizier der Niederlande, Kommando Heer - II 2 (2) Die „Declaration of Intent (DoI) between DEU and NLD Ministers of Defence on the further Enhancement of Bilateral Relations in the Field of Defence“ aus dem Jahr 2013 stellt für das Deutsche und das Niederländische Heer die politische Billigung und Unterstützung für die Umsetzung aller Maßnahmen zur Intensivierung der deutsch-niederländischen Heereskooperation dar. Zusammengefasst werden alle diese Maßnahmen als Projekt GRIFFIN bezeichnet und wurden mittlerweile mit dem Projekt TAURUS noch vertieft. Diese Erklärung hat den Grundstein für die Entwicklung der deutsch-niederländischen Heereszusammenarbeit von einer Kooperation hin zu einer Integration gelegt. Deutsche und niederländische Soldaten auf einem Schützenpanzer CV90 während der Zertifizierungsübung EUROPEAN SPIRIT der EUBG (European Battlegroup), bei der die teilnehmenden Truppenteile und Nationen Großgerät und Handwaffen auf dem Truppenübungsplatz Bergen am 22. April 2016 präsentierten. © Bundeswehr / Dorow – Cluster “Integration of 1. (DEU) Pan- zerdivision and 43. (NLD) Mechani- sierte Brigade“(Project TAURUS). Zum besseren Verständnis werden im Folgenden drei Projekte vorgestellt, die durch die ASG gesteuert und koordiniert werden. Tiefere Integration DEU-NLD Artillerie und STF Im Bereich Artillerie und Streitkräftege- meinsame Taktische Feuerunterstützung (STF) soll mittelfristig die Interoperabilität so verbessert werden, dass eine wechselseitige Unterstützung in Ein- sätzen ermöglicht wird. Diese soll sich von gemeinsamen Verfahren über Ausbildung und Ausstattung bis hin zur Aufstellung eines gemeinsamen Artillerie- verbandes erstrecken. Ziel dieser Kooperation im Bereich Artillerie ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit ein gemeinsamer Artillerieverband in kürzester Zeit zu- sammengeführt und dann auch eingesetzt werden kann. Die deutsche und die niederländische Artillerieschule haben, basierend auf ihren Erfahrungen aus der NATO Response Force (NRF) 2015, dafür eine „Standing Operating Procedure“ (SOP) entwickelt. Diese wird nun auch als Grundlage für das nächste gemeinsame Projekt eines multinationalen Artillerieverbandes (DEU, NLD, NOR und BEL) im Rahmen des Auftrages „Very High Readiness Joint Task Force (VJTF)“ 2019 dienen. Integration 11. (NLD) LMB in (DEU) DSK Mit Zeichnung des „Technical Arrangement“ (TA) am 12. Juni 2014 wurde ein weltweit einmaliger Schritt hinsichtlich der Schaffung eines integrierten binationalen Großverbandes für gemeinsame Ausbildungen, Übungen und Einsätze unternommen. Hierbei stellen die Niederlande den stellvertretenden Divisionskommandeur DSK und be- setzen weitere 13 Dienstposten im Divisionsstab. Die Zusammenarbeit läuft Zur Ausgestaltung und Umsetzung dieser Integration wurde die Army Steering Group (ASG) ins Leben ge- rufen. Diese gliedert sich in folgende Steuer- und Arbeitselemente: – ASG Board. Die NLD und DEU stellen beide einen „Co-Chairman“ im Rang eines Brigadegenerals, – Cluster Future Force Development (FFD, Doktrin, Zukunfts- und Fähig- keitsentwicklung), – Cluster Logistics & Support (L&S, Logistik und Sanität), – Cluster Training & Operations (T&O, Übung, Ausbildung und Einsätze), – Cluster C4I (Technische Interoperabilität), – Cluster I. DEU/NLD Corps, – Cluster „Deeper Integration of DEU and NLD Fire Support“, – Cluster „Integration of 11. (NLD) Luchtmobiele Brigade (LMB) into (DEU) Division Schnelle Kräfte (DSK)“, 72 HHK 4/2016


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