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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Heer Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr Einzigartige Expertise und weltweite Kooperation Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr ist multinational und ressortübergreifend ausgerichtet. Burghard Lindhorst „Ich habe hohen Respekt vor der Entscheidung der Menschen, die sich ohne Waffen zwischen verfeindete Fronten stellen und versuchen, mit dem Argument zu überzeugen und ohne Bedrohung diese Aufgabe zu erledigen.“ Dies unterstrich Bundespräsident Joachim Gauck beim Besuch der Übung BLUE FLAG/4-PEACE CENTRAL EUROPE 2016, die Anfang Juli als gemeinsame Abschlussübung der von den Vereinten Nationen zertifizierten Militärbeobachterlehrgänge von Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden am Bodensee stattfand. Wappen des VNAusbZBw. eine Beratergruppe unterstellt. Insgesamt umfasst das VNAusbZBw 426 Soldaten und zivile Mitarbeiter. Herausra- gendes Merkmal und Garant für die hohe Qualität der Ausbildung ist die Einsatzerfahrung der Ausbilder: Sie bringen ihre Expertise aus mehr als 25.000 Tagen in Auslandseinsätzen ein. Die Beratergruppe ist die Schnittstelle zur Auswertung von Einsatzerfahrung, Beratung, Ausbildungsplanung sowie der Erstellung von konzeptionellen Dokumen- ten und der Ausbildungsrichtlinien für den Einsatz der Soldaten in Feldlagern. Sie stellt Einsatzland-Informationspakete im Rahmen der Einsatzlandspezifischen Ausbildung (ELSA) bereit, erstellt Ausbildungskonzepte auf Basis der Auswertung von Einsatzerfahrungen, koordiniert die internationale Kooperation des Zentrums und stellt ihre Expertise zum Bereich „Schutz“ bereit. Das beinhaltet die Beratung im Einsatz zu baulichen Schutzmaßnahmen, die Integration von mobiler Überwachungstechnik in den Feldlagern und die Einbindung von taktischen Verfahren in der Ausbildung zur Minimierung von Einsatzrisiken. Der Bereich Lehre/Ausbildung setzt sich aus zwei Inspektionen, der Gruppe Lehr- gangsplanung/Steuerung/Grundsätze, der Gruppe Truppenfachlehrer und einer Unterstützungskompanie zusammen. Die multinationale Übung bot insgesamt 133 Lehrgangsteilnehmern aus 33 Nationen die Möglichkeit, ressortübergreifend, in freiem Gelände und unter möglichst realistischen Einsatzbedingun- gen, das Erlernte gemeinsam im internationalen Team, verstärkt durch echte Polizisten, anzuwenden und umzusetzen. Als Leitungs- und Organisationspersonal, zum Beispiel auch als Rollenspieler, kamen allein auf deutscher Seite zusätzlich rund 200 Soldaten vom Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr zum Einsatz. Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr (VNAusbZBw) wurde am 27. Oktober 1999 als Teil der Infanterieschule in Hammelburg aufgestellt. Seit dem 1. Januar 2015 ist es eine eigen- ständige Dienststelle und untersteht dem Ausbildungskommando des Heeres in Leipzig. Die einzigartige Einrichtung der Bundeswehr für einsatzvorbereitende Ausbildung ist multinational und ressor- tübergreifend ausgerichtet und auf prak- tisches Handlungstraining spezialisiert. Sie besticht durch ihre weltweite Koope- ration und internationale Erfahrung. Der Kommandeur, Oberst Michael Uhrig, betont diese Konzeption durch den Leitspruch: „Das VNAusbZBw ist – vielfältig und komplex in seinen Auf- gabenstellungen, – innovativ und TSK-übergreifend im Rahmen der Einsatzvorbereitung, – weltweit und multinational vernetzt.“ Soldaten der Bundeswehr, Soldaten befreundeter und verbündeter Streitkräfte, ziviles Personal der Bundeswehr, Polizisten, Journalisten sowie Zivilisten von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (GO/NGO) werden für jedes Einsatzgebiet trainiert. Dem Kommandeur sind neben der Stabsgruppe der Bereich Lehre/Ausbildung und 74 Oberst Michael Uhrig ist seit März 2015 der Kommandeur Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr in Hammelburg. HHK 4/2016 Bundespräsident Gauck mit internationalen Militärbeobachtern.


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