Page 83

Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Fliegende Waffensysteme mit einer Mehrrollenfähigkeit Luftwaffe BRIMSTONE ist eine millimeterwellengesteuerten Panzerabwehrlenkwaffe mit einer Reichweite von bis zu 32 Kilometern. Die Waffe wird bereits von der Royal Saudi Air Force und der Royal Air Force (RAF) eingesetzt. Sie verfügt über eine Tandemhohlladung auch der EUROFIGHTER während eines Luft/Boden-Einsatzes gleichzeitig Ziel- und Wirkungsanalyse der Mission durch- führen und somit zusätzliche Aufklärungskräfte einsparen. Die Bewaffnung künftiger unbemannter Luftfahrzeuge ist noch ungeklärt. Das geplante unbemannte Flugsystem (Unmanned Air System, UAS) soll der MALE-Klasse (Medium Altitude Long Endurance – Mittlere Flughöhe, große Reichweite) zugeordnet werden. Der eigentlichen Entwicklung des UAS wird eine Definitionsstudie vorgeschaltet, die bis 2017 fertig gestellt sein soll. Diese Studie soll der Klärung der technischen Anforderungen an das System sowie der Zulassungs- und Betriebsgrund- lagen dienen. Am Ende dieser Phase wird dann über den Beginn der Entwicklung und Beschaffung sowie über die mögliche Bewaffnung zu entscheiden sein. Hierbei sollen sowohl Waffen aus eigener Entwicklung als auch Waffen vom internationalen Markt Berücksichtigung finden. großen Außenlasten an. Für die Inte- gration des TAURUS liegen im Moment noch keine Aufträge vor, vielmehr ging es bei diesen Tests in Manching darum, die italienische Erprobung der ebenfalls relativ großen Abstandswaffe STORM SHADOW zu unterstützen. Niederhaltung der gegnerischen Luftverteidigung – Suppression of Enemy Air Defence (SEAD) Der für dieses Szenario eingeführte Flugkörper AGM-88/B HARM (High Speed Anti Radiation Missile) wurde Ende der 1980er Jahre von der Luftwaffe zur Bekämpfung der gegnerischen Luftverteidigung beschafft. In Verbindung mit dem sogenannten „Emitter Locator System“ (ELS) des TORNADO ECR wird die Position von aktiven Radarstellungen vermessen und die Abstrahlsignatur des Radars mit gespeicherten Daten von vorab aufgeklärten Radartypen der gegnerischen Luftverteidigung abge- glichen. Im Endanflug steuert der Lenkflugkörper mit dem eigenen passiven Radarsuchkopf auf die Abstrahlsignatur des Zieles zu. Als Gegenmaßnahme ist die gegnerische Luftverteidigung gezwungen, ihr Radargerät frühzeitig abzuschalten; anderenfalls wird sie vom HARM-Flugkörper entdeckt und bekämpft. Wenn auch der Lenkflugkörper 2002 eine Verbesserung seiner Software erhielt und in Verbindung mit der neuen Systemsoftware des TORNADO ECR eine signifikante Verbesserung der Leistungs- fähigkeit des Lenkflugkörpers erzielt werden konnte, wird bei verschiedenen Streitkräften wie bei Teilen der Industrie die Wirksamkeit solcher Anti-Radar-Flug- körper kritisch gesehen, da es bisher keine belastbaren Beweise für tatsächliche Zerstörungen von Radargeräten durch HARM gibt. Hier vollzieht sich möglicherweise gerade ein Paradigmen- wechsel. So verfolgen die britischen Streitkräfte daher eher das Ziel, Radar- geräte massiv mit konventionellen Waffen zu zerstören, so zum Beispiel durch das System BRIMSTONE. Die weitere Entwicklung Die Integration weiterer Luft/Boden- Waffen muss in einer übergreifenden Ge- samtbetrachtung mit den Fähigkeiten anderer Plattformen einschließlich zu- künftiger unbemannter Luftfahrzeuge ab- gewogen und viernational abgestimmt werden. Bisher haben sich die vier EUROFIGHTER Partnernationen noch nicht über die mit der 2. Stufe der Rollenanpassung zu integrierenden Waffen geeinigt. Ziel wird es sein, die Mehrrollenfähigkeit im Abgleich mit bereits vorhandenen Fähigkeiten international abgestimmt im Rahmen der 2. Stufe der Rollenanpassung weiter zu entwickeln, wie beispielsweise mit dem Einsatz in der bemannten abbildenden Aufklärung unter Nutzung des bereits für den TORNADO eingeführten Aufklärungsbehälters RECCE LITE, der digitalisierte Aufklärungsergebnisse in nahezu Echtzeit liefert. Damit könnte Der Lenkflugkörper AGM-88B HARM Block III A ist eine Luft-Boden-Rakete, die speziell zur Bekämpfung von bodengestützten Radaranlagen entwickelt wurde. Der LFK wird vom US-Konzern Raytheon vertrieben. © Archiv JP 83 mit einer 300g Vorladung und einer 6,2kg Hauptladung. © MBDA HHK 4/2016


Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe
To see the actual publication please follow the link above