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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr Heer Der Übungsraum von BLUE/FLAG/4-PCE gliederte sich in drei Sektoren: Der Sektor Nord wurde durch das deutsche Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr, der Sektor Mitte durch das österreichische Zentrum für Einsatzvorbereitung und der Sektor Süd durch das Schweizer Internationale Ausbildungszentrum zeitgleich beübt. Sprachen. Ein weiteres Beispiel: Kürzlich war ich bei der Sanitätsausbildung dabei, als eine Hauptgefreite einen Nervenzusammenbruch gespielt hat. Der Lehrgangsteilnehmer vom MeoMLehrgang, ein Oberleutnant, saß anschließend in der Ecke, war fix und fertig. Ein solch realistisches Bild hatte er noch nie erlebt. Jedes Szenario, dass wir üben, ist irgendwo und irgendwann auch tatsächlich passiert. Sprache und Einsatz – das ist unsere Qualitätsberechtigung! HHK: Herr Uhrig, recht herzlichen Dank für Ihre interessanten Ausführungen. Fotos und Grafiken: © VNAusbZBw HHK: Von der internationalen Vernetzung zu eher nationalen Aspekten: Ihnen untersteht ja auch eine Inspektion in Wildflecken, die einen ganz anderen Auftrag hat. Uhrig: Ja, die II. Inspektion in Wildflecken ist die Nationale Inspektion. Vor rund zwei Jahren wurde durch das Kommando Heer entschieden, diese zu schließen. Damals führte man dort die Zentrale Ausbildung EAKK durch, die fortan in der Truppe gemacht werden sollte, um Dienstposten einzusparen. Der Inspekteur SKB sah aber den Bedarf an Einsatzlandunspezifischer Ausbildung (ELUSA) für seine Soldaten und hat dafür aus einem Organisationsbereich 204 Dienst- posten zugewiesen. Dadurch konnte man die Ausbildung in Wildflecken erhalten. Dort wird also Umgang mit Waffen und Gerät, Bewegung im Einsatzland etc. mit einem Riesenaufwand betrieben. Die zehntägige Ausbildung muss alle drei Jahre wiederholt werden. Das Niveau, der Abholpunkt 3, ist eine verbesserte Grund- ausbildungsebene. Die Palette der Teilnehmer reicht vom Hauptgefreiten, der noch nie im Einsatz war, bis zum Oberst, der schon fünf Mal auf dem Balkan oder in Afghanistan war. Eine sehr unglückliche Situation. Wir wollen daher den Lehrgang modifizieren. Die Inspektion ist zusätzlich noch zuständig für die Ein- satzvorbereitung aller zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr. 1.400 zivile Mitarbeiter gehen jedes Jahr durch die neunwöchige ASA (Allgemeine Soldatische Ausbildung). Und zusätzlich macht die Inspek- tion noch „Train, Advice and Assist“ (TAA). Offiziere und Stabsoffiziere, die in Afghanistan die Begleitung der Korps und der Schulen leisten sowie im Verteidigungsministerium sind, bekommen einen zweiwöchigen Englisch-Lehrgang, zwei Wochen Ausbildung in interkultu- reller Kompetenz, Verhandlungsführung, Gesprächsführung, Unterstützung bei der Erstellung von Plänen für Einsätze. Alles auf der Unterstützungsebene, nicht für eigene, direkte Aktionen. HHK: Wie stellen Sie bei dieser Vielfalt der Aufgaben organisatorisch das hohe Ausbildungsniveau sicher? Uhrig: Wir schaffen das alles nur, weil wir eine so hervorragende Unterstützungs- kompanie haben. Sie stellt die „Soldaten in darstellender Funktion“ (SidaF), also die Role Players, das ganze logistische Personal und die Hörsaalfeldwebel, die die Ausbildung durchführen können, das ganze Rahmen- und Organisationspersonal. So etwas habe ich in meiner ganzen Dienstzeit noch nicht erlebt. Vom Obergefreiten bis zu Hauptmann sind sie alle in diese Themen eingebunden. Insgesamt sprechen sie fließend elf


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