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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

„SEMPER COMMUNIS!“ – 10 Jahre Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ Interview mit Oberst Dipl.Päd. Hans Peter Dorfmüller, Kommandeur Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ Friedrich K. Jeschonnek Angriffe in die Tiefe feindlichen Hinter- landes und speziell auf Feldflugplätze unternommen wurden, nahmen im Zweiten Weltkrieg Kommandoaktionen gegen Einrichtungen des Gegners wie Flughäfen aus der Luft und am Boden signifikant zu. Hierzu gehörten unter anderem Handstreiche des britischen Special Air Service (SAS) gegen deutsche Flughäfen in Nordafrika oder die Entführung des Luftwaffengenerals Kreipe auf Kreta. Partisanen- und Luftangriffe in Russland, Italien, Jugo- slawien und Frankreich bestimmten ab der zweiten Kriegshälfte den Alltag auf den Feldflugplätzen und Fliegerhorsten. Deshalb wurden Flugstützpunkte bzw. feldmäßig abgestellte Luftfahrzeuge mit infanteristisch ausgebildeten Kräften nicht nur bewacht, sondern häufig aus befestigten Stellungen verteidigt und durch Streifen bzw Patrouillen gesichert. Darüber hinaus erhielten derartige Einrichtungen gegen An- griffe aus der Luft Flugabwehrwaffen. Mit dem 1. Juli 2006 wurde in der deutschen Luftwaffe eine neue Ära des Objektschutzes eingeleitet: Aus verschiedenen Objektschutzverbänden entstand das Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ (ObjSRgtLw F) - ein Verband, in dem sich heute vielseitige Fähigkeiten für Aktivierung, Schutz und Betrieb eines Einsatzflugplatzes (Deployed Operating Base, DOB) vereinen. Eine bedeutende Fähigkeit dabei ist der Objektschutz. Hierbei handelt es sich um eine infanteristische Fähigkeit in der Luftwaffe, die erforderlich ist, um im Einsatz den Flugbetrieb einer DOB zu sichern. Besonderer Schwerpunkt dabei sind die An- und Abflugsektoren, da landende und startende Luftfahrzeuge aufgrund der geringen Höhe, Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit besonders verwundbar sind. Auch der angelehnte Einsatzraum ist sehr wichtig: denn - wer das Vorfeld beherrscht, kontrolliert letztendlich auch die zu schützende DOB. Der nachstehende Artikel reiht sich in die Reihe unserer Berichterstattung über infanteristische Kräfte in der Bundeswehr ein. Der Verband wird in dieser Ausgabe anläßlich seines Geburtstages unter Berücksichtigung seiner sämtlichen, vielseitigen Fähigkeiten weit über den Bereich der infanteristischen Aufgaben hinaus vorgestellt. Hierzu gehört auch ein Interview mit dem derzeitigen Kommandeur des Verbandes, Oberst Dipl.Päd. Hans Peter Dorfmüller. Allgemeines Mit Aufbau von Luftstreitkräften kurz vor und während des Ersten Weltkrieges veränderte sich die Dimension des Schlachtfeldes nicht nur in den Luftraum, sondern erweiterten sich Kampfhandlungen auf das gesamte Staats- Luftwaffe 84 Das Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ gebiet kriegführender Mächte. Damit war es neben dem Bevölkerungsschutz erforderlich, militärische Einrichtungen im Hinterland nicht nur zu bewachen und zu umzäunen, sondern sie wirksam zu sichern. Während im Ersten Weltkrieg nur vereinzelt Handstreiche und Objektschutzkräfte in Afghanistan. © Bundeswehr HHK 4/2016


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