Page 81

Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Fliegende Waffensysteme mit einer Mehrrollenfähigkeit Luftwaffe Die GBU-48 besteht aus dem Wirkkörper Mk83, der bereits in der Luftwaffe vorhanden ist, einem Enhanced PAVEWAY II-Lenksystem mit dualem Modus und einem Bombenzünder Improved Penetrator (TIP) wurde im Juni 2012 schlussgezeichnet. Die Vertrags- unterzeichnung für die Beschaffung der GBU-48 erfolgte Ende November 2012. Der Beginn der Auslieferung ist noch für 2016 geplant. Mit den ersten Versuchs-/ Erprobungsabwürfen für die Einsatz- prüfung mit dem Waffensystem EUROFIGHTER wird noch im Jahr 2016 gerechnet und soll nach dem Truppenversuch und der Freigabe zur Nutzung der Truppe ab 2016 für das Waffensystem EUROFIGHTER zur Verfügung stehen. Eine Beschaffung der GBU-54B LJDAM (basierend auf der 450kg Standardbombe Mk82) für das Waffensystem TORNADO wird weiterhin verfolgt. Erste Versuchs-/Erprobungsabwürfe mit dem TORNADO fanden im Herbst 2012 auf der Testrange in Vidsel/Schweden statt. dardbombe Mk82, versehen mit dem JDAM-Lenksystem. Die GBU-38 wird im Vergleich zu anderen Bomben als „Leichtgewicht“ bezeichnet. Während die GBU-54 LJDAM zusätzlich zum JDAM-Lenkkit auch den Laser-Suchkopf „Precision Laser Guidance System“ (PLGS) trägt, besteht die GBU-38 nur aus dem Mk82-Bombenkörper mit JDAMLenkkit: Gleiche Bombe, verschieden- artige Fähigkeiten. Für den EUROFIGHTER sollte in der 1. Stufe ab 2012 die GBU-48 als allwetterfähige Präzisionsbewaffnung zur Bekämpfung von Bodenzielen auf kurze Reichweite integriert werden. Im Rahmen der Rollenanpassung des EUROFIGHTERs ist bereits die Fähigkeit zum Einsatz der GBU-16 PAVEWAY II in Verbindung mit einem Laser Designator Pod „vertraglich eingebaut“. Ihre technische Weiterentwicklung ist die GBU-48 Enhanced PAVEWAY II - auch als E-GBU-16 bezeichnet -, die zusätzlich zum Lasersucher auch über GPS-Lenkung verfügt. Sie sollte bereits im Jahr 2016 verfügbar sein. Äußerlich sind die beiden Bombentypen kaum zu unterscheiden. Die GBU-48 besteht aus dem Wirkkörper Mk83 (450kg mit 202kg Sprengstoffmasse), der bereits in der Luftwaffe vorhanden ist, einem Enhanced PAVEWAY II-Lenksystem mit einem dualen Modus und einem Bombenzünder FMU-152 A/B. Das Lenksystem ist modular aufgebaut und besteht aus einem Lenk- und Steuer- teil am Kopf der Waffe, einer Flügelbaugruppe am Heck sowie einem inte- grierten Bodenabstandssensor. Durch die GPS-unterstützte Trägheitsnavigation ermöglicht das Lenksystem die präzise und effekt-orientierte Bekämpfung von stationären Bodenzielen bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit. Durch den Lasersuchkopf kann auch ein Einsatz gegen Ziele in der Bewegung er- folgen. Der EUROFIGHTER kann unter den Tragflächen bis zu sechs GBU-48 mitführen. Als elektro-optischer Zielbeleuchter zur Markierung von Bodenzielen wird der bereits für den Tornado eingeführte Laser Designator Pod LITENING (LDP) III integriert. Ziele können auch durch andere Luftfahrzeuge oder durch boden- gebundene Kräfte markiert werden. Nach dem Abwurf vom EUROFIGHTER steuert die GBU-48 mittels Trägheits- und GPS-Navigation zu den einpro- grammierten Zielkoordinaten. Erfasst der Lasersuchkopf im Endanflug ein mit einem Laser markiertes Ziel, übernimmt er die Steuerung des Effektors und lenkt diesen in das markierte Ziel. Falls der Lasersuchkopf seine Zielmarkierung nicht erfasst oder verliert, nutzt das System die in der Missionsplanung oder im Cockpit programmierten GPS Ziel- koordinaten und führt die Waffe damit ins Ziel. Zusätzlich plant die Luftwaffe mit einer Modifizierung der GBU-48 ab 2016 den TROJAN IMPROVED PENETRATOR (TIP) einzuführen, der eine erhöhte Penetrationsleistung mit gleichzeitig deutlich verringerter Sprengkraft kombiniert. Durch diese angepasste Wirkung im Ziel und der daraus resultierenden Minimierung von Kollateralschäden ist der TIP für den Einsatz in der Luftnahunterstützung in unmittelbarer Nähe zu eigenen oder verbündeten Bodentruppen und in urbanem Gelände optimiert. Des Weiteren könnte TIP gehärtete Punktziele mit seinem Penetrator erfolgreich be- kämpfen. Die „Abschließende funktionale Forderung (AF)“ für den Trojan 81 FMU-152 A/B. © Lockheed Martin Als elektro-optischer Zielbeleuchter zur Markierung von Bodenzielen wird der bereits für den TORNADO eingeführte Laser Designator Pod LITENING (LDP) III auch in den EUROFIGHTER integriert werden. Ziele können allerdings auch durch andere Luftfahrzeuge oder durch bodengebundene Kräfte markiert werden. © Jürgen Pöppelmann HHK 4/2016


Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above